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Ost und West · 1908-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1908) · p. Seite 537 - 538

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Journal
Ost und West
Volume
8 (1908)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1908)
Article
Moses
Date
1908-08-01
Page
Seite 537 - 538 (sequence 1)
Language
German
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537 538 \/\ | | ^2 Alle Rechte, auch der Uebersetzung, 1 V Y V->r 1—* Vertonung, Aufführung, vorbehalten. Oratorium von Dr. D. Leimdörfer. 1. In Egypten. Chöre. Moses, Ahron. Chor der Männer: Kurz ist der Odem und hart ist die Qual, Alltäglich dasselbe, o trauriges Sein. Unendlich gross ist der Feinde Zahl, Und unser gepeinigtes Volk ist so klein. Was Josef getan, hat Egypten vergessen, Gerettet vom Hunger hat einst er das Land, Zum Dank lässt man leiden uns, ach, unermessen, Hat uns in Sklaven ketten gebannt. Sind Knaben geboren, so heisst man vernichten Das blühende Leben ohne Grund, ohne Wahl — O, grausamer König, wer wird Dich richten? Kurz ist der Odem und hart ist die Qual. Chor der Frauen: Wir weinen, wir seufzen, wir zittern und beben, Die Häuser sind öde, o, grausames Spiel! Die Eltern sind Sklaven, o schmähliches Leben, Die Knaben ertränkt man im reissenden Nil. Doch wollen wir Frauen Euch trösten, nicht klagen, Es lebt noch ein Gott! Wir woll'n nicht verzagen. Chor der Männer: Lebt noch ein Gott, der Gott unserer Ahnen? Der Abram gesegnet, der Isak erkor? Der Jakob verheissen, den Weg ihm zu bahnen Gleich Sternen des Himmels rag' er hervor. Chor der Frauen: Gott unserer Väter, sende den Retter, Sende den gütigen Helfer in Not! Moses (erscheint): Höre mein Volk, ich komme vom Höchsten, Bringe Euch Rettung von Elend und Tod. Zu Midian, im brennenden Dornbusch erschienen Ist mir der Herr. Er hat mich gesandt. Ich bin gekommen, zu Gott Euch zu führen, Zum heiligen Berge, zum heiligen Land! Chor der Männer und Frauen: O, wäre es möglich, wär's Wahrheit, gäb's Rettung? Moses: Es ist wie ich's künde. Dem Herrn glaubt allein! Chor: Wie nennt man den Herrn, durch den Du gesendet? Moses: Er heisst Adonai: Er war, ist, wird sein! Chor: Er heisst Adonai: Er war, ist, wird sein, Wir beugen dem Gotte der Liebe das Knie. Ahron (erscheint): Ja danket dem Herrn, denn er ist gütig, Des Ewigen Liebe verlässet Euch nie. Glaubet dem Bruder, erwählt als Propheten! Zum Licht der Erlösung Euch her hat geführt. Höret die Botschaft; sprich, Bruder Moses! Was sagte der Herr, dem der Welt-Ruhm gebührt? Moses: Gross ist der Herr, der Gott Eurer Väter, Der Allmacht und Liebe in sich vereint. „Geh nach Egypten, lautet sein Auftrag, Rette mein Volk, das dort nach mir weint. Ich zeige dir Wunder, die keiner gekannt. Sie treffen den König, sie schlagen sein Land. Ich führ' Euch zum Berge, ich mache Euch frei, Zum heiligen Lande aus Schmach, Tyrannei. Chor: Wir beugen das Knie, er ist die Liebe, Wir glauben Dir, Moses, wir folgen Dir gern. Es schläft nicht und schlummert nicht Israels Hüter, Die Wacht unserer Freiheit, sie ist nicht mehr fern! 2. Am roten Meere. Volk, Mirjam, Ahron. Mirjam: Lobe Volk Gottes des Ewigen Namen! Volk: Wir preisen den Herrn in Ewigkeit. Amen! Mirjam: Wer ist wie der Herr, dessen Thron hoch erhaben? Der von der Höhe der Irdischen denkt. Volk: Der tief aus dem Staube erhebet den Armen, Des Dürftigen Los gleich des Edelsten lenkt. Mutter und Kinder frohlocken dem Ewgen, Allen Bedrängten ist helfend er nah. Lobet den Herrn vom Aufgang der Sonne Bis zu ihrem Niedergang. Hallelujah. Duett zwischen Ahron und Mirjam. Ahron: Erlöst aus der Knechtschaft, mein Volk ist entlassen! O Wunder, O Sieg, kaum kann ich es fassen. Der König, der lästernd gehöhnt Adonai, Er ist überwunden, er lässt Israel frei. Mirjam: So gehen die Feinde des Herrn ins Verderben, Der Herr schlug Egypten durch furchtbares Sterben, Des Todes Gewürm, o wie es nagt' In Pharaos Hause, im Hause der Magd. Ahron: Ich künd' es den Männern, Du sag' es den Frauen, Den Tag der Erlösung soll Israel schauen, Das Passah der Freiheit im Frühlingsgewand. Der Herr, er regieret, es wanket das Land.

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