Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- Leopold Stein
- Date
- 1910-12-01
- Page
- Seite 825 - 826 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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825 Dr. Seligmann (Frankfurt): Leopold Stein. historische Struktur des altsynagogalen Gottesdienstes beibehielt. Die Gebetbücher für die Westend-Union gehören zu den hervorragendsten liturgischen Schöpfungen des vorigen Jahrhunderts und werden bleibenden Wert behalten. Am 5. November 1880 bereiteten ihm Freunde und Verehrer zu seinem siebzigsten Geburtstag ein hohes Freudenfest, das seine erwärmenden Strahlen auf seinen ganzen Lebensabend warf. Zwei Jahre später, am 2. Dezember 1882, starb er. Vom Glanz der Poesie umstrahlt wird er in seinem Wirken und in seinen Werken, vor allem in der „Schrift des Lebens" weiterleben als eine der edelsten, gesinnungstüchtigsten, warmherzigsten Persönlichkeiten unter den Rabbinen des vorigen Jahrhunderts, treu und frei, voll glühender Liebe zum Judentum, voll edlen Dranges, dasselbe so umzuformen, dass es wieder werde zur Weisheit und zum Ruhmeskranze seiner Bekenner. SCHACH. Redigiert von Dr. Emanuel Las k er. Gegenwärtig findet in Berlin ein Match um die Weltmeisterschaft zwischen mir und dem französischen Kämpen Janowski statt. Mein Partner hat eine Art, Schach zu spielen, die den Schachfreund interessieren muss. Unabhängig sucht er das Schöne, Geistreiche, Tiefe und Versteckte. Leider geht er darin zu weit. Dem Gewöhnlichen schenkt er nicht die geringste Aufmerksamkeit. Zwar gibt dies seinem Spiel einen ganz besonderen Reiz, ist zugleich aber auch sein wunder Punkt. Das Gewöhnliche leistet eine Menge notwendiger Arbeit, und es hat dadurch einen unverletzlichen Anspruch auf Achtung und Beachtung. Der, Engländer hat keinen höheren Lobspruch für einen tüchtigen Menschen, als wenn er dessen „common sense" preist. Dies Wort, jetzt gesunder Menschenverstand übersetzt, heisst ursprünglich Sinn für das Gemeine. Der ist ein Schutz gegen die verführerischen Eigenschaften gleissender Falschheiten. Vierte Partie des Matches. Nachdruck verboten. Lb7—df> Weiss: D. Janowski. 1) d2—d4 2) Sgl—f3 3) c2—c4 4) e2—e3 5) Lfl— d3 6) 0—0 7) Ld3xc4 Schwarz: E. L a s k e r. d7—c!5 Sg8—f6 e7—e6 c7—c5 Sb8—c6 d5xc4 a7—a6 Um mit b7—b5 das Tempo zur Entwicklung des Läufers über b7 zu gewinnen. 8) a2—a4 .... Hindert die Absicht, schafft jedoch eine Lücke auf b4, wo nun die schwarzen Figuren in Sicherheit Posto fassen können; 8) . . . . Lf8—e7 9) Sbl— c3 0—0 10) b2—b3 c5xd4 11) e3xd4 Sc6—b4 Soll den Vorstoss d4—d5, der die Diagonale des L'ufers auf b2 verlängern würde, ein für allemal hintertreiben. 12) Lei—b2 b7—b6 13) Ddl—e2 Lc8—b7 14) Tal—dl Sf6—d5 15) Sf3—e5 Sd5—f4 16) De2—g4 Sb4—d5 Weiss hat sehr gesciiickt den g-Bauern indirekt verteidigt. Geschähe hier Sf4xg2, so käme d4—d5 mit vernichtendem Angriffe, da zwei wichtige Linien, die des Lb2 und des Tdl, sich gleichzeitig öffnen würden. 17) Sc3xd5 Sf4xd5 18) Tfl—el Le7—b4 19) Tel—e2 Ta8—c8 20) f2—f4 Tc8—c7 Der Turm nimmt hier eine wichtige Verteidigungsposition ein. 21) f4—f5 .... Er übersieht die nun folgende Kombination, oder schätzt ihren Ausgang falsch ein. 21) ... . h7—h5 Gewinnt den Bauern f5, es sei denn, dass Weiss die Qualität opfert. 22) Dg4xh5 Sd5—f4 23) Dh5—g4 Sf4xe2f 24) Dg4xe2 e6xf5 25) De2—h5 .... Droht vernichtend Seo—g6. Geschah Se5—g6 zuerst, so hätte Tc7xc4 26) Dc2xc4, Dd8—g5 folgen müssen. 25) ... . 26) Tdl—d3 .... Nun ist Td3—1x3 die Drohung. 26) ... . " f7—fG 27) Td3—h'3 .... Wenn 27) Se5—g6, Ld5xc4; 28) b3xc4, Dd8—e8 und gewinnt leicht. 27) ... . f6xe5 28) Dh5—h7f Kg8—f7 29) Dh7xf5f Kf7—e8 30) Df5—höf .... Wenn DfoXeöf, Tc7—e7 steht Weiss unter dem Matt Te7—el. 30) ... . Ldö—H 31) Dh5xe5f Dd8—e7 Aufgegeben. Unser Problem No. 10 wird gelöst durch 1) Kf3—f2. Es droht nun: 2) Db3—h3 matt. Nach den verschiedenen Antworten des Schwarzen ergeben sich die folgenden Varianten: I. 1) Da8—a7| 2) Td5—d*4 matt. IL 1) Sc8—d6 2) Td5—e5 matt. III. 1) Sc8xe7 2) Sg6—f8 matt. IV. 1) Lg5xe7 2) Sg6—f4 matt. V. 1) Lg5—e3f 2) Db3xe3 matt. VI. 1) Da8xd5 2) Db3xd5 matt. Auf jeden anderen Zug: 2) Db3—h3 matt. Wir haben geglaubt, die vorstehende Lösung noch einmal bringen zu sollen, obwohl Problem No. 10, wie einige unserer Leser gemerkt haben, als Problem No. 5 schon im Maiheft veröffentlicht war. Wir bitten, dieses bedauerliche Versehen, das mit der Abwesenheit Dr. Laskers in Argentinien zusammenhängt, gütigst zu entschuldigen. Problem No. 11. Von A. Stepanow. (Schwarz 6 Figuren). HP HP Wß §§§ w§ J/ HP Ä fH ■ 'AffiM ■ ■ s wt' Ä HP %m t HP Hl « Ä X r HP iH HP i vMa, M Iii ■^ßff'' m WM ■ ■ (Weiss 7 Figuren.) Weiss zieht und setzt in zwei Zügen Matt.