Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1906)
- Article
- Das jüdische Zeitungswesen Italiens seit dem Jahre 1850
- Date
- 1906-12-01
- Page
- Seite 825 - 826 (sequence 2)
- Language
- German
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825 zu bereichern und verlieh ihm ein modernes Aussehen. Der V. ist jetzt unter der italienischen Judenschaft der Ausdruck des konservativen Prinzips und dem Zionismus feindlich gesinnt. Die von Prof. Quglielmo Lattes im Jahre 1895 gegründete Zeitschrift „II Pensiero Israelitico" war von kurzer Dauer. Sie war der jüdischen Literatur, Geschichte und Theologie gewidmet. Ihre Mitarbeiter waren die Prof. D. Levi und I. Levi, S. Jona und A.; für die ersten drei Hefte auch Elia Benamozeg. Infolge einer das Opferwesen betreffenden mit den Levi's geführten Polemik zog er sich von der Mitarbeit ganz zurück. Die meisten Artikel sind populär; es finden sich zahlreiche biographische und sonstige Notizen. Die Monatsschrift „II Corriere Israelitico" ist der jüdischen Geschichte und Literatur gewidmet, Sie wurde im Jahre 1863 in Tri est von Abr. Vita Morpurgo, der sich mit der Herausgabe 6 Jahre befasste, gegründet; sein Nachfolger war A. di S. Curiel allein, später dieser zusammen mit Prof- Leone Racah. Die jetztigen Direktoren sind Dante A. Lattes und Riccardo Curiel. In den ersten Jahren hatte der Corriere nicht nur das jüdische Leben im In- und Ausland betreffende, sondern auch wissenschaftliche Artikel von S. D. Luzzatto, Lelio della Torre und deren ausgezeichneten Schülern. Überdies Erzählungen religiösen und belletristischen Inhaltes. In letzter Zeit stellte sich der C. ganz in die Dienste des Zionismus. Einen streng wissenschaftlichen Charakter — keine der genannten Zeitschriften hatte solchen — trägt die jüngere „Rivista Israelitica". Sie wurde im Jahre 1904 vom Direktor des Collegio Rabbinico Italiano, Dr. S. H. Margulies, in Florenz gegründet. Die offizielle Leitung des Blattes wurde von ihm ein Jahr später übernommen. Die Zeitschrift hat ausser dem Gründer, Ober-Rabbin Dr. M., folgende Mitarbeiter: die Professoren: Berliner, Chajes, Elbogen, Blau, Kraus, Bacher, Margolis, Finzi, die Doktoren: Sam. Posnanski, A. Levinsky, U. Cassuto etc. Die Rivista veröffentlicht die rabbinische und biblische Literatur, jüdische Geschichte und Bibliographie betreffende Artikel. ,,L' Idea Sionista", gegründet zu Modena im Jahre 1901 von Prof. Carlo A. Conigliani, ist ein halboffizielles Organ der zionistischen Partei in Italien. Der Gründer des Blattes starb im Dezember 1901, die Leitung des Blattes übernahm dann Benvenuto Donati, der sie dem Prof. med. an der Universität Modena, Carlo Levi, übergab. 826 JULES ADLER PARIS. Im Faubourg. Die im Schosse des Livorner Rabbinerseminars entstandene Monatsschrift, die dem hebräischen Studium gewidmete „Antologia Ebraica", ging schon nach einigen Monaten ein. Die A. liebäugelte mit dem Zionismus, ohne ihn offen zu bekennen. Mitarbeiter waren die Rabb. S. Colombo, S. Jona, Emilio Jona und A. ,,L' Israelita", eine der Religion und Literatur gewidmete Monatsschrift, erschien in Livorno im Jahre 1866 unter Leitung des L. Racah. Sehr viel Arbeit widmete diesem orthodoxen Organ Elia Benamozeg. Es enthält überdies Arbeiten von L della Torre, Flam. Servi, D. J. Maroni (Rabb. in Florenz, Vorgänger des Dr.S.H.Margulies), eine kurze Arbeit des Prof. S. Munck. In der „Monatschronik" eines jeden Heftes spiegelt sich das aktuelle politische und religiöse Leben des Judentums im In- und Auslande ab. Der „Israelita" enthält auch wichtigere Notizen, bibliographische Bemerkungen, Allegorien, Novellen, Obersetzungen aus dem Mainzer „Israelit", mit dem er auch geistig verwandt ist. E. Benamozegs „Deila Rivelazione" blieb unbeendet, da die Zeitschrift (nach einem Jahre) aufhörte. Weit von den Grenzen Italiens, auf der Insel Corfü entstand dank der „Gesellschaft der Freunde I. Zoller: Das jüdische Zeitungswesen Italiens seit dem Jahre 1850.