Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 10 (1910)
- Issue
- Heft 4 (April 1910)
- Article
- Die jüdischen Höhlenbewohner der nordafrikanischen Sahara
- Date
- 1910-04-01
- Page
- Seite 235 - 236 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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235 Ernst von Hesse-Wartegg: Die jüdischen Höhlenbewohner der nordafrikanischen Sahara. 236 Arabern. Tagsüber arbeiten sie hier, wie in den tripolitanischen Judendörfern, auf dem Kratergrund, die Bedarfsartikel der Berber, die nur Hirten und Ackerbauer, aber keine Gewerbetreibenden sind, und gehen mit eintretender Dunkelheit zur Ruhe. Lampen und Kerzen habe ich nirgends gefunden — auch nicht Papier, Tinte, Feder, und nur die allerspärlichsten abendländischen Artikel täglichen Gebrauchs. Zeitweilig ziehen die Juden, ihre Maultiere mit allerlei selbstangefertigten Handelsartikeln bepackt, zu den benachbarten Berberstämmen in der Wüste, um Handel zu treiben. Kommt die Zeit der Landarbeit auf den spärlichen, durch Quellen oder künstliche Brunnen bewässerten Talflecken, dann sind sie für die Berber auf den Feldern, oder in den Oliven- und Palmenhainen tätig. Der Samstag wird aber auch von den Berbern respektiert, wenigstens was die Menschen betrifft. Die den Juden gehörigen Maultiere werdnn aber auch Samstags in den Dienst gepresst, denn die Berber sagen sich, wenn die Juden Sabbat feiern, so brauchen es doch nicht ihre Maulesel zu tun! Dass die jüdischen Troglodyten nicht erst seit Torquemadas Zeiten in den Höhlenwohnungen am Matmata, Iffren, Nefussa und Gharian hausen, sondern seit den ersten Jahrhunderten des Christentums, beweisen nicht nur ihre Grabsteine. Ich habe selbst von zweien Abdrücke genommen, die aus dem zwölften Jahrhundert stammen. Viele andere Umstände sprechen dafür, dass ihre Vorväter schon in den Zeiten der Römer und Carthager hier vorhanden waren, und sie werden voraussichtlich noch für Generationen in ihren Höhlen bleiben, bis es der Tätigkeit der Alliance gelingen wird, sie einem menschenwürdigeren Dasein entgegenzufahren. SCHACH. Redigiert von Dr. Emanuel Lasker. Nachdruck verboten. Unsere Leser werden gewiss für eine Partie des Weltmeisterschaftsmatches Interesse haben. Um ihnen eine Probe zu geben, ist hier die zehnte gewählt, weil sie die an Wechselfällen reichste und zudem die schwierigste war. Damenbauerspiel. Weiss: Schwarz: E. Lasker. C. Sc h I e c h t er. 1. d2—d4 2. c2—c4 d7—d5 c7—c6 Im allgemeinen empfiehlt es sich, erst die Mitte zu entwickeln, dann die Flügel. Mithin wäre e7—e6 vorzuziehen. Andrerseits kann der geschehene Zug als Vorbereitung für ein späteres e7—e5 gelten. 3. Sgl— f3 Sg8—f6 4. e2—e3 g7—g6 5. Sbl—c3 Lf8^-g7 6. Lfl—d3 0—0^ 7. Ddl—c2 ...... Weiss beabsichtigt Lei—d2 und lange Rochado und dann Durchbruch mit e3—e4 oder Angriff auf dorn Flügel mit h2—h4. 7..... d5xc4 8. Ld3xc4 b7—b5 Schwarz eröffnet den Gegenangriff zu früh. Der Bauer c6 bleibt eine empfindliche Schwäche. 9. Lc4—d3 Sb8—a6 10. a2—a3 b5—b4 11. Sc3—a4 .... Der Springer ist zwar deplaziert, hält aber den Bauern c6 fest und droht, wenn Sa6 seine ungünstige Lage vorlägst, nach c5 zu gehen. 11. .... b4 xa3 12. b2xa3 Lc8—b7 13. Tal—bl Dd8—c7 14. Sf3—e5 Sf6—h5 Sf6—d7 wäre wegen T x b7 verfehlt. Der Springerzug war notwendig, da Lxa6 nebst Dxc6 drohte. Auf Tf8—c8 gewann 15) L x a6, L x a6 16) Sc5, denn der La6 hat kein sicheres Fluchtfeld. m m Wm....... ÜJLÜ Iii Mi HR I sw II Ä1Ä v^„„„ß^d^ß^%„„v,M^„, „ '///■///>. .»„ '////?/// '/y/*'///. o '///*'// JIM MAß wM '#cä&. ws? Wm M 15- ^-g', ..... Nun wäre auf 15) L x a6, L x a6; 16) D x c6, L x oF>; 17) D x a6, Le5 x h2 gefolgt, und der weisse König hätte dann ebenso exponiert gestanden, als der schwarze. 15. . . .' . Lg7xe5 16. g4xh5 Le5—g7 17. h5 xg6 h7 xg6 18. Dc2—c4 .... Es droht natürlich Txb7. 18...... Lb7—c8 Bei cß—c5; 19) Tbl—gl, Dc7xh2?; 20) Txg6, Dh2—hlf: 21) Kel—d2 verdoppelte Weiss bald die Türme auf der g-Linie mit vernichtender Wirkung. 19. Tbl—?1 Dc7—a5f 20. Lei—(12 Da5—d5 21. Tbl—cl Lc8—b7 '22. Dc4—c2 .... Konsequent war h2—h4, um mit h4—h5 die g-Linie zu öffnen. 22....... Dd5—h5 23. Lxg6 .... Weder Tbl, Dxh2 nebst Dc7 noch Db3 wegen Ta8—b8 nebst baldigem c6—c5 hätten den schwarzen Widerstand gebrochen. Zunächst war Ld3—e4 geboten, dann Ddl. 23..... Dxh2