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Ost und West · 1912-07-01 · Heft 7 (Juli 1912) · p. Seite 651 - 652

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Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 7 (Juli 1912)
Article
Jüdische Skizzen
Date
1912-07-01
Page
Seite 651 - 652 (sequence 3)
Language
German
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651 Felix Perles: Jüdische Skizzen. 652 aus den (unverdient milden und überschätzenden) Besprechungen von Schürers Werk zur Genüge ersehen. Es wäre ungesund, ja höchst verderblich,wenn unsere Forschung durch die fortwährend aufgezwungene Not« wehr auf die einseitige Bahn ewiger Apologie gedrängt würde. Die Unbefangenheit und sogar die Freude am Forschen ginge uns verloren. Es würde sich verlohnen, diese Frage ausführlich und erschöpfend zu diskutieren. — Noch einige kleine Ausstellungen: In dem „ersten modern - wis - senschaftlichen hebräischen Bibelkommentar" repräsentiert der in Brody geborene und erzogene Chajes doch Galizien und nicht Italien, wohin er als Lehrender und nicht als Lernender gekommen ist. — Salomon und Theodor Reinach stammen nicht aus Frankfurt a. M., sondern sind in Frankreich geboren, wohin ihre Familie aus der Ortschaft Reinach im Kanton MAX LEVI. Basel übersiedelt ist. — DasHebräisch des obengenannten BibeL kommentars ist übrigens deplorahel, was seinerVerbreitung sehr imWege steht. — Der geringe jAnteil der Juden an der modernen Bibelkritik erklärt sich aus dem natürlichen Umstand , dass ihnen die nötige Distanz und Kaltherzigkeit fehlen musste, die zur Vornahme dieser gewaltsamen Operationen nötig scheinen, ferner, dass unsere viel weniger» zahlreichen Kräfte Vollauf von der Erforschung des ungeheuren Gebietes unserer nachbiblischen Geschichte und Literatur in Anspruch genommen waren und noch sind. — In dem S. 281 zitierten wunderbar innigen Gedichte von Jehuda Halevi ist die Wahrheit als Hypostase Gottes aufzufassen. <— Zum Schluss möchte ich nur wünschen, dass die „Jüdischen Skizzen" in jedem jüdischen Hause, wo für Judentum und Bildung Interesse herrscht, sich einfinden. G. KINDERPORTRAITS. LITERARISCHE RUNDSCHAU. Dr. Majer Bai ab an: Skizzen und Studien zur Geschichte der Juden in Polen. Berlin, 1911. Die zehn in diesem Büchlein vereinigten Skizzen bringen viel Wissenswertes und Neues, nur ist das Wissenswerte nicht neu, und das Neue nicht wissenswert. Wenn der Verfasser gleich am Anfang versichert, die Lage der Juden in dem Polen des 16. Jahrhunderts ist ungleich günstiger und politisch wie sozial viel höher gewesen als in Deutschland oder in Polen selber nach den Kosakengreueln, die für Polen wie Juden in gleichem Masse ein furchtbares Unglück waren — so ist das so alt, dass man es in den primitivsten jüdischen Geschichtsbüchern aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts finden kann. Wenn er uns ein andermal belehrt, dass die in dem Buch „Portugiesengräber auf deutscher Erde" abgebildeten Grabsteine uns ein Bild gut entwickelter Kunst bei den portugiesischen Juden geben, „von

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