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Ost und West · 1906-07-01 · Heft 7 (Juli 1906) · p. Seite 477 - 478

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Journal
Ost und West
Volume
6 (1906)
Issue
Heft 7 (Juli 1906)
Article
Akibas Gesicht der Zeiten und der Kaddisch
Date
1906-07-01
Page
Seite 477 - 478 (sequence 4)
Language
German
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477 Akibas Gesicht der Zeiten und der Kaddisch. 478 Und als seine Lippen dieses Gebet der Gebete gehaucht, da sank er aufs Lager und in sein Blut zurück, schloss die schon brechenden Augen, und nur die Worte „Jehovah Bchad, Gott ist das Wesen, und alles Wesen ist nur eins", die er in den grässlichsten Folterqualen unablässig wiederholt hatte, umspielten noch seine welken Lippen. „Gott ist das Wesen, und alles Wesen ist nur Eins", so schrie er plötzlich auf und hatte vollendet. Und wie wir trauernd ihn umstanden, da ertönte in dem Kerkergewölbe die mächtige Stimme des Bathkol, so dass wir, wie von einem Wirbelwind erfasst, zu Boden auf's Antlitz stürzten, und die Stimme sprach klar und deutlich also: „In Ewigkeit gepriesen sei Akiba, gepriesen sei der Gerechte, der starb mit dem Namen des Einzigen auf seinen Lippen!" (Aus Jaroslav Yrchlickys „Bar-Kochba'", K. Pierson's Verlag, Dresden und Leipzig). j Naehdpuek vepboten. Von Jehuda Haie vi (1085—1140). — Uebepsetzt von Emil Cohn. Schweigst du, Zion? Dep Rest deinep Hepde, Gefangene Bpüdep, Von allen Enden dep Epde Gpüssen sie dich: Zion, gpüsse sie wiedep, Zion, gpüsse auch mich! Apmep Gefangenep ieh, Ieh mit meinem Sehnen, Hepmonstau meine Tpänen! Hepmonstau? — O wäp' ep's nup, Dass seinep Tpopfen Spup Deine ewigen Höhen benetze! Ieh abep, ein Tiep dep Wüste, Kann nup heulen ob deinem Falle: Nup, wenn im Tpaume die Zukunft mieh gpüsste: Heimwallende Sehapen, Ewigep Fpiede — Zum hallenden Liede Meine Sehmepzen alle, Zup jubelnden Hapfe wapen! Um Bethel stöhnt mein.Hepz, Um Peniel muss ieh.weinen! MaehanaTm, wo sind deine Reinen? O steehendep Sehmepz! Dopt Hess dep Hepp sieh finden Und wohnte im lichten Flop, Dopt Hess dein Sehöpfep münden Deine Tope ins sehimmepnde Wolkentop Hoch oben in ewigep Fepne; Und wap deine Fackel und Leuchte und Lieht, Und Sonne und Aond, sie leuchteten nieht, Und ach, wie bleichten die Stepne! Sein ewigep Geist epgoss sieh dopt Auf heppliehe Kindep dep Wahl, Ausgiessen möchte auch ieh mieh dopt In stüpzenden Tpänen fopt und fopt-: — O meinep Seele Qual! O Königshaus! O Gottesthpon! Ein Knecht und eines Knechtes Sohn Wipft sieh ins Polstep von Seide, Das deine Könige tpug! O, wie ieh leide, leide! Hepp, genug!---- Könnte ieh wandepn übep die Stellen, Wo dep Hepp sieh so hepplieh gezeigt, Wo ep in Flammen sieh, stpahlenden, hellen, Deinen Ppiestepn und Sehepn geneigt! Flügel, wep gibt mip mäehtige Flügel, Dass ieh mieh sehwinge zum Lande dep Luft, Aeh, eupe Risse, ihp zackigen Hügel, Heilten die Risse dep leidenden Bpust. O, dann stüpzte ich jubelnd niedep, Meine Apme gpiffen das Land, Stpeieheln.wüpd' ieh die Steine, die kalten. Sehmeiehelnd wüpd' ieh die Wange halten, Ppessen in deinen glühenden Sand! Wie epst, stünd' ieh dopt an den Gpüften, Die mip künden dep Vätep Gpuss, Könnte dupehwandeln in Hebpons Lüften Stolzeste Gpäbep mein zagendep Fuss! O, dann sehpitt' ieh dupeh deinen Gapten, Ginge waldübep naeh Gilead, Dpüben wüpde ieh weilen und wapten, Auf deinen Bepgen weint' ieh mieh satt! Hop, Abapim, o ewige Wonnen! Aose und Apon, begpabene Sonnen, Leuchten und Lehpep, wo finde ieh eueh? Seelenlabe sind deine Lüfte, O du hoehgesegnetes Land, Deine Stpöme sind Honigdüfte, Fliessende Mypphe dein wipbelndep Sand. Doeh das süsseste Sehnen füp immep Bleibt bei deinem Hause mip Stenn, Zion, übep deine Tpümmep Aöehte ieh nackt und bapfuss gehn;

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