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Ost und West · 1906-07-01 · Heft 7 (Juli 1906) · p. Seite 487 - 488

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Journal
Ost und West
Volume
6 (1906)
Issue
Heft 7 (Juli 1906)
Article
Der Dornenweg des jüdischen Wanderers
Date
1906-07-01
Page
Seite 487 - 488 (sequence 5)
Language
German
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487 Dr. Hans Mühsam: Der Dornenweg des jüdischen Wanderers. 488 so still und so selbstverständlich, und wird niemals in der Zeitung quittiert, bietet auch keinerlei persönliche Chancen oder Vorteile — das ist wahres Judentum! Vielleicht habe ich später noch einmal Gelegenheit, die zahlreichen übrigen Hilfeleistungen des Bureaus des „jüdischen Volksvereins" zu besprechen, die Nachtwache im Bureau, die Erteilung von mannigfaltigen Auskünften, juristische und ärztliche Hilfeleistungen usw. usw. Leider sind trotz der vollsten und selbstlosesten Einsetzung der zahlreichen Mitarbeiter, welche alle ohne Gehalt tätig sind, die Ausgaben sehr gross; und, wenn auch der „Hilfsverein der deutschen Juden", das „deutsche Bureau der Ailiance Israelite universelle" und das „engere A. C. der zionistischen Organisation" durch regelmässige resp. einmalige Zuwendungen die Arbeit des Vereins fördern oder sogar erst ermöglichen, ist er doch darauf angewiesen, recht viele ausserordentliche Mitglieder anzuwerben, welche sich von der Pflicht, ihre Person für die grosse Sache einzusetzen, durch regelmässige Beiträge loskaufen. — Anmeldungen zur ausserordentlichen Mitgliedschaft (beliebiger regelmässiger Beitrag) sowie einmalige Spenden nimmt entgegen Herr Max Woll stein er, Berlin NW. 23, Holsteiner Ufer 10. Quittung erfolgt im „Generalanzeiger f. d. Gesamtinteressen des Judentums." " JOSEF, DAS KIND. Ein Vorspiel von Emil Cohn. Alle Rechte vorbehalten. Den Bühnen und Vereinen gegenüber Manuskript- Jakob, Seine elf Söhne, daninte Josef, das Kind, Ruhen, PERSONEN: Simon, Gad, Asser, Eine midianitische Karavanc. Ort: Bei der biblischen Ortschaft Hothan. Das Innere eines grossen Zeltes, das hinten offen in die Landschaft hinausführt. Ausserhalb des ' Zeltes in* Hintergründe eine Zisterne. Von hinten treten auf Jakob und Josef, das Kind. Jakob: Nicht so schnell, mein Kind, nicht so schnell! Neunzig Jahre hältst du in deinem Händchen. Man fängt an langsam zu gehen, wenn man sich der Grube nähert. Ei, ei, was zerrst du so? Josef: Wo sind wir hier, Vater? Jakob: Am Ziele, Kind. — Ach küsse mich, mein Kind! Josef: Hu küssest mich heute so viel, Vater? Jakob: Ach ja, mein Kind! Bleib nun hier, mein Kind! .Bleib hier, «lass ich deine Brüder hole. Geh' nicht fort. Wilde Tiere gibt es hier. Josef: Wo sind sie, meine Brüder? Jakob: Ach, mein Augapfel, wo werden sie sein? Weiden werden sie die Tiere deines Vaters. Josef: Bleiben wir bei ihnen, Vater? Jakob: Ei. jawohl bleibst du hier. J o s e f: Sie haben mich nicht gern. Jakob: Närrchen, was schwatzest du? Dich nicht gern, mein Goldner? doset": Sie sehen mich immer so an! Jakob: Wie sehen sie dich an? Josef: Wie ich niemals ansehen könnte einen Menschen. Jakob: Ja. du, mein Geliebter. Josef: Wenn du nur bleibst bei mir! Jakob: Weil dein Vater nicht bleiben kann, brachte er dich hieher. J o s e f: Vater, wo willst du hin? Jakob: Gen Beth-El zieh' ich, Kind. J o s e f: Beth-El? Was willst du dort? Jakob: Opfern will ich dem Gotte meines Vaters, der mir erschienen dort im Traum, da ich gen Haran wallte. Josef: Erzähl' mir das! Jakob: Hast du's nicht schon oft von mir gehört?

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