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Ost und West · 1914-05-01 · Heft 5 (Mai 1914) · p. Seite 343 - 344

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Journal
Ost und West
Volume
14 (1914)
Issue
Heft 5 (Mai 1914)
Article
Die altorientalische Geisteskultur
Date
1914-05-01
Page
Seite 343 - 344 (sequence 4)
Language
German
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343 Karl Schwarz: Max Westfeld. 344 der Juden ihn nicht mit seiner Strafe ereile, so ist das streng stilgerecht gedichtet. Denn man nahm im alten Orient entsprechend den sieben Himmeln auch sieben Meere, an.1) 1) Auch von sieben Palästina umgebenden Meeren ist an mehreren rabbinischen Stellen die Rede. Die von Jeremias (S. 61) nur vermutete Siebenteilung des Ozeans ist damit also unumstößlich erwiesen. Eine Erforschung des rabbinischen Wörterbuches nach dieser Richtung hin würde nicht nur lexikalisch, sondern auch religionsgeschichtlich überraschende Ergebnisse liefern, und jedenfalls einen wertvolleren Beitrag zur Kunde der altorientalischen Geisteskultur darstellen als alle polemischen und apologetischen Schriften, die uns der Babel-Bibel- Streit seit mehr als zehn Jahren beschert hat. MAX WESTFELD. Von Karl Die Entwicklung der deutschen Kunst im letzten Jahrhundert hat vornehmlich in drei Brennpunkten die junge lernende Generation vereinigt und dieser — je nach der Wahl der Ausbildungsstätte — den Stempel aufgedrückt. Die Akademien zu München, Düsseldorf und Berlin (neben dem unbedeutend deren Dresden) genießen noch heute den Vorzug der allerhöchsten Protektion und erfreuen sich eines starken Besuches. München besaß die bedeu* tendsten Lehrkräfte über eine Reihe von Künstlern ersten Ranges, deren Schülerklassen und Meisterateliers das ersehnte Ziel vieler bilden. In Berlin regiert seit über einem Menschen* alter mit zäher Aus* dauer Anton von Werner, dessen Name das Pro* gramm dieser Königlich Preußi* sehen Akademie zur Genüge kenn? zeichnet. Düssel? dorf hat seine Machtstellung ein* gebüßt und lebt von dem Ruhme ver* gangener Tage, da das Genre der er* klärte Liebling war. Was aber alle diese Institute gemein* sam haben, was die Gefahr jeder Akademieaus* bildung ist, und was vielen Werdenden zum Unheil wird, ist die allzu schablonenhafteEr* ziehung zur Kunst und verfügt auch heute noch Schwarz. in den Schülerklassen und die zu große Abhängig* keit und zu starke Beeinflussung der sogenannten Meisterschüler. Es ist daher stets freudig zu begrüßen, wenn ein jüngerer Künstler die Kraft besitzt, die Spuren seiner Akademiejahre bald zu verwischen und seine eigene Individualität zum Ausdrucke zu bringen. Max Westfeld war zehn Jahre lang Schüler der Düsseldorfer Akademie. Professor Peter Janssen, der Historienmaler, und der Schöpferder modernen Kirchenmalerei Max Westfeld Düsseldorf. Manicure. Eduard v. Gebhardt, waren seine Lehrer. Nach Ab* Schluß der Gym* nasialzeit war er, um eine lang ge* hegte Lieblingsidee zu verwirklichen und sich etwas in der Kunst auszu* bilden, zu ihnen ge* kommen. Er ent* schließt sich zu einem gründlichen Studium und er* wirbt eine feste Grundlage des technischen Könnens. Anfangs natürlich ist noch die Leitung des Meisters zu er* kennen, aber schnell findet er sich selbst und wirft alle Krücken von sich, um eigene Wege zu wandeln, die, diktiert durch die persönlicheVer* anlagung, eine den Lehrern geradezu diametrale Rieh* tung einschlagen. — Westfeld ist eine.

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