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Ost und West · 1906-10-01 · Heft 10-11 (Oktober-November 1906) · p. Seite 781 - 782

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Journal
Ost und West
Volume
6 (1906)
Issue
Heft 10-11 (Oktober-November 1906)
Article
Die Israeliten in Persien
Date
1906-10-01
Page
Seite 781 - 782 (sequence 6)
Language
German
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781 Die Israeliten in Persien. 7S2 gesetzt sind, nicht weniger wichtig sein. Die Unterhaltung Ihrer grossen Schulen in Persien kostet Sie zu viel, als dass sie deren noch mehr errichten könnten., Das einzige Mittel, um Ihr Werk hierzulande auszudehnen, wäre die Errichtung kleiner Schulen, ähnlich denen von Nehawend und Tussurkan. Unter den Abiturenten Ihrer grossstädtischen Schulen würden sich immer einige finden, deren Kenntnisse und Fähigkeiten ausreu hen, um sie mit dieser segensreichen Aufgabe zu bettauen. So würden Sie die kleinen jüdischen Gemeinden Persiens vor der Auflösung bewahren, die ihnen durch den Druck der Verfolgung und durch die Bekehrung zum Islam und Protestantismus drohte. Bidjar. Ich erlaube mir, Sie an den Vorschlag zu erinnern, den ich Ihnen letztes Jahr machte, eine kleine Schule in Bidjar zu gründen. Sie antworteten mir damals, dass man die Resultate der Schulen von Nehawend und Tussurkan abwarten müsse. Da diese Resultate erfreulich sind, so wäre jetzt der Augenblick gtkommen, um meinen Vorschlag, Bidjar betreffend, auszuführen, umsomehr als diese Gemeinde bereit ist, einen giossen Teil der Kosten zu tragen. Sie brauchen nur eine jährliche Unterstützung von Fr. 1200 zu genehmigen und zur Einrichtung Fr. 300. Die Si hule wird 120 Schüler haben in 3 oder 4 Klassen. Es vergeht keine Woche, in der ich nicht Briefe von der Gemeinde Bidjar erhalte mit Bitten, ihnen einen ehema igen Zögling zur Gründung einer Schule zu schicken. Ich hoffe, Sie ermächtigen mich postwendend,, diesen Wunsch zu erfüllen. S. Hochberg. An die Mitglieder der Jüdischen Gemeinden in Deutschland Glaubensgenossen! Die Alliance Israelite Universelle wurde vor länger denn einem Menschenalter ins Leben gerufen, um die Ehre des jüdischen Namens gegen Angriffe zu verteidigen, um den Bedrängten beizustehen gegen Verfolgungen, die sie des Glaubens oder der Abstammung wegen erdulden, um dem Elend, das Heimsuchung und Knechtung erzeugen, durch Unterricht und Erziehung zu steuern. Die Alliance Israelite Universelle hat sich seit ihrem Bestehen mit nie ermüdender- Bereitwilligkeit und mit ivachsender Kraft Werken der Nächstenliebe gewidmet Die Alliance Israelite Universeile, die Bekenner unseres Glaubens in allen Erdteilen umfasst, ist ihren weit gesteckten Aufgaben vielfach mit gesegnetem Erfolg gerecht geworden. Wäre die Alliance Israelite Universelle nicht vorhanden, wahrlich, sie müsstegeschaffen werden! Harte Prüflingen kommen immer wieder über uns. So rufen neue und erweiterte Pflichten mit mahnenden Forderungen unsern Gem ein sinn auf. Und Gemeinsmn ist es vor allem, der uns not thut, damit wir, in Einigkeit stark, über die Qual der Gegenwart hinweghelfend, das Schicksal unserer leidgewohnten Glaubensgenossen zu lindern und ihre Zukunft froher zu gestalten vermögen. Im Vertrauen auf Gott und auf eigene Kraft ist das Werk der Alliance Israelite Universelle begonnen und geführt worden. So wollen wir es fortsetzen. Und Icein Sohn Israelsr nicht einer, sollte draussen bleiben und abseits stehen! Wir ivenden uns an Euch, deutsche Glaubensgenossen, mit der Bitte, dass Ihr Euch anschliesset. Wir in Deutschland sind die Nachbarn des traditionellen Verfolgungsbereichs, Wir sind die berufenen Schirmer des Leides, das über die östlichen Grenzen zu uns schreitet. Die Alliance Israelite Universelle hat niemals und nirgends ihren Beistand versagt. Mit offener Hand war sie allezeit zur Stelle. Und in ihren Schulen hat sie Hunderttausende zutreuen Anhängern unserer Religion, zu treuen Bürgern ihres Landes erzogen. Gegenwärtig iverden in den allgemeinen und, in den Handwerks- und Ackerbauschulen der Alliance Israelite Universelle, in Algier, Tunis, Marokko, in Bulgarien und Macedonien, in der europäischen und asiatischen Türkei, namentlich in Palästina, in Persien, an fün zig tausend Schulkinder unterrichtet, zum Teil auch verpflegt utid gdcteidft. Deutscher Unterricht wird überall da erteilt oder zur Einführung gebracht, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse es erfordern..

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