Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai-Juni 1906)
- Article
- Noah in der bildenden Kunst
- Date
- 1906-05-01
- Page
- Seite 341 - 342 (sequence 2)
- Language
- German
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der Zeit erstanden, spiegelt es lächelnde Wehmut und dankbare seelische Gewissheit. In der folgenden Zeit tritt an Stelle dieser rein symbolischen Art eine mehr illustrative, die biblisch historische Szenen geben will, allerdings ganz willkürlich in der Deutung und unkünstlerisch, durchaus gedanklich und vielsinnig in der bildnerischen Fassung. In der frühen Miniaturmalerei gibt die Wiener Genesis (5. Jahrh.) ansprechend belebte Bilder. In Einzelzügen bietet auch die spätere Kunst manches von naiv realistischer Lebendigkeit, so wenn z. B. in L. VAN VALKENBORCH. den Miniaturen zuCaedmonds „Paraphrase" (10.Jahrh.) Gott hinter Noah die Türe schliesst, ähnlich auf einer Elfenbeinschnitzerei im Domschatz von Salerno (um 12. Jahrh.), wo Gott dem aus dem Fenster blickenden Noah und seiner Frau eindringlich Mahnworte ausspricht. Meist jedoch wird nur die christologische Bedeutung zur Darstellung gebracht und der bibeltextliche Sinn ausser acht gelassen. Der eigentliche Gegenstand ist vom hohen Mittelaltar an die Arche selbst als Bild der Kirche, was von Isidor von Sevilla und Abälard zur typischen Auffassung gemacht wurde. So er- PINAKOTHEK, MUENCHEN. Der Turmbau zu Babel.