Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober-November 1906)
- Article
- Aus vergilbten Papieren
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 659 - 660 (sequence 3)
- Language
- German
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659 Prof. A. Berliner: Aus vergilbten Papieren. 660 L. BERNSTAMM, PARIS. AMBROISE THOMAS. päpstliche Herrschaft vor; aber die Juden hielten sich hiervon fern, sodass der Papst in der Audienz am 25. Dezember 1831 seine besondere] Zufriedenheit darüber aussprach, dass die römische Judenschaft sich nicht in die politischen Konflikte gemischt habe. In dem hierüber aufgenommenen Bericht wird hervorgehoben, dass der Papst dieses Lob in Gegenwart des ganzen Hofstaates ausgesprochen habe, was unter den jüdischen Deputierten besondere Freude hervorrief. Mit diesem Papst begannen die jährlichen Audienzen der römischen Juden überhaupt; die erste fand am 21. April 1831 statt, im grossen Saale, die geheime Antecamerä genannt, im Palaste Monte Cavollo in Gegenwart der Nobelgarde und anderer Hofchargen. Allerdings gipfelte stets die Antwort des Papstes auf die Bitten der Juden in der Ausrede: Ich würde euch gern zufriedenstellen, aber die apostolischen Gesetze verbieten es mir. Als die Juden Roms in der Audienz am 6. November 1836 die Bitte vortrugen, dass die Insulten aufhören mögen, die der Karneval-Aufzug für die Juden brachte, hatte der Papst die Antwort zur Hand, dass er hierin nichts ändern möge, weil er keine Neuerungen liebe. Ueber die Leidenszeit der Juden Roms während des Karnevals ist bereits viel geschrieben worden, wobei aber auch manches, das geschichtlich nicht haltbar ist, sich eingeschlichen hat. Es dürfte daher an der Zeit sein, aus historischem Material im Gemeinde-Archiv endlich eine richtige Darstellung hierüber folgen zu lassen, was im zweiten Artikel geschehen soll. Nachdruck verboten. Höre Israel! Alles schweige, Oeder neige Ernsten Tönen nun sein Ohr. Harte Tage, Weh und Plage Ueberdauern ohne Fehl, Schwertgegürtet rüstig bauen, Auf sich selbst und Gott vertrauen Das ist Pflicht für Israel. Ob die Rotten unser spotten — Unverrückbar bleibt das Recht. Unter unsres Gottes Schutze, Einer ganzen Welt zum Trutze, Dauert Israels Geschlecht. Ohne Zagen, männlich tragen Missgunst wir und Missgeschick; Greifen nach der höchsten Krone, Wenden zu des Vaters Throne, Treu vertrauend unsern Blick. Wer da wanket, wer nur schwanket, Weiche aus dem Kriegsgezelt, Dass er Teil an uns nicht habe, Nicht im Leben, nicht im Grabe, Hier nicht, noch in jener Welt! Unverderblich und unsterblich Uns Gott Zebaofh erschuf. Ueber Land und Meer erklinget, An des Himmels Pforten dringet Dröhnend der Bekenntnisruf. Uns begeisternd, uns bemeisternd, Führt er uns in Kampf und Streit, Füllt uns mit der Väter Tugend, Weihet unsere tapfre Dugend Ewiger Gerechtigkeit. Vater droben, wir geloben Treue ohne Wank und Fehly Derne Söhne, deine Knechte," Hebend die bewehrte Rechte, Rufen: Höre, Israel! M. A. K.