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Ost und West · 1908-04-01 · Heft 4 (April 1908) · p. Seite 255 - 256

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Journal
Ost und West
Volume
8 (1908)
Issue
Heft 4 (April 1908)
Article
Wiener hebräische Epitaphien
Date
1908-04-01
Page
Seite 255 - 256 (sequence 2)
Language
German
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Beruh. Münz: Wiener hebräische Epitaphien. 256 stiegen44 und der über jedes Krönchen und Häckchen so vieles zu sagen wusste. Wachstein führt den Nachweis, dass Jakob kein anderer als der aus Worms stammende Jakob ben Elieser Aschkenasi Temerls war, der bei den bedeutendsten Männern seiner Zeit in hohem Ansehen stand, nach einer Lehrtätigkeit in Lublin und Kamienec seine letzten Lebensjahre in Wien, das damals im Zentrum der Kabbala war, verbrachte, daselbst einen grossen Einfluss ausübte und hier auch 1066 seine letzte Ruhestätte iand. Dem in Demut lebenden Mystiker Temerls schliesst sich der 1665 in jagendlichem Alier verstorbene Kabbaiist Elchanan ben Zwi an. Er wollte seine Familie nach dem heiligen Lande bringen. Da ereilte ihn in Wien der Tod. Er beschäftigte sich vornehmlich mit der Lurjanischen Kabbala. Damit kein Unberufener von seinen Schriften einen schlechten Gebrauch mache und um Miss Verständnissen in der Auslegung derselben vorzubeugen, liess er sich sie mit ins Grab geben. — Unter den Epitaphien figuriert auch das der Lena b. Jechil Michl. Sie führt das Epitheton Hakdauschon, mit dem nicht nur Märtyrerinnen im eigentlichen Sinne, sondern auch solche belegt werden, deren gewaltsamer Tod aus der Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft zu erklären ist. Sie wurde am 17. März 1651 erschossen. Sie ist ohne Zwei- ........ ••;njtffei mit jener Leonora identisch, von der das Theatrum Europaeum berichtet, dass sie imMärz 1651 von einem Heiter durch zwei Kugeln durchbohrt wurde. „Zu Wien in Oesterreich," heisst es daselbst, „vor dem rothen Thor / nechst Wiener hebräische Epitaphien. bey der Auff- —fer-Srgv"'; - ^M*,:c4^ - . - ~~ , .J- ~. ' »J*,- -~ :^c::*' '-V - J - -. - - . -. v'Ä^ •>>-.•• - *' \ -**W'j&. " ~ •' ' ~ ~, ■"- "*5vÄ""'"i •'*»♦•~7. ~ ■•«^ir—-:::V . .^■■^r*i f^-J, ^^^^^g^^;.^J^ *^f-'* -:.i:mm^ ^■\«:^^-?~> »: 'fr^y^. Zugbrücken / wurde im Monat Martio die fürnehme und jedermann wolbekandte Jüdin Leonora / als sie in die Stadt gehen wollen / von einem unbekandten Reuter mit 2 Kugeln todt geschossen: Wesswegen aussgeruffen wurde / dass derjenige / so den Thäter offenbahren würde/ 500 Ducaten haben; So aber der Thäter sich selber angeben thäte / ihme tausend Ducaten / und das Leben geschenckt seyn solle / darumb dass man diese That für eine Anstiftung von den Juden selber gehalten." Elieser b. Phöbus Chalfan, gestorben am 6. Juli 1670, und seine Frau Jütl, gestorben am 9. Juni desselben Jahres, mögen wohl die letzten gewesen sein, die vor der unmittelbar darauf erfolgten Vertreibung der Juden aus Wien auf dem alten Eossauer Friedhofe zur ewigen Ruhe gebettet wurden. Er war der Vater des Verfassers des Dass Esch, der in Prag, Bunzlau und Ungarisch-Brod eine rabbinische und literarische Wirksamkeit entfaltete. Die Abhandlung schliesst mit den Grab schritten Josef Mordechai Gumpl Emmerichs und seiner Tochter Dina Sara Emmerich, zweier Mitglieder der Familie Gomperz, welcher der ausgezeichnete, leider zu früh verstorbene David Kaufmann und M. Freu denthai in Dölzig ein viel jähriges und ein dring liches Studium gewidmet haben. Der letz - tere hat vor kurzem die Ergebnisse der gemeinsamen Forschung in dem stattlichen Werke: „Die FamiiieGomperz"( Frankfurt a. M., J. Kaufmann) der Oeffentlichkeitüber- _____ geben. Wiener hebräische Epitaphien. r — - - . -y>' ■ ■~ ■-'£?~^*&***o» «iv v :^W^"P -: ~ \ K; : ' i 'r^t^^^S^^v^'* "• "*' -: ' ' .••»•'. . " '. . ' ,. - . . - i * : * " «' ~ ••- -i r-~ :4 ' iS^y -""' ^^^^^^^^j

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