Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 16 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Article
- Kriegsskizzenbücher
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 27 - 28 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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27 Dr. Karl Schwarz: Kriegsskizzenbücher. 2a Ernst Oppler, Dorfstraße in den Karpathen zen Lebens diesen Bedrückten die Beschäftigung mit der Schrift der einzige Trost gewesen, so suchen sie auch in diesen schweren Zeiten, da der Kriegslärm bis in ihre armseligen Kammern dringt, bei ihr Zuflucht. Dort, in ihren Lehrhäusern, leuchten ihre müden Augen wieder auf, da vergessen sie die Not des Augenblickes und fühlen sich sicher und geborgen. Und von der Etappe geht es hinaus zur Front. Die Qualen und Leiden des Gebirgs- und Winterkrieges werden in zahlreichen Blättern dargestellt. Das mühselige Ueberschreiten des Passes, die Pferde und Lasttiere, die oft im Schnee zusammensinken oder am Wege erschöpft verenden. Ruhige Landschaftsbilder wechseln mit lebhaft bewegten Szenen. Und schließlich kommen wir bis in die Feuerstellung, wo die schweren Mörser ihr schaurig dumpfes Dröhnen vernehmen lassen. Opplers Skizzen sind Momentbilder; in ihnen erscheinen die Dinge wie vom Blitzlicht erhellt. Szene folgt schnell auf Szene. Eine ständige Bewegung, ein Vorbeihuschen. Und diesem filmartigen Abrollen der Erscheinungen entspricht auch die Technik, die in seltener Meisterschaft das Vibrierende und Momentane zum Ausdruck bringt. — Beredter als Worte schildern diese beiden Künstlerbücher das grausame Walten des Krieges. Sie werden auch später, wenn die Zungen derer verstummt sind, die all das miterlebt, Zeugnis ablegen von der Not und dem Jammer, und vor allem von dem stillen Dulden unserer Olaubensbrüder.