Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 12 (1912)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1912)
- Article
- Der Radierer Fritz Lederer
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 33 - 34 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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33 Max Schach: Der Radierer Fritz Lederer. 34 Landschaft gelenkt, die mir bei einsamen Spaziergängen unterhaltend, an sbh erreichbar und in den Kunstwerken fasslicher erschien als die menschliche Figur, die mich abschreckte/' Mir erscheint diese Bemerkung wichtig; ich erinnere mich ihrer, weil ich den Porträtistcn Lederer in den Vordergrund meiner Betrachtungen rücken muss. Auf der letzten Winter-Ausstellung der Sezession, die der Schwarzweisskunst gewidmet war, sah ich zwei ausserordentlich feine Porträts. Paul VVegener, den trefflichen Darsteller am Deutschen Theater, als Jago; dann ein Damenbildnis, eine ganz feine Arbeit und köstlich in der Linienführung. Dieses Blatt, (der Leser findet es hier reproduziert unter dem Titel : „Bildnis der Frau des Künstlers"), ist bestechend in seiner delikaten Manier; fast eine anmutige Silhouette nur und doch von einer frappanten Ausdrucksfähigkeit, könnte es an die hingehauchten Pastellbilder französischer Meister erinnern. Audi das Selbstbildnis des Künstlers, an dem wohl einige Härten im Strich auffallen, ist ein charakteristisches Zeichen seiner Art. Als reifste Arbeit aber möchte ich das Bildnis des alten Herrn werten: hier vereint sich eine souveräne Beherrschung der Form mit allen rassentypischen Eigentümlichkeiten. Hier erweist sich Lederer als ein Künstler von ungewöhnlicher Anschauungskraft, und die Herbheit, die in seinen Blättern nicht immer zum Nutzen des Ganzen hervortritt, ist in dem Porträt seines Vaters in liebenswürdige Sentimentalität umgesetzt. Ich meine, Fritz Lederer hat als Porträtist noch nicht genügende Anerkennung gefunden. Wer neben vielem anderen sein famoses Bildnis Alexander Moissis kennt und die vielen anderen Beweise einer bildlichen Darstell ungslainst, wird begreifen, dass man an den Köpfen Lederers länger verweilen muss. Damit jedoch seien seine Landschaften nicht etwa an zweite Stelle gerückt, wenngleich die Porträtkunst dieses Radierers uns noch oft überraschen wird. An Lederers Landschaften fesselt zuerst sein starkes Naturgefühl, das Vermögen, die Intimitäten eines Details mit sicheren, graziösen Strichen auf die Platt1 zu bannen. Da sind die Sujets aus dem Opus .,1tali mische Landschaften"; di1 Frücht"