Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1916-10-01 · Heft 10-11 (Oktober-November 1916) · p. Seite 419 - 420

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
16 (1916)
Issue
Heft 10-11 (Oktober-November 1916)
Article
Die jüdischen Farmer Argentiniens während des Krieges
Date
1916-10-01
Page
Seite 419 - 420 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2583875-2584060-2584067-2597500--16367-2597546
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

419 Die jüdischen Farmer Argentiniens während des Krieges. 420 Man wird vielleicht, auf diesen Bericht fußend, den Eindruck haben, daß es um die jüdische Kolonisation in Argentinien schlecht bestellt sei. Das ist aber nicht der Fall, wenigstens nicht dort, wo es der Leser vielleicht vermutet. So erfreulich auch die augenblickliche Besserung in der Lage der Farmer in den Innenpampas ist, beweist dies im Grunde genommen ihre Existenzfähigkeit noch nicht. Denn daß es in diesen Gegenden voriges Jahr ausgiebig geregnet hat, während die halbe Republik im Wasser schwamm, und daß zur gleichen Zeit der Weltkrieg unerwartet hohe Getreidepreise brachte, ist ein besonderer Zufall, der ungefähr dem .Gewinn des großen Loses gleicht. Umgekehrt ist das Verhältnis in den übrigen Kolonien. In allen diesen Zonen, hat man ein Wirtschaftssystem in Anwendung gebracht, das dem Farmer bei Fleiß und Ausdauer seine Existenz sicherte. Daß dieses durch eine Reihe unglücklicher Umstände erschüttert ist, bleibt zu bedauern, bedeutet aber keine wirkliche Gefahr für die Kolonisation, zumal gerade diese Bauern fast ausnahmslos auf dem Boden der Kolonisationsgesellschaft sitzen, die keine merkantile Zwecke verfolgt. Es ist daher nicht zu befürchten, daß die Farmer, wie es anderweitig vielfach vorkommt, wegen rückständiger Zahlungen exmittiert oder derartig gedrückt werden, daß sie mit der Bewirtschaftung ihres Landes nicht fortfahren können. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß wieder einmal eine große Dürre oder eine Regenperiode eintritt. Aber da man bekanntlich durch Schaden klug wird, so tritt man bereits der Frage! näher, auf welche Art man derartigen Naturereignissen weniger machtlos entgegenstehen kann. So wird man zum Beispiel im Chaco-Gebiet, in Anbetracht der stattgefundenen Ueberschwemmungen, an das Studium gehen, wie man die vorhandenen Gräben vertiefen und ihnen einen Abfluß sichern kann. In der mesopotamischen Zone verläßt man sich schon jetzt nicht mehr auf die natürlichen Gewässer, sondern legt, trotz der erheblichen Kosten, Windmotore an, die das Wasser aus dem Untergrund herauspumpen. Auch hat man gesehen, daß es sich lohnt, neun Jahre lang das Gras zu mähen und Schober herzurichten, damit man im zehnten wenigstens einen Teil seines Viehs retten kann. Wie sich die wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem Kriege entwickeln werden, darüber gehen die Meinungen stark auseinander. Während nämlich einige Fachmänner behaupten, daß nach jedem europäischen Kriege sich eine große Einwanderungswelle nach der neuen Welt ergossen habe, sagen andere, daß auf ein Jahrzehnt keine Emigranten in nennenswerter Anzahl und noch weniger Kapitalien nach La Plata kommen werden. Für die russisch-jüdische Einwanderung sind aber noch andere Faktoren in Betracht zu ziehen, vor allem, wie sich die politische Lage , der Juden im Osteuropa gestalten wird. In den Landesteilen, die in der einen oder anderen Form vom Zarenreiche abgetrennt werden, werden die jüdischen Einwohner zweifelsohne dieselben Rechte wie alle anderen Bürger erhalten. Für die unter der russischen Herrschaft verbleibenden Glaubensgenossen aber.— und es werden selbst im günstigsten Falle noch Millionen sein — ist es eine Lebensfrage, ob infolge des Krieges die bisherigen Machthaber in Rußland beiseite geschoben und verständige, menschlichere an ihre Stelle treten werden. Sollte dies, wie wir hoffen und wünschen, der Fall sein, so wird die Auswanderung wohl auf ein Minimum zurücksinken. Die Postbezieher werden gebeten, sich beim Ausbleiben oder bei verspäteter Lieferung einer Nummer stets nur an den Briefträger oder die zuständige Bestell-Postanstalt zu wenden. Erst wenn Nachlieferung und Aufklärung nicht in angemessener Frist erfolgen, wende man sich unter Angabe der bereits unternommenen Schritte an unseren Verlag. Denk! anunsisendet > - r— -^^TOL./ ^^^^^^^J' J^k'm^MF'' ©afem4Ü0ifüm^ife^^Ä; Ittohlmundstüch) \M! WjtLM&T^- ^JS^B^3^^Sm§ffSEVj^L' ©dkm <s>otö ym&mKm iGoldmundstück» ^^^^^^J^r'o^/jS f ^igäretfea . ^^^'^^^^^^^JS^-^ '' -fJ^r -.tCL. -.r- . I Auffahrende 1 Willkommenste Liebesgabe! jl^ «—l Preis:N r M a s 6 a 10 aOStück-feldpostmäßi« verpackt portofrei! emsM^Zl°J^l^ 5OStü^feld&Bi6verpackl.I0PCPorto! A Orient TabaK'ungai^enfabr.yemdze'Dresden. . TruSxrrei! IIP Jnh.Hugo2ieiz.HoflieferantSJ1dJtoi^v5MhScm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.