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Ost und West · 1916-10-01 · Heft 10-11 (Oktober-November 1916) · p. Seite 369 - 370

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Journal
Ost und West
Volume
16 (1916)
Issue
Heft 10-11 (Oktober-November 1916)
Article
Rumänien und seine Juden
Date
1916-10-01
Page
Seite 369 - 370 (sequence 2)
Language
German
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369 Rumänien und seine Juden. 370 steigerten Höflichkeit der - rumänischen Frau, die fast immer Grund hat, zu gefallen, und zielbewußten Sinn zur Ausschmückung des Lebens besitzt. „Während der langen Regierungszeit des Fürsten und Königs Carol ist Rumänien geworden, was es heute ist, ein sicher und ruhig regierter, sorgsam verwalteter, kulturell und wirtschaftlich hochentwickelter, selbständiger Staat, der im Rate der übrigen Staaten Europas und seiner Bevölkerungszahl entsprechend geachtet und gewertet wird. Die Politik, die dem Lande diesen Erfolg Schritt für Schritt in stetig aufsteigender Linie sichern könnte, hatte sich wesentlich mit der Fürsorge für die systematische innere Entwicklung des Staates auf allen Gebieten des Volkslebens zu beschäftigen." Der Hymnu,s des Freiherrn von Dungern klingt in folgenden Worten aus: „Kein Staat hat mehr Grund, aus traditionellem Wohlwollen und zugleich aus wechselseitigem wirtschaftlichem Interesse den Rumänen eine künftige weitere Konsolidation im Innern wie nach außen zu wünschen, als das deutsche Volk." Vielleicht erfahren wir nächstens, wie derselbe Staatsrechtslehrer jetzt über Rumänien urteilt. Einstweilen verlohnt es sich, in die neuesten Arbeiten hervorragender Politiker und Historiker, die in ernsten, namentlich konservativen und alldeutschen Zeitschriften erscheinen, einen Blick zu werfen. Da sind die Rumänen Bastarde, ein Mischvolk mit einer Mischkultur, dem es nicht beschieden war, aus den ihm zugeflogenen Kultursplittern ein ausgeglichenes, geschlossenes Mosaikbild herzustellen, das aber auch nicht verstand, mit schöpferischer Kraft Eigenes zu erzeugen. Alles ist bei ihnen aufgeschnappt, nichts verdaut, eine zusammengewürfelte Buntscheckigkeit aufgedrungener geschichtlicher Einflüsse, aufgeputzt mit modernen Kulturfetzen. Das ganze Land ist ein entlegener Weltwinkel, eine Rumpelkammer der Kulturen zweier entgegengesetzter Gesittungsgebiete. Die Sprache ein Wirrwarr von lateinischen und slawischen Wurzeln. (In der Tat weist das Rumänische über zehntausend namentlich bulgarische Wurzeln auf.) Der Charakter des Volkes ist Unselbständigkeit bis zur Hilflosigkeit. Infolgedessen Abhängigkeit nach allen Seiten und Unbeständigkeit in Ausgang und Ziel. Nichts Eigenes und Geschlossenes, dafür ein irres Umherstolpern zwischen den unvereinbarsten Kulturelementen, ohne feste Richtung. Die Rumänen wissen nicht, von wannen sie kommen und wohin sie gehen. Sie sind einer völkischen Schuttmoräne vergleichbar, ihre aus vielerlei Springfluten überquellender Wandervölker gebildete Blutmischung bedingt es, daß jeder Lebensäußerung des Rumänentums als typischer Zug jene Zwitterhaftigkeit anhaftet, die uns als Charakterschwäche und Wurzellosigkeit anmutet. Dieses haltlose Wanken, diese Unausgeglichenheit und bodenlose Zwiespältigkeit, dieser schaukelnde Opportunismus tritt auf allen Gebieten hervor, in Politik und Synagoge am Kotibuser Ufer zu Berlin — Gesamtansicht

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