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Ost und West · 1906-08-01 · Heft 8-9 (August-September 1906) · p. Seite 577 - 578

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Journal
Ost und West
Volume
6 (1906)
Issue
Heft 8-9 (August-September 1906)
Article
Die Ironie in der Bibel
Date
1906-08-01
Page
Seite 577 - 578 (sequence 2)
Language
German
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577 Dr. Max Steif, Raussnitz Die Ironie in der Bibel. 578 Gedankens verschmelzen, wie sie kein späteres Schriftwerk noch hervorgebracht —, es sind auch verschiedene andere Momente scheinbar untergeordneter Art hier wirksam, die, wenn auch als kleine Steinchen die Grossartigkeit des herrlichen Mosaikbildes der Bibel vervollständigen helfen, und darum gleichfalls nicht unberücksichtigt gelassen zu werden verdienen. Und hierher wird man sicherlich auch die an den verschiedensten Stellen gebrauchte Form der Ironie und des Sarkasmus zählen dürfen, die gewiss nicht unwesentlich mit zur Lebendigkeit der Darstellung beizutragen, das Unmittelbare und plastisch Greifbare derselben zu erhöhen imstande ist. . Oft stösst sie einem gerade dort auf, wo man sie am wenigsten vermuten würde. Wenn d aus dem Munde einer Frau kom diese auch eine Königstochter sein, W. MAGIDEY. „Loisl". e spitze Rede mt, und mag und selbst die Krone tragen, wieMichal, die Gattin Davids, so darf dies vielleicht nicht Wunder nehmen. So manche ihres Geschlechtes wird ihr beipflichten, wenn sie ihrem Mann sein unkönigj liches Betragen vorhält mit den Worten: „Wie verherrlicht hat sich heute der König in Israel, der sich gezeigt vor den Augen seiner Knechte und Mägde, wie sich nur zeigen kann einer der Niedrigen!" (II. Sam. 6, 20). Seltsamer dünkt es schon, wenn das schlagfertige, spöttische Wort sich bei Kraftnaturen, wie Kain, vorfindet, den die drückende Blutschuld noch die abweisende Bemerkung finden lässt: „Bin ich denn der Hüter meines Bruders?" Oder wenn der als rauh und wild geschilderte Esau im Momente grösster ErregungdieanzüglicheAeusserung fallen lässt: „Heisst er etwa deshalb Jakob, um mich zweimal betrügen zu können?" Am auffallendsten tritt dies jedoch bei Simson hervor, der zweifelsohne mit der Ueber- MUENCHEN 1904. \V. MAGIDEY. Portrait. MUENCHEN 1003. W. MAGIDEY. Portrait. MUENCHEN 1903.

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