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Ost und West · 1912-01-01 · Heft 1 (Januar 1912) · p. Seite 51 - 52

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Journal
Ost und West
Volume
12 (1912)
Issue
Heft 1 (Januar 1912)
Article
Eine Reformation durch die Juden
Date
1912-01-01
Page
Seite 51 - 52 (sequence 3)
Language
German
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51 Albert Bach: „Eine Reformation durch die Juden." 52 Die ftonfequen3en bes Cebensbienftes werben bie (Denf d)en nur nod) in 3wei Gruppen teilen: Die Cebenspcirtei einerfeits unb die Toöespartei anbererfeits. Welche von betöen fiegt, kann Keinem 3weifel unterliegen. Das Ceben unb bas Gute intereffiert bie ODenfctyen mel)r als ber Tob unb bas Böfe. Das Gute, ber Cebensbienft, wirb langfam aber }id)er bas Böfe, ben ^obesbienft, verbrängen.10) * Von unferem Mitarbeiter föerrn Brno Habel, bem Verfaffer bes Rufferjen erregenben Rpborismen=Bud)es „Rus vorlebten unb legten Grünben", bem wir Gelegen« l)eit geben wollten, fiel} 3U ben 6enten3en bes ßerrn Bad) 5U äußern, bringen wir nad)ftel)enb folgenbe ergän3img: Rlle öärje finb gewifc bas Ergebnis längeren Daa> benkens, bafür fprid)t il)re 6infad)beit, ibre ßonfequen5; Tie finb von Güte diktiert unb von Ciebe 3U unferem Volke befeelt Dur enthalten fie eine Dofis naiver Subjektivität, bie niemand entgelten kann. * * 5u J). Was in realer Weife verföl)nend wirken fall, bas mufe mctapbyfiid) begründet fein, bas fo* genannte Cogifd)e, faft bes Gegenteil vom (DetapbYfifd)en, reid)t niemals 3ur dauernden Ucber3eugung aus. l)t benn nid)t bas, was aus ber Datur 3U uns bringt, unb was aus uns wieberum 5111* Dafür fpnd)t, was fie fd)öpfenfd) bcei:flufjt, ift es niebt ebenfo unb mel)r real als ein Vorgang, den wir mit unferen Rügen beobachten können? Diefe üatfad)e bavf aber niemals auger ad)t gelajfen werben, wenn es um nie wankende Dinge gebt. Daljcr genügt eine blofee £tl)ik nicl)t, fie mag nod) fo ein* leuebtenb fein, nod) fo 3weckdienlid) febeinen; benn in Wal)rbeit ift nur bas jwed^dienlid), was ebenso unferem tiefften Gemütsbedürfnis wie unferem oberfläd)lid)eren Cebensdrange sufagt, ber allzugern mit £aull)eitsdrang Gemeinfcbaft mad)t. Rlle (Denfd)cn wiffen, bafo es auf Crben beffer werben müffe, aber bas Göttlid)e kann nur burd) bas Götihd)e vermel)rt werben; bie Gotlbcit in ber Welt ift bie l)öd)fte, bie ein3ige Realität. — * 5u 2). Die l)öd)fte, ein3ige Realität aber kann durc!) bas „naturgefet5lid)ea niemals geförbert werben. Die Güte, bie Frömmigkeit finb nur burd) metapl)vfifd)e Wabrbeit unb nid)t burd) Dafurgefet5lid)keit 511 erl)ärtcn. Diefe bleibt immer nur bie äufeerlid)e ßüüe bes Wcfens ber Welt. Dal)er fd)eitern verbienftvolle (Dänner wie Crnft ßäckel, bie burd) bas 5id)tbare, Börbare, Sinnfältig=5innlid)e ben 6el)alt ber Welt erfd)öpfen wollen. Vor 3el)n ]al)ren griffen bunberttaufenb wiffensburftige (Denjd)en 3U ben „Welträtfein", 5ur verfproebenen Ruflöjung aller Gebeimniffe, Der Cebensbienft wirb bie Juden qualifi3ieren, bie Aufgabe 3U erfüllen, welche il)nen bie Bibel vor Jatyrtaufenben jugewiefen r>at: ben (Denfd)en in ber Ausübung bes Guten voran3ugel)en.11) X * * erfüllen wir unfere l)tftorifd)e pflid)t, fo bringen wir alle Völker ber Grbe auf ben Weg bes Cebensbienftes, ber im Caufe ber 3eit 3U einer Kulturl)öl)e fül)rt, wo ber Bafc ausgefcl/ieben ift unb nur (Denfd)enfreunblid)heit unb GKkkfeligkeit r)errfd)t.12} * unb wieviele €rnftbenkende gingen bamals mit einem ßod)gefübl ein ber, in bem fid) bie l)el)re Wonne offenbarte: „Wir kleinen €rdenwefen, wie h>errtic±> weit baben wir's gebrad)t! Wir baben bie bunkle Wanb zertrümmert, nun liegen bie Bimmel offen vor uns." Wo blieb biefe Wonne, was fäete fie, was erntete fie? 5ie fäete Winb unb erntete Sturm, antwortet ber Propl)et Bofea. Wo ift ber Gottesbicnft, wo ber Daturbicnft, wo ber Wal)r* beitsbienft, ben jene begreiflid)e Sreube gezeitigt? Wir finb nod) immer ftinber bes Mittelalters, bas ift bie Wabrbeit. (Dan fd)nei^et nod) immer ben Verbred)ern bie fäöpfe ab, man fd)ief5t nod) immer in unaufl)örlid)en Kriegen Taufenbe von (Denfcl)en nieber, — weil Red)t unb Gered)tigkeit eine §abel ift; man lebt nod) immer nur bem Cag unb bem Rlltag, unb man ftirbt nod) immer unwürbig wie bas Oer, mit ber ungebeuerlid)en frage auf ben Cippen: Was war's? Das ift bas Ergebnis bes Wiffens um bas „Daturgeferjlid)e". — * * 3u 3). Bier wirb es ausgefprod)en: „balten wir uns in ber Bibel bem (Dyftifd)en fern", unb l)ierin liegt ber ßauptfebler. Die tiefften Büd)er bes Jubeniums finZr hobelet unb Biob, nur von ibnen kann eine Regeneration bes religiöfen Cebens ausgeben. CDyftik barf nid)t mit 5d)wärmerei ibentifi3*iert werben. Die (Denfd)l)eit ift fo* weit wie Biob, fie fd)reit in Krampf unb Sieber wie biefer Sd)mer3ensmann 3ur Gottbeit auf, fie ver3weifelt am 5ein wie ber „Prebiger". Rber fo fymbolifd) bie furd)tbaren €rkenntniffe biefer eblen Geftalten für bie fud)enbe unb werbenbe (Denfd)beit finb, fo verbeifcenb ift il)r let3tes Wort, bas allerbings mel)r ein Refuttat als eine wirkfame Cebre barbietet. Dod) um eben biefe Cel)re verbanbeln wir ja, fie ift unfere 5ad)e, unfer Beil, unfere ein3ige 3ukunft. Was nod) nid)t ift, wirb fein; eine §rud)t wirb reif,follte nid)t bereinft bas Ceben felbft,man barf fagen bie Gottbeit felbft reifen. Der (Denfd)beit innewol)nenbe 3ukunft kann keinen Bankrott mad)en. 5ie will ibre üempel, fie wirb fie baben. „Cebensbienft4* ift fd)on gut, aber nur angefid)ts bes grofoen Weltleibens kann der Cebensbienft ber red)te fem. Die Gottbeit forbert aud) einen üodesdienft, biefer bebeutet: Verftänbnis für bas

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