Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1908)
- Article
- Die General-Versammlung der Berliner Mitglieder der A. I. U.
- Date
- 1908-07-01
- Page
- Seite 467 - 468 (sequence 1)
- Language
- German
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467 468 ftVyv» ' .....'"HilfFi vv MITTEILUNGEN f/t aißdem Deutschen Bureau der nra nr OTW Berlin,n 2*+. Alliance Jsraelite Universelle btnvr ^3 OranienßurgersrK?^ DIE GENERAL-VERSAMMLUNG DER BERLINER MITGLIEDER DER A. I. U. Am Sonntag, den 31. Mai 1908, hat die Generalversammlung der Alliance Israelite Universelle, Lokal-Comit6 Berlin, im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes der Jüdischen Gemeinde, Rosenslrasse 2—4, unter dem Vorsitz des Geheimen Kommerzienrat Gold berger stattgefunden. Die Tagesordnung lautete wie folgt: 1. Allgemeiner Bericht. 2. Wahlen zum Vorstand. Die Einladung war einem jeden einzelnen Berliner Mitglied der Alliance zugegangen. Der Geschäftsführer M. A. Klausner erstattete den Bericht, der folgenden Wortlaut hat: „Pflicht der Pietät und eigener Herzensdrang schreiben uns vor, an die Spitze unseres Jahresberichts die Namen der Männer zu stellen, die in unserer Deutschen Conferenz-Gemeinschaft an leitender Stelle sich gemüht haben und im Lauf der Berichtszeit von uns und aus dem Leben gegangen sind. Wir denken ihrer, die unser heiliges und grosses Werk bei Lebzeiten nie verlassen hätten, mit trauervoller, ehrender Dankbarkeit. In der Mitte der Tage ist am 7. Juli 1907 Theodor Oschinsky-Breslau von uns geschieden; im Patriarchenalter und satt an Tagen hat am 2L Februar 1908 Moritz Bielefeld-Mannheim sich zu den Vätern versammelt; am 19. April 1908 ist noch vor der Psalmistenschwelle Charles L. Hallgarten in Frankfurt a. M. zur ewigen Euhe hinübergeschlummert. Führer aber bleiben uns auch die Verstorbenen, Leitsterne in Himmelshöhen, eine Brücke von der Ewigkeit zu unserer Zeitlichkeit. Wie reich sind wir gewesen, dass wir solche Verluste erleiden konnten! Mit dem Bibel wort sagen wir: Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen. Wir danken der Vorsehung, die uns solche Mitstreiter geschenkt und unserem Werk die Kraft verliehen hat, die Werkmeister zu überdauern." (Die Anwesenden haben diese Worte stehend angehört.) „Wenn wir in unserem Bericht in der Hauptsache nur darzulegen haben, was in dem Geschäftsbereich des Lokal-Comites Berlin sich vollzogen hat, so ist doch darüber hinaus die Erwähnung von Tatsachen erforderlich, die in das Ressort der Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. Deutschen Conferenz-Gemeinschaft und ihres Deutschen Bureaus fallen: einmal wegen der besonderen Bedeutung, die dem blossen numerischen Gewicht unserer Berliner Mitgliedschaft innewohnt, sodann wegen des engen Zusammenhangs zwischen dem Lokal-Comite Berlin und dem Deutschen Bureau der Alliance, endlich wegen der untrennbaren Einheitlichkeit, die die Deutsche Conferenz-Gemeinschaft mit der Gesamtheit der Alliance Israelite Universelle verbindet. Eine stete Wechselwirkung ist unausgesetzt vorhanden, wenn sie auch nicht immer in Erscheinung tritt. In der fast genau einjährigen Frist, die uns von der vorigen Generalversammlung trennt, hat das von Ihnen gewählte beziehentlich neu bestätigte Lokal-Comite Berlin in Gemeinschaft mit dem Deutschen Bureau der Alliance Israelite Universelle der sehr umfassenden Tagesarbeit obgelegen. Die Unterstützungskommission des Comites prüft an zwei Wochentagen alle eingehenden grösseren Gesuche, die fast immer — Dank einer dehnenden Interpretation der Normativbestimmungen — im Sinne der Bittsteller erledigt werden. Kleinere Unterstützungen, die einen Aufschub nicht vertragen, werden vom Bureau aus in der gleichen weitherzigen Weise bis an die Grenzen der Möglichkeit zur befriedigenden Abfertigung gebracht. Sie kennen das Wort eines — allerdings nicht bureaukratisch geschulten — jüdischen Mannes: „Eine Unterstützungskommission, die kein Defizit hat, hat kein Herz." Die Unterstützungskommission des Lokal-Comitös Berlin hat Herz. Sie hat im verflossenen Jahr auch das entsprechende Defizit gehabt. Das musste um so mehr der Fall sein, als die üblen wirtschaftlichen Verhältnisse in Amerika namentlich in der jüngsten Zeit eine starke Rückwandererbewegung hervorgerufen hatten. Die eigentliche Beförderung der Rückwanderer ressortiert seit Januar 1906 von der Abfertigungsstelle für die russischen Aus- und Rückwanderer, die vorher als Centralstelle firmiert hatte. Die Kosten dieser Abfertigungsstelle, anfänglich von der Jüdischen Gemeinde Berlin, der Alliance Israelite Universelle, dem Hilfsverein der deutschen Juden und der Grossloge U. 0. B. B.