Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1910)
- Article
- Das Germanentum in der klassischen deutschen Litteratur
- Date
- 1910-10-01
- Page
- Seite 655 - 656 (sequence 1)
- Language
- German
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655 656 DAS GERMANENTUM IN DER KLASSISCHEN DEUTSCHEN LITTERATUR. Von einem wirklichen Deutschen. Nachdruckverboten. I. Grundlegung. Das Genie ist germanisch. Dieser Satz ist in letzter Zeit von den Wortführern des Rassentums so oft und so nachdrücklich wiederholt worden, dass daran zu zweifeln bereits ein Zeichen von Unbildung ist. Die Wissenschaft vom germanischen Menschen, wir dürfen es mit Stolz aussprechen, steht überall in herrlicher Blüte, und wer heute noch den Satz leugnet, dass für die Begabung und die Leistungen der Völker ihre Blutmischung oder, genauer gesagt, der mehr oder weniger grosse Prozentsatz an blonder Rasse das Entscheidende ist, der läuft Gefahr, sich lächerlich zu machen. Was Gobineau vor mehreren Jahrzehnten ahnend verkündete, das ist durch Houston Stewart Chamberlains grosses Werk „Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts" gesicherter Besitz der Wissenschaft geworden. Uns Nachzüglern bleiben nur noch zwei Aufgaben: die nähere Begründung der Einzelheiten und die praktischen Folgerungen. Auch damit ist schon ein Anfang gemacht, einerseits durch Woltmanns Spezialuntersuchungen, wie „Die Germanen und die Renaissance in Italien" und „Die Germanen in Frankreich", andererseits durch einen bisher noch nicht genügend bekannten und gewürdigten Deutsch-Oesterreicher, Josef Ludwig Reimer, der durch sein Buch „Grundzüge deutscher Wiedergeburt" sich das Verdienst erworben hat, die Frage aufs politische Gebiet hinüberzuleiten. Man hat« jetzt bis ins einzelne hinein nachgewiesen, wie weit der Einfluss des Germanentums reicht. Hier hat sich der alte Satz bestätigt, dass man etwas nur unentwegt immer wiederholen muss, um schliesslich damit durchzudringen. So wissen wir jetzt, dass alles Grosse, was z. B. die Romanen hervorgebracht haben, ihnen von der Handvoll Germanen gekommen ist, die zur Zeit der Völkerwanderung unter ihnen sitzen blieben. Nicht etwa, dass die Germanen nur den Adel der neuen Völker gebildet hätten. Noch Chamberlain (a. a. 0., Bd. II S. 844) begnügt sich, von einem „spanischen Adel gotischer Abkunft" zu sprechen. Jetzt wissen wir, dass keineswegs bloss der Adel, sondern alle Genies Frankreichs, Italiens und Spaniens, ob adlig oder bürgerlich, den vielgeschmähten Barbaren des Nordens entstammt sind. Napoleon, Ludwig XIV., Voltaire, Gounod, Danton, Robespierre, Corneille, Dumas, Renan, Poussin und was für Franzosen sonst sich irgendwie hervorgetan haben, sie alle sind nach Woltmanns Beweisführung ebenso sicher germanischen Geblüts wie Dante, Boccaccio, Gregor VII., Raffael, Michelangelo, Rossini, Verdi, Garibaldi usw. Alle waren, wie Woltmann zeigt, Menschen von hohem Wuchs, blauäugig, blond, mit rosigem Teint. Bedürfte es noch eines weiteren Beweises für ihr Germanentum, so brauchte man nur auf ihre Genialität zu verweisen. Der tiefe Verfall andrerseits, in dem wir heute unsre .westlichen Nachbarn erblicken, ihre politische, moralische und geistige Verkommenheit, die wir schaudernd wahrnehmen, rührt einfach daher, dass sich ihre Germarien in den Kämpfen der Revolution gegenseitig, aufgerieben haben. „Mirabeau und Marat, Danton und Robespierre, Girondisten und Jacobiner — alle wären sie gross" (Lapouge). Diese Edelsten der Nation haben einander abgeschlachtet, und,.mit ihrem Verschwinden ist Frankreich der brachykephalen Entartung anheimgefallen und geht mit Riesenschritten dem Untergang entgegen, wenn ihm nicht Deutschland die Hand zur Rettung reicht. Das ist so klar wie der Tag. Es wäre interessant, zu untersuchen, welche Rolle das germanische Element bei entfernteren Völkern gespielt hat. Denn natürlich dürfen wir bei unsern Nachbarn nicht stehen bleiben. Schon Chamberlain hat auf ganz entfernten Punkten des Erdballs Beispiele aufopfernder Treue feststellen können, die die Anwesenheit von Germanen zur Gewissheit machen. Denn wie das Genie, so ist auch die Treue eine ausschliesslich germanische Eigenschaft, was nicht nur durch das Zeugnis des Tacitus, sondern zum Ueberfluss durch viele Aussprüche von Deutschen selbst, aus älterer und neuerer Zeit, bestätigt wird. Wenn aber germanische Elemente überall in der Welt zerstreut sind, so verliert die zunächst auffällige Tatsache, dass auch Chinesen, Japaner, Babylonier, Phönizier, Hindus, Griechen und Römer Kulturleistungen zu verzeichnen haben, ihr Befremdliches. Die Wissenschaft hat nur noch im einzelnen nachzuweisen, dass diese Leistungen zu der Menge des beigemischten Germanenbluts in richtigem Verhältnis stehen. Denn, wie Woltmann (Die Germanen und die Renaissance in Italien, S. 16) kurz und treffend sagt: „Der Prozentsatz eines Volkes an blonder Rasse bestimmt seinen Kultur w e r t." Dieser Nachweis ist nicht allzu schwer. Der Wissenschaft bieten sich hier zwei Wege. Entweder kann sie die Leistungen der genannten Völker als geringfügig erweisen, oder, sie kann einen starken Zusatz germanischer Rasse bei ihnen aufzeigen. Es müsste seltsam zugehen, wenn es nicht auf die eine oder die andere Weise gelänge, das Verdienst der Germanen um die Kultur zu einer universalhistorischen Erscheinung zu erheben. Am sichersten geht man, wenn man beide Wege zugleich einschlägt. Es lässt sich z. B. nachweisen, dass die vielgerühmten Leistungen der Juden in Religion und Dichtung, gegen die Tiefe der arischen Metaphysik gehalten, vollständig verblassen; ferner auch, dass die Juden, wie alle Semiten, moralisch äusserst tief stehen, dass sie sinnlich, grausam, verlogen, materiell sind,1) endlich, dass sie — horribile dictu — nicht einmal die arischen Zischlaute richtig aussprechen können, wogegen sie eine ganze Reihe von Gutturalen haben, die kein Arier J) Grausamkeit freilich, war und ist auch den Germanen eigen. „Von Anfang an bis zum heutigen Tage sehen wir die Germanen ganze Stämme und Völker hinschlachten oder langsam, durch grundsätzliche Demoralisation, hinmorden, um Platz für sich selber zu bekommen." (Chamb. II., 726.) Aber das ist etwas ganz anderes, sie handeln hier, und grade hier am meisten, im Dienste einer höhern Idee. „Jeder wird zugeben müssen, dass grade dort, wo sie am grausamsten waren — wie z. B. die Angelsachsen in England, der Deutsche Orden in Preussen, die Franzosen und Engländer in Nordamerika — sie dadurch die sicherste Grundlage zum Höchsten und Sittlichsten legten." (Chamb. ibid.) Oder, wie Chamberlain an einer andern Stelle sagt (IL, 757): „Dem Germanen ist die eigentümliche Gabe zu eigen, seine Fehler in Gutes umzusetzen." Möchten uns die Gegner doch gefälligst einmal eine andre Rasse nennen, die dieselbe wunderbare Gabe besitzt!