Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1910)
- Article
- Schach
- Date
- 1910-07-01
- Page
- Seite 455 - 456 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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455 456 SCHACH. 3. Db3—f3f 4. Df3—f5f 5. Se7—g6| 6. DI5—C3t Redigiert von Dr. Emanuel Lasker. Es ist schwer zu sehen, was der Grund davon ist, aber es ist wahr, dass es Leute gibt, die die Einfachheit gering achten. Diese Leute haben sicherlich das Wort einfältig erfunden und einen Tadel daraus gemacht, was eigentlich ein Lob sein sollte. Auch unter den Juden gehört das Wort poschet, das doch etwa einfach bedeutet, nicht gerade zu den Ehrenbezeugungen. Und bei alledem ist die Einfachheit in ihrer ursprünglichen Bedeutung eine der schönsten Qualitäten irgend eines Werkes. Ein einfacher Mensch erregt unser Vertrauen, ein einfaches Kleid gefällt uns, wenn es sonst vorzüglich ist, weil wir nicht an die Gefallsucht des Trägers zu denken brauchen, nur um so besser, und jedes Kunstwerk, überhaupt jedes Ding in der Welt, ist desto gefälliger, je mehr es das Prädikat einfach verdient. . Trotz alledem wird dieser Tatbestand verdunkelt durch Personen, die den unglücklichen Ehrgeiz haben oder die für sich einen Vorteil darin sehen, anderen zu imponieren. Wer sich nicht gerne durchschaut wissen will, flüchtet sich in die Verwickelung. Weil sie vieles auf einmal verknüpft, verwirrt sie den Verstand, der einer gewaltigen Anstrengung und Konzentration bedarf, um der Fülle der verschiedenen Eindrücke Herr zu werden. In diesem trüben Wasser fischen die, die anderen Achtung abnötigen wollen, ohne sie zu erweisen. Es ist schön, dass wir Schachspieler in unserem alten Spiele einen fortwährenden Mahner zur Einfachheit haben. Ob wir eine Partie spielen, oder nachspielen, oder ob wir ein Problem oder ein Endspiel studieren, immer bemerken wir, dass die Einfachheit die Qualitäten bringt, die wir anstreben, Erfolg und Kraft der Strategie beim Spiel, das Gefallen des Zuschauers und Lösers bei der Partie, dem Problem und der Studie. Man beachte, als Beispiel, die folgende Studie von H. Rinck. Schwarz (zwei Figuren). Nachdruck verboten. Der zweite ist ein kleines Kunststück 2. Kel—e2 .... Mit seinen paar Stücken bekommt Weiss es fertig, ein Matt zu drohen' und seinen Springer indirekt zu decken. Das Matt ist nicht leicht zu verteidigen. Bei Ke5 käme Sc6f, bei Dd4 gewänne Df3f nebst Sc6f. 2..... ' Ke4—f4 Kf4—g5 Kg5—h4 Kh4~g3 Kg3—h2 Und hier mitten im Trubel der Attacke, wieder ein stiller Zug 7. Sg6—e5 .... Wenn nun Kh2—g\, so setzt Dg3|, Khl, Dh3f, Kgl, Sf3 matt. Er ist somit zur Fesselung des drohenden Springers genötigt. 7..... Dd8—e7 (oder e8)1] 8. Ke2—U (oder f2) und Schwarz, da er noch immer keinen Schach hat, ist ohne Verteidigung. 4 Die Einfachheit erscheint hier zunächst als Sparsamkeit im Figurenmaterial, sodann als Verständlichkeit der Manöver. Der Reiz der verschiedenen schönen Züge, insbesondere des zweiten, wird sicherlich durch die Einfachheit des Ganzen gehoben. , Unser Problem No. 6 aus dem Juniheft wird gelöst durch 1) Lh2- Aus den Verteidigungszügen,5 welche schwarz [zur Verfügung hat, ergeben sich ..drei Hauptvarianten:Ü i PS'I.Wl) . Tc8,$oder Lc7, oder [SfTxDdf; 2) "f2—f3f, Ke4—d3; 3) c4—c5 matt; wenn: 1) . . . Dd2—d7, d5, oder Lc7—d6, oder Sf7—d6, so gleichfalls 2) f2—F3t, Ke4—d3; 3) c4—c5 matt. II. 1) . . . Dd2xf2, 2) Dd8—döf, Ke4—e3; 3) Dd5—f3 matt. III. 1) . . . Sc7xe5f; 2) Tföxeöf, Ke4xe5; 3) Dd8—e7 matt; 2) . . . . Lc7xe5; 3) f2—f3 matt. 1 . . . Dd7—f4|; 2) Tfxf4f, Ke4xe5; 3) Dd8—e7 matt; wenn: 2) . . . g5xf4; dann 3) Dd8—d5 oder d4 matt. 1) . . . Dd2—e2 oder dlf; 2) f2—f3, Dxf3f; 3) g2xf3 matt. Weiss (drei'Figuren). Weiss zieht und gewinnt. Der erste Zug ist kräftig und geradezu 1. Db7—b3f Kd3-e4 Problem No. 6 wurde richtig gelöst von Emil Bacharach, Mähr. Weisskirchen; Leo Brandt, Landsberg a. W.; Cilly Cohn, Rawitsch; Julius Josefovic, Bochum; Hermann Holle, Bingen a. Rh.; Jos. Katz, Danzig; Walter Kirstein, Berlin; Samuel Gelmer, Essen; Ignatz Gröger, Bromberg; AlexanderSimonowitz, Charlottenburg, Dr. Tänzer, Göppingen; Jos. Weinberg,