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Ost und West · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. Seite 127 - 128

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Journal
Ost und West
Volume
14 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Article
Die jüdische Gemeinde von Triest
Date
1914-02-01
Page
Seite 127 - 128 (sequence 2)
Language
German
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127 Prof. A. Freud: Die jüdische Gemeinde von Triest. 12S Neue Synagoge in Triest (Seitenfassade). in einer ihm von der Kommune zugewiesenen Wohnung. Es stand den Juden frei, sieh (nicht christliche) Sklaven zu halten (der Besitz von Sklaven war in Triest und Istrien im 14. Jahrhundert allgemein); ob sie auch von diesem Rechte Gebrauch machten, -wissen wir nicht zu sagen; ebenso durften sie eigene Häuser besitzen. Seit dieser Zeit — die freie Stadt war 1382 unter Habsburgs Schutz geflüchtet — scheint sich die rechtliche Lage der Juden verschlechtert zu haben und 1451 wurde auch das äussere Zeichen, der gelbe Fleck, von Friedrich III. den Juden von Triest vorgeschrieben. Erwähnenswert ist Isaak Morpurgo (R. Isaak Triest). Wie Graetz berichtet, gehörte er zu der jüdischen Abordnung an Kaiser Maximilian I., welche August 1509 gegenüber den bekannten Verleumdungen des Täullings Pfefferkorn gegen das jüdische Schrifttum die jüdische Sache verfocht. Und wenn der wankelmütige Kaiser, der ursprünglich auf Seite der Ankläger stand, schon im November desselben Jahres sich der jüdischen Sache gewogen zeigt, so scheint die Gunst, deren sich Isaak Triest bei Maximilian erfreute, hierbei wesentlich mitgewirkt zu haben. Denn vom 16. Oktober des Jahres 1509 ist der kaiserliche Erlass datiert, in welchem unserem R. Isaak und seiner Familie für besondere Verdienste wichtige Privilegien eingeräumt werden: sie werden besonderem Schutze und der direkten Rechtsprechung des kaiserlichen Hauses unterstellt, von allen Abgaben befreit und erhalten das Recht, Waffen zu tragen, sowie vollste Freizügigkeit. Der Name Morpurgo (italianisiert aus Marburger) ist übrigens heute einer der weit verbreitetsten unter den Triest er und italienischen Juden. Schon vor alters gab. es natürlich ein Judenviertel, ein richtiges „Ghetto". Der gegenwärtig ,,Ghetto" geheissene Teil der „Altstadt", bestand erst seit 1696. Kandier, der bekannte Geschichtsschreiber von Triest, kann sich nicht genug darüber wundern, dass die Juden selbst mit allen Mitteln remonstrierten, als die Regierung 1785 daran ging, die Ghettotore nieder - zureissen. Vier Jahre vorher (1781) waren die Juden befähigt worden, die Stelle von Deputierten an der Triester Börse zu bekleiden — ein Beweis für die bedeutende Rolle, die sie im Handel spielten. 1812 schon folgte die politische Emanzipation — seit damals gibt es jüdische Munizipalräte — und 1841 kaufte der Stadtmagistrat — ein in der jüdischen Geschichte

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