Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 11 (November 1908)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung und die Alliance-Schulen in Kairo
- Date
- 1908-11-01
- Page
- Seite 701 - 702 (sequence 5)
- Language
- German
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701 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Die jüdische Bevölkerung und die Alliance-Schulen in Kairo. 702 Die Alliance-Schulen in Kairo. Mittelklasse und Mädchenschule. (Juli 1908. mit allem selbst. Unglücklicherweise ist er allein und findet keine eifrige Hilfe, wie es in Alexandrien der Fall ist. So bleiben seine Anstrengungsn oft unfruchtbar. Die Alliance unterhält jetzt vier Schulen in Kairo: eine Knabenschule und eine Mädchenschule in der Stadt, eine Knabenschule und eine Mädchenschule in Abbassieh, einer bevölkerten Vorstadt von Kairo. Die Gesamtzahl der Schüler beträgt 700, nämlich 400 Knaben und 300 Mädchen. Die im Zentrum der Stadt gelegenen Schulen umfassen den grössten Teii der Zöglinge, ungefähr 470. Das ist gewiss nicht viel für eine Gemeinde, die 15 000 Seelen zählt und durch Zuzug fortwährend anwächst. Leider erlauben es uns unsere Mittel nicht, unseren Schulen jetzt eine grössere Ausdehnung zu geben. Zudem muss man bedenken, dass in Kairo eine beträchtliche Zahl anderer Schulen existiert, religiöse und nichtreligiöse, wohin unsere wohlhabenden Glaubensgenossen vorzugsweise ihre Kinder hinschicken, die einen aus Eitelkeit, die andern wegen der Gemeinschaft der Sprache und Herkunft. Man darf in der Tat nicht aus dem Auge verlieren, dass die Bevölkerung von Kairo sich aus ungleichen Elementen zusammensetzt, die aus allen vier Enden der Welt gekommen und durch den Unterschied der Sitten, der Nationalität, des Idioms, des geistigen Zustandes in verhängnisvoller Weise einander entfremdet sind. Die Schulen der israelitischen Gemeinde sind mitten im jüdischen Viertel gelegen, eine Knabenschule und eine Mädchenschule. Leider sind sie zu klein, um alle armen Kinder aufzunehmen, die um Zulassung nachsuchen. Es ist wahrhaft traurig, zu sehen, wie der Unterricht den zahlreichen Kindern verweigert wird, die nicht die Mittel haben, ihn zu bezahlen. Die Alliance tut viel in Ägypten, das ist unbestreitbar. Sie unterhält Schulen in Kairo, in Alexandrien und in Tantah, also in den grossen Handelszentren. Aber ihre Tätigkeit wird nicht vollständig und nicht wirksam sein bis zu dem Tage, an dem sie den Bedürftigen zugänglicher sein werden und man Unterricht im Handwerk und Ackerbau eingerichtet haben wird. Das ist eine unumgängliche Ergänzung jedes praktischen Unterrichts. Das ist ohne Zweifel eine Geldfrage, die nicht unlösbar ist; es wäre nur zu wünschen, dass die Lösung sobald als möglich eintritt, weil das Schicksal einer ganzen Proletarierklasse davon abhängt. S om ekh. DIE INSTITUTE DER Bericht von E. Tisserand, früherem Generaldirektor in der J Paris, 17. September 1908. Geehrter Herr Präsident! Ich habe soeben eine fünfwöchige Eundreise durch eine Anzahl israelitischer Kolonien, Ackerbau- und Gartenschulen Polens und Russlands beendet. Während dieser Eeise habe ich die Landwirtschaftsschuie in Czenstoniew und die Garten- J.CA IN RUSSLAND. i französischen Ackerbauministerium, an den Präsidenten r a ^* Nachdruck mit Quellenangabe gestattet bauschule in Czenstochowa in Polen, die landwirtschaftlichen Kolonien von Pawlowo undConstantinowo bei Eogani, die Ackerbauschule in Minsk, die Gartenbauschule in Mohilew und die Handwerkerschule ebendort, ferner die schönen Baumschulen in Soroki am Ufer des Dniester, die landwirtschaftliche Kolonie in Dombroveni, die prächtigen Weinbergsanlagen in Eesina, die Schule von Novo-