Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1912)
- Article
- Die Ereignisse in Fez
- Date
- 1912-06-01
- Page
- Seite 583 - 584 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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5S:j Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Die Ereignisse in Fez. 534 Die S;hulen der Alliance in Marokko. Knabenschule in Tanger. von mehr als 5000 gut bewaffneten Soldaten, die im Begriff seien, auf das Mellah und das europäische Viertel zu marschieren. Die Torejdes Mellah wurden geschlossen; aber leider mussten sie unbeschützt bleiben, weil die Israeliten weder Gewehre noch Munition hatten. Der Angriff war so plötzlich erfolgt, dass es unmöglich war, die Verteidigung zu organisieren. Jeder suchte allein sich mit den Seinen in seinem Hause zu verteidigen. Unsere Schulen füllten sich mit Massen von Frauen und Kindern, Unglückliche, die nicht wussten, dass unsere Gegenwart ihnen zum Verhängnis werden konnte, denn die Empörer suchten alle Franzosen in Fez niederzumetzeln. Ich versuchte, uns zu organisieren, um uns nach besten Kräften zu verteidigen und unser Leben so teuer als möglich zu verkaufen. Wir hatten jedoch für vierhundert Flüchtlinge im ganzen blos fünf Gewehre — eine verzweifelte Situation! Gegen 2 Uhr mittags wurde mir mitgeteilt, Räuber hätten die Tore des Mellah niedergebrannt und seien in die Stadt eingedrungen. In diesem Augenblick begann auch schon die Plünderuno-, und wir Die Schulen der Alliance in Marokko« Knabenschule in Settah. hörten Verzweiflungs- und Todesschreie vieler Mensehen. Ich Hess um teures Geld dem französischen Gesandten Nachricht zukommen, und sandte auch um Hilfe in das zwei Kilometer entfernte französische Lager zu Dar Dbibag. Meine Briefe gelangten jedoch nicht in die Hände der Adressaten. Ich hoffte immer noch, dass die französischen Militärbehörden ein Truppendetachenient zur Verteidigung und zum Schutz des Mellah entsenden würden. Ich kannte noch nicht die Situation des Generals Brulard, der nur über ca. 800 Mann verfügte. Aus dem Lager von Dar Dbibag war der Gesandtschaft Beistand geschickt worden.aber, anstatt den kürzesten Weg durch das Mellah zu nehmen — was unsere Rettung gewesen wäre — marschierten die Truppen durch die Felder ausserhalb der Mauern des Mellah. Die aufständischen Soldaten, die bereits mehrere Häuser unseres Viertels besetzt hatten, zielten von den Mauern aus auf diese Truppen, so dass die Offiziere glaubten, die Israeliten seien ihnen feindlich gesinnt und befänden sich auf Seiten der Aufständischen. Während der General mit allen