Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- Berichtigung
- Date
- 1910-12-01
- Page
- Seite 827 - 828 (sequence 1)
- Language
- German
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827 828 NV\vv..... '•"•»itf ttii ™ MITTEILUNGEN ™ aus dem Deutschen Bureau der jfl AllianceJsraelite Universelle nra nr ows^ BERUM.M 2^. BERICHTIGUNG. r In verschiedenen jüdischen Zeitungen wurden in letzter Zeit Angriffe gegen die Alliance Israelite Universelle erhoben. Die Strassburger Israelitische Wochenschrift brachte von ihrem Berliner Mitarbeiter unter der Ueberschrift „Die Umstimmigkeiten in der Alliance Israelite Universelle" einen Artikel in zwei aufeinanderfolgenden Nummern, in dem der Vorwurf erhoben wurde, dass die Alliance ihre ganze Tätigkeit nur dem Schulwerk zuwende, während sie ihre Aufgabe „Ueberall für die Gleichstellung und für die Hilfe bedrängter Juden einzutreten" vernachlässige. Zwecks Richtigstellung dieser Angaben wurde von dem Generalsekretär der A. I. U. in Paris, Herrn Bigart, in der genannten Wochenschrift ein Schreiben veröffentlicht, das folgenden Wortlaut hat: Paris, den 13. November 1910. Herr Chefredakteur, Ihr Berliner Mitarbeiter hat der Alliance Israelite Universelle und den gegenwärtig zwischen der Hauptleitung und der Deutschen Conferenzgemeinsehaft schwebenden Fragen in den Nummern vom 3. und 10. November der „Wochenschrift" zwei Artikel gewidmet, in denen sich zahlreiche tatsächliche Irrtümer finden. Wir wollen heute nur die wesentlichen Punkte derselben einer Besprechung unterziehen. Was die Beziehungen zwischen dem Central- Comite und der Deutschen Conferenzgemeinschaft betrifft, so können wir momentan auf eine öffentliche Besprechung derselben nicht eingehen, weil man gegenwärtig beiderseits bemüht ist, zu einer Verständigung zu gelangen. Die hauptsächlichsten Vorwürfe Ihres Mitarbeiters lassen sich kurz dahin zusammenfassen: A) Die Alliance verwendet nur lächerlich geringe Summen für das Hilfswerk zu gunsten der Israeliten, die in ihrer Eigenschaft als Israeliten zu leiden haben. B) Sie schreitet nicht mehr wie früher ein zu gunsten unserer verfolgten Glaubensgenossen. C) Sie verwendet ihre Mittel fast ausschliesslich für das Schulwesen. A) Ihre Nummer vom 10. November bringt selbst eine Erwiderung auf die beiden ersten Punkte, indem sie unter „Letzte Nachrichten" einerseits die Sendung von Hilfsmitteln an die Juden von Chiraz in Persien, deren Viertel verwüstet worden ist, und in Tripolis, wo die Cholera wütet, berichtet, und anderseits die Intervention der Alliance bei dem französischen Ministerium des Auswärtigen zu gunsten der verfolgten Juden in Chiraz erwähnt. Wir könnten hinzufügen, dass wir, seitdem Sie diese Notiz veröffentlicht haben, unseren beklagenswerten Brüdern jener Gegenden neue Hilfsmittel überwiesen haben. Aber mehr als jede Erörterung mögen Zahlen beweisen; erlauben Sie uns, an dieser Stelle eine kurze Uebersicht zu geben über die Mittel, die wir seit einigen Jahren für das eigentliche Unterstützungswesen aufgewendet haben. 1. Für die Juden in Russland: von 1881—1890 . 2021000 Fr. von 1890-1900 . 1214000 Fr. von 1900-1910 . 2187790 Fr. 2. Für die Juden in Rumäaien: von 1900—1910 . 1829450 Fr. 3. Für die Juden in Persien: (nur für Unterstützungen seit 10 Jahr.) 58000 Fr. 4. Für die Juden in der Türkei: (nur für Unterstützungen von 1890 bis 1910 ..... 289000 Fr. 5. Für die Juden in Marokko: von 1890—1910 . 390000 Fr. 6. Wir übergehen die beträchtlichen Opfer, welche zur Bekämpfung des Antisemitismus in seinen verschiedenen Aeusserungen und in den verschiedenen Ländern, besonders in Deutschland und