Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 8-9 (August-September 1910)
- Article
- Benno Becker
- Date
- 1910-08-01
- Page
- Seite 561 - 562 (sequence 3)
- Language
- German
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561 Karl Schwarz: Benno Becker. 562 BEMNO BECKER. Landschaft. MUENCHEX farbige Gemälde in Angriff genommen. Diese von allen äusseren Einflüssen vollkommen unabhängige Ausführung gestattet dem Künstler ein vollständiges Sichvertiefen in seine poetische Gedankenwelt — ein Verfahren, wie es ähnlich auch Böcklin anwandte — und ermöglicht es ihm, Augenblicksstimmungen und Beleuchtungseffekte hervorzuzaubern, die nur das geistige Auge in ihrem schnellen Wechsel festhalten kann. Der Meister, der vor kurzem sein fünfzigstes Lebensjahr vollendet hat, kann bereits auf ein reiches und an Erfolgen fruchtbares Schaffen zurückblicken. Die innige Liebe zur Natur, die das Wesen seiner Kunst ausmacht und die jedes seiner Werke aufs neue bekundet, lässt ihn jetzt, da er auf der Höhe seines Könnens steht, immer interessantere Probleme auffinden, sodass jede neue Schöpfung mit allgemeinem Interesse und freudiger Genugtuung begrüsst wird. DIE MAERTYRER VON BERLIN. Von B. Samuel. Nachdruck verboten. Nach katholischer Lehre ist die Messe der Mittelpunkt und der Höhepunkt des gesamten Gottesdienstes, ja des äusseren Ausdrucks der gesamten Gottesverehrung. Sie ist die Erneuerung und Wiederholung des Kreuzesopfers Jesu Christi, auf welchem Opfertod alles Heil und alle Hoffnung beruht. Das Herabkommen Christi in die Gestalten von Brot und Wein bei der Messe und bei der Kommunion ist seine immerwährende Erlösertätigkeit, eine Verwirklichung seiner Verheissung: „Ich werde bei eucli sein bis ans Ende aller Zeiten ..." In der geweihten Hostie ist also tatsächlich der verklärte Leib Christi gegenwärtig. Der geweihten Hostie wohnt also eine über alles Irdische und Himmlische hinausgehende Heiligkeit inne. Es ist kein Wunder, dass der Volksglaube an diesen ' Gegenstand der religiösen Verehrung sich klammerte und ihn mit einer Aureole von wundertätiger Kraft ausstattete. Da die Hostie der Leib Christi war, so musste er auch bluten können — ungeachtet dessen, dass nach der rechtmässigen Lehre Leib und Blut Christi unter den zweierlei Gestalten von Brot und Wein als von einander getrennt, der