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Ost und West · 1916-06-01 · Heft 6-7 (Juni-Juli 1916) · p. Seite 241 - 242

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Journal
Ost und West
Volume
16 (1916)
Issue
Heft 6-7 (Juni-Juli 1916)
Article
Der Plan des Panslavismus zur Lösung der Judenfrage
Date
1916-06-01
Page
Seite 241 - 242 (sequence 7)
Language
German
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241 Der Plan des Panslavismus zur Lösung der Judenfrage. 242 Gewissen, der Staat darf ihnen die religiösen Ueberzeugungen auferlegen, die er für sie und ihre Zukunft als die vorteilhaftesten betrachtet. Tut der Staat etwas anderes, wenn z.B. Kinder im zarten Alter dem Elementarunterricht nach seinen Methoden und durch seine Lehrer unterwirft?" Gerechter kann man nicht sein. Das ist das Programm zur - V: Lösung der Juden- : frage, welches als die offizielle Ueberzeugung der aufgeklärten Reaktion in Rußland betrachtet werden muß. Es ist vor allem unblutig, verwirft den Pogrom, die gewaltsame Unterdrückung, die Massenaustreibung, alles, was mißliebiges Aufsehen erregt und Proteste veranlaßt. Man kann sagen, daß keine Partei in Rußland Grund hätte, dagegen sich mit besonderer Energie aufzulehnen. Die panslavistischen Instinkte sind jetzt in Rußland die herrschenden, sie haben sogar die äußerst (Nach einer Radierung) Gustav Schneider, San Gimignano, Türme links stehenden Parteien ergriffen und durch den Glanz des Bündnisses mit den „höchstzivilisierten demokratischsten Mächten der Welt" ist ihnen der Stempel der Fortschrittlichkeit, der Demokratie und der Humanität aufgedrückt worden. Freilich ist dieses Programm nur eine Utopie, gleichwie der ganze Panslavismus, dessen Bestandteil es bildet. Nehmen wir an, Rußland hätte alle äußeren Hindernisse gegen seine Verwirklichung überwunden, und schritte daran, ihn in die Tat umzusetzen, so würde das ganze Phantasiegebäude in Staub und Asche zerfallen. Aber was für Unheil ange- ' richtet werden kann auf dem Weg zur Utopie, das zeigt uns dieser Krieg. Sollte sein Ausgang eine Stärkung statt einer Vernichtung der panslavistischen Idee bringen, so wird das oben dargelegte Programm der Weg zur Lösung der Judenfrage sein, den man in Rußland, im Einvernehmen mit der Entente, beschreiten wird.

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