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Ost und West · 1914-08-01 · Heft 8 (August 1914) · p. Seite 569 - 570

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Journal
Ost und West
Volume
14 (1914)
Issue
Heft 8 (August 1914)
Article
Die jüdische Abteilung auf der Stuttgarter Ausstellung für Gesundheitspflege
Date
1914-08-01
Page
Seite 569 - 570 (sequence 1)
Language
German
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69 Dr. Kroner: Die jüdische Abteilung auf der Stuttgarter Ausstellung für Gesundheitspflege. 570 3IE JÜDISCHE ABTEILUNG AUF DER STUTTGARTER AUSSTELLUNG FÜR GESUNDHEITSPFLEGE. Von Dr. Krön er, Oberdorf- Bopfingen. Die Stadt v tuttgart hat i un auch ihre! iygiene? Aus? eilung 1 Am n. Mai dieses Kihres ist sie feierlich von uem König von Württemberg er öffnet wor? Jen. Diesmal ^eht die Aus? Teilung nicht von Gelehrten oder tonange?!enden In? dustriellen, andern von der Stadtvers altung aus, : ohl schon ein beredtes / eichen dafür, u iß der Wert Die „Sabbatstube" in der Stuttgarter Ausstellung eer Hygiene für die bürgerliche Wohlfahrt besonders ner Großstadt nicht hoch genug bemessen werden ■ mn. Gewiß war dieses Kriterium auch für Dresden mit maßgebend, aber der Süden hatte sehr weit bis : r Hauptstadt des Königreiches Sachsen, und gerade e breite Masse des Volkes, die soviel hygienische Er? : ehung braucht, konnte sich den Besuch einer so kost? ieligen Ausstellung nicht so leicht gestatten. Diesem cdürfnis hat wohl gerade der Leiter der Stutt? rter Ausstellung, Herr Dr. med. Ingelfinger, der auch i der Dresdener Ausstellung in hervorragender Weise teiligt war, in erhöhtem Maße Rechnung getragen, als den Gedanken einer besonderen Ausstellung für esundheitspflege faßte. Und es ist wahr, die populäre nterweisung aller Volks? hichten in den für das Zu? nmenleben in der Stadt so ■gemein wichtigen sanitären ■rderungen kann nicht oft *iug vorgenommen und cht instruktiv genug in der 1 »rmeinesAnschauungsunter? i'-chtes vorgeführt werden. 1!ese Aufgabe hat sich der v nannte Leiter und mit ihm '-;e Stadtverwaltung gestellt, d wie wir sagen müssen, -asterhaft durchgeführt. Um so größere Freude wpfinden wir Israeliten dar? ^er, daß auch die jüdische Hygiene zur Illustrierung ~~ Die „Ritualküche" in der der Bedeutung der Gesamt? hygiene bei dieser Aufgabe herangezogen und als fester historischer Kulturfaktor der wissen? schaftlichen Lehrabteilung derAusstellung eingefügt wer? den sollte Der erste Konser* vator des Lan? des, Herr Pro* fessor Dr. Goß? ler, war es, der die Aufmerk? samkeit der be? teiligten Kreise auf die Wich? tigkeit der Auf? nähme der jüdi^ sehen Hygiene in das Gesamtbild aller hygienischen Kultur? demente hinlenkte. Die Gestaltung der jüdischen Abteilung stieß aber immerhin auf nicht unbeträchtliche Schwierig? keiten. Einmal sollte nicht ohne weiteres eine Kopie von Dres? den geschaffen werden, etwas Besonderes, Originelles lautete hier die Parole, dann sollte vorwiegend spezifisch Württem? bergisches berücksichtigt werden, drittens stand für den Zweck nicht viel Raum zu Gebote. So war eine be? stimmte Marschroute gegeben! Als Krönung des Ganzen, als Inbegriff der jüdischen Gesundheitslehre überstrahlt in einem Mogen?Dovid?Embleme die jüdische Koje der Spruch: ,,LJnd wähle das Leben, damit du lebest, du und dein Nachkomme (Deuter. 30, 19). Dieser Devise folgend sollten die wichtigsten hygenischen Gedanken des Juden? tums ihre Darstellung fin? den. Die Sabbathruhe, die rituelle Kost, die Beschnei? dung, die verschiedenen Rein? heitsvorschriften mußten un? bedingt Form und Ausdruck gewinnen. So entstand eine Sabbathsstube, anlehnend an das Oppenheimersche Motiv, eine Ritualküche mit äugen? fälliger Teilung in fleischige und milchige Kost, im Mittelpunkt derselben ein wichtiger religiösshygienischer Akt, das Salzen und Begießen des Fleisches. Die rituelle Vorschrift des Tauchbades Stuttgarter Ausstellung illustriert besonders ein schön

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