Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 8 (1908)
- Issue
- Heft 4 (April 1908)
- Article
- Wiener hebräische Epitaphien
- Date
- 1908-04-01
- Page
- Seite 253 - 254 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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WIENER HEBRAEISCHE EPITAPHIEN. Von Bernh. Münz. Nachdruck verboten. Wiener hebräische Epitaphien. Die historische Kommission der israelitischen Kultusgemeinde in Wien hat vor mehreren Jahren den löblichen Beschluss gefasst, die Inschriften des sogenannten alten Rossauer Judenfriedhofes herauszugehen. Sie war dabei von der richtigen Erwägung geleitet, dass die Herausgabe und gründliche Bearbeitung der vom Jahre 1540 bis 1748 reichenden Grabinschriften für die Sitten - und Kulturgeschichte der Juden und nicht zuletzt für die Wiener Lokalgeschichte nnd darüber hinaus ein grosses Interesse beanspruchen darf. Sie verschloss sich ferner nicht der Einsicht, dass Ludwig August Frankl manche Epitaphien in seine „ Inschriften des alten jüdischen Friedhofes" überhaupt nicht aufgenommen hat nnd dass die von ihm aufgenommenen Inschriften wegen ihrer Unvollständigkeit, wegen der willkürlichen Auslassungen, der korrupten Wiedergabe des Textes und der totalen Missachtung des formalen Prinzips von fraglichem Werte sind. Die historische Kommission hat eine glückliche Wahl getroffen, als sie den bekannten jungen Gelehrten Dr. Bernhard Wachstein, der als Beamter an der Wiener israelitischen Gemeindebibliothek eine erfreuliche und gedeihliche Wirksamkeit entfaltet, mit der schwierigen Aufgabe betraute, die Inschriften des alten Wiener hebräische Epitaphien. Wiener hebräische Epitaphien. Wiener hebräische Epitaphien. Wiener Juden friedhofes zu kopieren bezw. zu entziffern. Dafür, dass Dr. Wachstem der richtige Mann am rechten Platz ist, hat er in der eben erschienenen, von grosser Belesenheit und nicht minder grossem Scharfsinn zeugenden Abhandlung „Wiener hebräische Epitaphien" (Wien, Alfred Holder), die von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien ihren Sitzungsberichten einverleibt wurde, den Befähigungsnachweis erbracht. Wir haben nach der Lektüre dieser Abhandlung allen Grund, der Gesamtpublikation, die hoffentlich nicht lange mehr auf sich warten lassen wird, mit grosser Spannung entgegenzusehen. — In der uns vorliegenden Studie hat der Verfasser eine kleine Auswahl aus der grossen Menge der von ihm bearbeiteten Inschriften veröffentlicht, um einerseits die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf dieses Material zu lenken, andererseits eine Probe für seine Art der Behandlung desselben zu liefern. Die erste Inschrift, mit der er sich beschäftigt, ist Jakob ben Elieser gewidmet, der ein Meister in der Merkaba war, „dessen Worte in die himmlischen Höhen