Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1910)
- Article
- M. A. Klausner
- Date
- 1910-10-01
- Page
- Seite 679 - 680 (sequence 1)
- Language
- German
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679 680 ^MiTTEiLUNBEM'''^ ao& dem Deutschen Bureau der S Alliance Jsraelile Univeiselle nomoOTj BERUM.N 2**. ^»IBT 0ranienDurgersrc4?*3 M. A. KLAUSNER. Am 7. September raffte ein Strassenunfall M. A. Klausner aus dem Leben. Die Trauer der Hunderte, die um seine Bahre sich drängten, teilt die Judenheit der ganzen Welt. Nicht ohne Grund. Tausenden hat er geholfen und Tausende hat sein Tod ihrer besten Hoffnung beraubt. Und in der Tat, so yielen zu helfen, wie es der Verschiedene konnte, ist wenigen gegeben. Zu helfen war ihm Bedürfnis, nicht bloss Pflichtgefühl. Im Wohltun suchte und fand er die höchste Selbstbeglückung. Und auch im Wohltun, wie in allem was er unternahm, machte sein überragender Geist sich geltend. Er hatte vielfach G-elegenheit, sich Hochmögende zu verpflichten, und diesen legte er ohne Zögern die Verpflichtung auf, sich seiner Schutzbefohlenen tatkräftig anzunehmen. Allen zugänglich, die. seine Hilfe in Anspruch nahmen, waren es besonders die Aermsten der Armen, denen zu oft auch die Türen der Mildtätigen sich verschlossen, die er mit Einsicht und Nachsicht zu behandeln und aus ihrem Elend zu ziehen verstand. Nicht leicht wird dieDeutsche Conferenz-Gemeinschaft der Alliance Israelite Universelle, deren bedeutendster Förderer und Mitarbeiter er jahrelang gewesen, Ersatz für ihn finden. Ein geistiger Heros wie er, und so von M. A. Klausner. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. wahrer Menschenliebe erfüllt, wird nicht alle Tage geboren. Ein Grundzug des Wesens und Charakters des Verstorbenen war seine leidenschaftliche Liebe für das Judentum, sein Stolz auf erlauchte Ahnen*), die in vielen Werken seines Lebens Ausdruck fanden und auch aus einem Briefe sprechen, den er im Jahre 1896 an Herrn Anton Lewin, dem damaligen Besitzer der später von Klausner redigierten „Israelitischen Wochenschrift" schrieb, als dieser in seinem Blatte dem Andenken von Klausners Mut ter ehrende Worte widmete. Es heisst in diesem Brief u. a.: „Ich habe das Gefühl der Beschämung, dass mir, dem Nachfahren hervorragender Männer, nur so Geringes zum Euhme nachgesagt werden kann, mehr noch: dass der Anschein entstehen möchte, als ob ich dies Geringe für gleichwertig dem hielte, was jene getan haben. Sie selbst wissen es besser;. Sie wissen, dass mir der Ehrgeiz versagt ist, den Vorfahren an Geist und Wissen zu gleichen, dass. ich mich begnügen muss,. in der begeisterten und innigen Liebe zum Judenthume neben ihnen zu stehen, die durch Jahrhunderte seine Führer gewesen sind." Geboren in Kobylin, am 24. Nov. *) Wir reproduzieren in der vorliegenden Nummer gleichzeitig eine Keine von Porträts der Vorfahren des Verewigten-