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Ost und West · 1914-08-01 · Heft 8 (August 1914) · p. Seite 605 - 606

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Journal
Ost und West
Volume
14 (1914)
Issue
Heft 8 (August 1914)
Article
Die Israeliten in Rumänien
Date
1914-08-01
Page
Seite 605 - 606 (sequence 3)
Language
German
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Die Israeliten in Rumänien. 606 Nur uns, uns eingeborenen Juden, wird die Gleichheit verweigert. Seit ungefähr einem halben ahrhundert werden wir in politischer und wirtschaftlicher Sklaverei gehalten; wir werden morai'sch und materiell gedemütigt und täglich in unseren . lenschengefühlen verletzt. Den Gesetzen und den alten Landesbräuchen i ntgegen sind wir zu Fremden gestempelt worden. Pas hat fürchterliche Folgen für uns gehabt. Zehn- .usende von Juden sind aus dem flachen Lande 1 ertrieben worden, andere wurden zur Auswanderung gezwungen. Zu Hunderten sind uns die : xistenzmittel geraubt worden. Eine ganze Beölkerung ist in wenige wirtschaftliche Erwerbszweigie < ngekreist worden, und auch dort noch wird sie; litleidslos verfolgt. Deshalb vegetiert auch die . lehrzahl der Juden im schwärzesten Elend. Die Alten im Lande hatten vorausgesetzt, daß •vir uns unter Beihilfe der Schulen und der Armee i em übrigen rumänischen Volk assimilieren würden, i.nd wir haben dieser Annahme mit Begeisterung zugestimmt. Nur wenige Jahre waren verflossen, ca hat man uns aus den Schulen vertrieben und i.at unseren im Heere dienenden Söhnen eine unglaubliche Stellung geschaffen. Wir haben uns nicht; eweigert, uns zu assimilieren, aber die Assimiliei ung ist uns durch die Gesetze und alle rnög-! chen anderen Mittel geweigert worden. Jahrzehnte-! mg ist eine Beseitigungspolitik uns gegenüber anl ewendet worden. Wir haben das Bewußtsein, daß vir sie in keiner Weise verschuldet haben. Da i i,an uns aus den Schulen verwiesen hat, haben wir unsere eigenen rumänischen Schulen begründet, c ) daß die gegenwärtige jüdische Generation nach i ..'der Richtung rumänisiert ist. Wir haben unsere tiefe, unerschütterliche Ani inglichkeit an das Land bewiesen und haben trotz : ler Verfolgungen, denen wir zum Opfer gefallen - iid, niemals aufgehört, es zu lieben, denn es ist i iiser Vaterland, das Land, in dem wir geboren >nd und in dem wir leben. Unser Herz, unser f eist und unsere Interessen sind mit ihm verknüpft. I n Jahre 1877 sowohl wie im Jahre 1913 sind die ■ ngeborenen Juden mit derselben Begeisterung der I riegsdrommete gefolgt wie ihre rumänischen Brüder. Wir flehen Sie an, Gerechtigkeit an uns zu; Den und den Beschluß zu fassen, daß die ein- -borenen Juden, das heißt, solche Juden, die im : inde geboren und keinem fremden Schutz unterstehen, Söhne dieses Landes und rumänische Bürger werden. Von jeher und bis jetzt haben wir dem Vaterland gegenüber unsere vollständigen Pflichten erfüllt, wie es alle guten Rumänen tun. Wir haben dieselben Steuern, denselben Blutzoll zu leisten, deshalb gehört es sich auch, daß wir dieselben Rechte genießen wie die rumänischen Bürger. Nur wer uns nicht kennt, kann unsere Forderungen bekämpfen und uns mit Parteilichkeit beurteilen. Bis zum heutigen Tage ist noch keine offizielle Enquete veranstaltet worden, um herauszufinden, auf welcher Seite die Wahrheit ist. Es ist hohe Zeit, daß unsere Forderungen ein offenes Ohr finden. Die Ungerechtigkeit hat schon zu lange gedauert. Das höhere Interesse des Landes, sein moralisches Interesse und sein Prestige nach außen verlangen, daß der Ungerechtigkeit ein Ende gemacht werde, daß die wirtschaftliche und politische Befreiung des Bauernstandes und die Emanzipation der eingeborenen jüdischen Bevölkerung endlich zustande komme. . Prüfen Sie diese Dinge unparteiisch und Sie werden zu der Ueberzeugung gelangen, daß das Land durch diese Befreiungstat nur gewinnen kann. Der Artikel 7 der Verfassung geht uns nichts »an, denn er regelt nur die Lebensbedingungen der wirklichen Fremden, während wir überhaupt keine Fremden sind. Die Judenfrage kann ihre Lösung in einem der zahlreichen Paragraphen finden, deren Revision Ihnen unterbreitet werden soll. Wir haben die Hoffnung, daß die Gerechtigkeit unserer Sache Ihnen klar geworden ist, daß Sie den Appell der eingeborenen jüdischen Bevölkerung erhören und den Beschluß fassen werden, daß ihnen dieselben Rechte zustehen, die die Rumänen genießen." Rumänische Bürger! Viele von euch kennen uns und sind überzeugt, daß wir die Erfüllung unserer Forderungen wohl verdienen. Wir bitten alle, die uns nicht 'kennen, die Frage wohl zu studieren, ehe sie sich darüber aussprechen, und wir bitten sie, uns nicht zu verurteilen, ehe sie uns gehört haben. Wüsten en jedermann zur Erteilung der erforderlichen Auskunft zur Verfügung. Wir haben den Wunsch, die rumänische öffentliche Meinung aufzuklären, damit wir uns auf sie stützen können und damit unser Vorgehen bei den Mitgliedern der Konstituante größeren Widerhall finde. Nächst den musikalisdienGenüssen ird man an IhrenEmpfangsabenden den Genufe einer würzig aromatischen Salem Aleikum oder mild dufremden Salem Gold -ugaretre am meisten zu schätzen wissen SALEM ALE1KUM SALEM GOLDSÄ Srv „ . / Preis N-3)i 4 5 6 6 IQ Ciwaöyukytei 3*456010 Pfg. ±st<±. R-wmiVftw» Opienf.Tabak-u.QigareÄ: Jhh.Hugo2ßfeJloflieferanl tcmirui nrma Fabrikyenidze:Bresdm i|p S.M.d.tfomgs von Sachsen Trustfrei! Zu haben in den besseren Cujarren- Geschaffen

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