Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 4 (April 1908)
- Article
- Die fünfte Tagung der deutschen Conferenz-Gemeinschaft der Alliance Israélite Universelle
- Date
- 1908-04-01
- Page
- Seite 267 - 268 (sequence 5)
- Language
- German
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267 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Die fünfte Tagung der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft etc. 268 Tl. Die Deutsche Conferenz-Gemeinschaft ersucht das Central-Comite der Alliance Israelite Universelle wiederholt, auf Einführung deutschen Sprachunterrichts in einigen dazu besonders geeigneten Allianeeschulen in Marokko ehestens bedacht sein zu Avollen. Zu Punkt 6 der Tagesordnung' fand nach einer auf den Geschäftsbericht des Vorsitzenden zurückgreifenden eingehenden Diskussion die folgende Resolution Annahme: Die Deutsche Conferenz-Gemeinschaft derA.I. U hält daran fest, unter Wahrung ihrer Selbständigkeit mit allen jüdischen Hilfsorganisationen iu freundlichem Einvernehmen zu bleiben. Sie beauftragt ihr Präsidium, für die angemessene Fortführung bereits bestehender oder die Anbahnung neuer Zusammenarbeit mit jenen Organisationen die erforderlichen Verabredungen zu treffeu, und ermächtigt ihr Präsidium, die hierbei nötigen Massnahmen namens der Deutsehen Conferenz-Gemeinschaft anzuordnen. Unter Punkt 7 der T.-O . (Unvorhergesehenes) wurden einige Anregungen für den internen Verkehr zwischen den Centralen in Paris und Berlin gegeben. Bei den innigen Beziehungen, die sich zwischen den beiden Körperschaften herausgebildet haben, war die Versammlung davon durchdrungen, dass auch diese Anregungen volle Berücksichtigung fiuden werden. An Stelle des durch Tod ausgeschiedenen Herrn Oschinsky - Breslau wurde Herr Rabbiner Dr. Werner-München iu den Vorstand gewählt. Es muss hervorgehoben werdeu, dass gleichwie im vorigen Jahre auch bei dieser Tagung alle Anträge mit Stimmeneinhelligkeit gefasst worden sind, dass die Beratungen vollständige Übereinstimmung aller Teilnehmer ergaben. Damit waren die Beratungsgegenstände erledigt. Nach dem der Vorsitzende dies konstatiert hatte, nahm der stellvertretende Vorsitzende Herr Hallgarten das Wort. „Wir stehen," sagte er, „am Schluss einer sehr arbeitsreichen Tagung. Wir haben vom frühen Morgen an wichtige und einige sehr schwierige Fragen behandelt, und ich glaube und hoffe, dass wir die Beschlüsse so gefasst haben, dass dadurch die Interessen der Alliance, d. h. die Iuteressen der Judenheit überall gefördert werden. Wenn wir die Arbeit so abschliessen können — ich darf das ohne Unbescheidenheit sagen, obwohl ich selbst dem Präsidium angehöre — so danken wir das dem ersten Präsidenten, der die ganze Arbeit mit solcher Liebe, mit solcher Ausdauer, mit solchem Eifer vorbereitet hat. Ihm haben wir zuzuschreiben, dass wir zu diesem guten Ende gekommen sind. Ich bin sicher, in Ihrer Aller Sinne zu sprechen, der Anwesenden wie derer, die sich schon vorher verabschiedet haben» wenn ich hiermit unserm hochverehrten Freund und ersten Präsidenten der D. C. G. herzlichsten Dank ausdrücke und Sie bitte, ein Hoch auszubringen auf das grosse Werk, das uns alle packt uod festhält." Geheimrat Goldberger dankte für die freundliche Anerkennung, die er auf seine treuen Mitarbeiter im Präsidium und in der Geschäftsführung zu erstrecken bat, und schloss die Verhandlungen um 6 Uhr abends. — Auch die fünfte Tagung wird allen Teilnehmern unveregesslich in der Erinnerung bleiben % * In Ausführung des zu Punkt 3 der T.-O. gefassten Beschlusses der V. Tagung hat das Präsidium der D. C. G. folgendes Rundschreiben an die deutschen Comites gerichtet: Hochgeehrter Herr! Auf der V. Tagung der Deutschen Conferenz - Gemeinschaft vom 25. Februar in Berlin ist beschlossen worden: „Die Deutsche Conferenz-Gemeinschaft empfiehlt allen ihren Comites, dass sie überall da, wo die Verhältnisse es gestatten, Ehrendamen als Comitee - Mitglieder zur Mitarbeit heranziehen. Wir bitten Sie ganz ergebenst, demnächst die entsprechenden Massnahmen in die Wege zu leiten, Ehrendamen als Comitee - Mitglieder zur Mitarbeit heranzuziehen, und uns von dem Geschehenen freundlichst Kenntnis zu geben. Mit ausgezeichneter Hochachtung Die Präsidenten der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft der Alliance Israelite Universelle L. M. Goldberger. Charles L. Hallgarten. An mehreren Orten ist der Empfehlung bereits Folge gegeben worden. Die zu Punkt 5 der T.-O. der fünften Tagung gefassten Beschlüsse der Deutschen Conferenz- Gemeinschaft sind dem Central-Comite alsbald mitgeteilt worden, und dieses hat zu den Anträgen unverweilt Stellung genommen. Schon in der Sitzung des Central-Comites vom 4. März erstattete der Geschäftsführer Herr Bisart. der im Auftrag des Centi al-Comites der fünften Jahrestagung der D. C. G. beigewohnt hatte, seinen Bericht, der in erster Eeihe feststellte, dass die ganze Erörterung und aller Meinungsaustausch getragen war vod dem innigen Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Gemeinsamkeitsgedankens, sowie von dem einzigen Bestreben, das Wachstum und das Gedeihen der Werke der Alliance zu fördern. Das Central-Comite schreibt in einem Briefe vom 6. März an das Präsidium der D. C. G.: „Die bisher bereits von der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft erzielten Ergebnisse beweisen zur Genüge, dass die D. C. Gr. verstanden hat, in Deutschland die Sympathie unserer Glaubensgenossen für die Alliance neu zu wecken und unserer Körperschaft den Platz zu gewinnen, der ihr im Herzen aller Israeliten zukommt. Das Central-Comite schliesst sich vorbehaltlos den Bekundungen der Anerkennung und Dankbarkeit