Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 9 (1909)
- Issue
- Heft 8-9 (August-September 1909)
- Article
- Thamar
- Date
- 1909-08-01
- Page
- Seite 535 - 536 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Joab 3× ep/1005321
- Adonijah 1× ep/1003245
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535 536 THAMAR. Trauerspiel in vier Akten von Clara Steinitz. Als Manuskript gedruckt. Übersetzungsrecht wie alle übrigen Rechte vorbehalten. Personen: König David. Amnon, ältester Sohn Davids. Chileab, zweiter Sohn Davids. Absalon, dritter Sohn Davids. Sephat-Ja, Adonia und andere Söhne Davids. (Salomo als Knabe.) Thamar, Absalons Schwester. Joab, Feldherr. Jonadab. Ahitophel. Nathan I n , Gad } Pr°Pheten- Helden und Hauptleute Davids, zu den Großen Dreißig gehörig. Jasabeam Eleasar Benajahu Samma Abisai Asael Nachrai Die andern Großen Dreißig. Achsa Thirza Chusi I Semaja J J- Gespielinnen Thamars. Diener Amnons. Gefolgschaften Davids, der Prinzen, Thamars. — Hohepriester und Priester als stumme Personen. (Schluss aus Heft 7, Jahrgang 1909.) Dritter Akt. Vorhalle des David'schen Tempels. Die beiden Längenseiten aus zwanzig, die Vorderseite aus zehn Säulen mit versilberten Kapitalen. Die Kapitale ruhen auf Kupferfüssen, und von ihnen schlingen sich rot- und blaupurpurne Byssusseile um die Säulen. Zwischen fünf Säulen drei Eingänge mit zurückgezogenen Vorhängen. Wenn zum Schluss des Aktes die Vorhänge zum Heiligen und Allerheiligsten zurückgezogen werden, erblickt man die Stiftshütte, über die als Dach blau- und rotpurpurne Teppiche fallen t mit blaupurpurnen Schleifen verbunden, die durch goldene Doppelhaken zusammengehalten werden. Im Allerheiligsten hinter dem Vorhange die Bundeslade, mit Goldblech überzogen, ringsum von goldenem Kranze eingefasst. An jedem Ende ein goldener Ring (zum Durchstecken der Tragstangen). Deckel aus Gold, an dessen zwei Enden zwei Cherubim mit einander zugewendeten Gesichtern, nach unten auf die Bundeslade schauend, und weit ausgebreiteten Flügeln stehen. Sämtliche Vorhänge, bis auf den zum Allerheiligsten, sind bunte Kunstwebereien aus gezwirntem Byssus mit Blumen und Cherubbildern. Den Eingang zum Allerheiligsten bilden fünf vergoldete Akaziensäuien, die auf ehernen Fussgestellen ruhen; gleichfalls mit Vorhängen in Purpurblau und Karmesin wie die übrigen. Vor dem Vorhange, der das Allerheiligste vom Heiligen scheidet, der Räucheraltar in der Mitte, reich vergoldet. Südlich der Leuchter, in Gestalt eines Baumes mit Wurzel, Stamm, Aesten, Blüten und Frucht, aus Gold gebildet. Aus der Mitte des Stammes bogenförmig im Halbkreis drei Arme, so dass mit dem mittleren Rohr sieben Enden entstehen, auf welche sieben Lampen gesetzt sind. Nördlich der Tisch mit den Schaubroten. Im Vorhof Opferaltar, der an den vier Ecken in vier Hörner ausgeht, und Waschbecken in gerader Richtung vor dem Eingang zum Heiligen. Der Vorhang zum Allerheiligsten besteht aus gelber Seide, mit scharlachner, rosenroter und gezwirnter weisser Seide gestickt, ebenfalls die Cherubim darstellend. Erster Auftritt. David (im leinenen Leibrock). Joab (in kriegerischer Gewandung), ohne Waffen). Pagen (die sich in diskreter Entfernung aufstellen). Joab. Nicht die Propheten nur, auch deine Helden Und Feldhauptleute bitten um ein Wort Mit dir vor dem Beginn des Gottesdienstes. David. Lass alle kommen! Menschen fürcht* ich nicht, Nur dich, o Gott! Lass das Prophetenwort, Das Nathan mir in deinem Namen sprach, Nicht in Erfüllung gehen, widerrufe! Joab. Wie gerne tut ers, wenn du mit ihm sprichst — Du — deine Priester nicht. Ihr Amt ist beten, Doch deine Bitte steigt wie Weihrauch auf! David. Gott hebt mich, ja! Und doch hat er gesagt: Das Schwert soll nicht von meinem Hause lassen, Und Unglück will er mir darin erwecken. Joab. Und dennoch liebt er dich, dich, wie du bist! — Vielleicht geht's ihm wie mir, verzeih' mir Gott! Zu grosse Heiligkeit vertrag4 ich nicht. Ich lobe mir den menschlich heitern Sinn, Die Lust, und kann's nicht anders sein, den Schmerzf Doch essigsaurer Ernst und ew'ge Trauer, Statt menschlich heitrer Art, gesunden Blutes, Wie's uns beschwingt durch jede Ader tanzt, Verdriessen mich. Und kaum ertragen kann ich, Wenn solch* ein Heiliger mit langem Bart Zu meinem Könige, statt seine Grösse Fromm anzustaunen, wie 'nem Schulbub6 spricht! David. Und hab* ich nicht gebüsst? Der erste Sohn, Den Bath-Seba mir schenkte, musste sterben — Er musste sterben meiner Sünde willen, Die ich, bezwungen von der finstern Macht Des Schicksals, an Uria ausgeübt. Joab. Uria, der Bekehrte! Und der Heide Uria doch, vor dessen Heidenlastern Sich Bath-Seba zu dir gerettet hat. David. Und dennoch schreitet drohend auf mich zu Das Missgeschick, das Nathan mir verkündet. Nicht Amnon, ich bin schuldig dieser Tat, Die er getan, weil Gott mich strafen will. Joab. Verderben also nicht, nur strafen will er. Wie gross muss David sein, wie wert dem Herrn, Dass er ihn will von seiner Blutschuld lösen. David. Von dieser Blutschuld, gegen die ich mich Gesträubt mit Leib und Seele hab, o Herr!