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Ost und West · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. Seite 239 - 240

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Journal
Ost und West
Volume
6 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
Jüdische Rassenköpfe
Date
1906-04-01
Page
Seite 239 - 240 (sequence 7)
Language
German
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239 Prof. Dr. C. L: Schleich: Jüdische Rassenköpfe. 240 Gesichtsausdruckes. Solche Ehythmen bei dem unendlichen Alter des jüdischen Stammes durch Jahrtausende geübt, hinterlassen eben erstarrte Spuren seelischen Spiels, das oft mit Bildungen yon Knochen usw. verwechselt wird, im Grunde aber doch nur durch mimische Linien, Muskelfurchen, Liderspiel usw. erzeugt ist. Wie könnte sonst das überzeugend Typische so durchgehend sein vom fast negerhaften Kopfe des verkommenen russischen Juden bis zur feinsten Aristokratie der spanisch-jüdischen Adelsgescblechter, der Feinheit eines Musiker - Kopfes Mendelssohns und dem Adel von Spinoza's Zügen. Das Ähnliche liegt überall in der Funktion, wovon das Bild keine Ausnahme macht, denn die Photographie ist ja der Fixator einer momentanen Bewegungsphase, und jeder Künstler bemüht sich, einen charakteristischen Ausdruck festzuhalten. (Vorstehender Artikel ist uns von der Redaktion der Zeitschrift „Das Leben" [Hrsg. von Artur Kirchhof, Berlin] zur Verfügung gestellt worden. Sämtliche in demselben veröffentlichten Abbildungen sind ausschliessliches Eigentum von „Ost und West". — Red. von „Ost und West.") ZU DEM AUFSATZ VON PROF. SCHLEICH UEBER „JUEDISCHE RASSENKOEPFE". Von Dr. Aron Sandler - Breslau. Nachdruck vertoten. Ich komme der Aufforderung der geehrten Redaktion, zu dem oben abgedruckten Aufsatz von Prof. Schleich ein kritisches Nachwort zu schreiben, um so lieber nach, als mir einige in dem Artikel enthaltene Behauptungen nicht einwandsfrei zu sein scheinen, während andere zu direktem Widerspruch herausfordern. Soweit Schleich gewisse jüdisch-individuelle Züge funktioneller Natur, besonders gewisse physiognoniische Eigentümlichkeiten der Juden in seiner Skizze zusammenstellt, scheint mir eine Kritik nicht geboten. Schleich zeigt sich hier als ein meisterhafter Beobachter. Es ist ihm auch ohne weiteres zuzugeben, dass solche funktionellen Faktoren, dass besonders die unter der Einwirkung verschiedenartiger Affekte wechselnde Physiognomie von grosser Bedeutung für die schnelle und sichere Unterscheidung der Rasse ist. Diese Tatsache ist in der Literatur über die anthropologische Stellung der Juden sogar häufig über Gebühr betont worden. Während eine grosse Anzahl von Forschern an der (morphologisch-) anthropologischen Trennung zwischen Aschkenasim und Sephardim festhalten, andere diese Trennung nicht gelten lassen wollen; während die einen spätere Blutmischungen für den bei den Juden so häufigen (unsemitischen) Breitschädel verantwortlich machen, andere die Ursache in einer frühhistorischen Blutmischung in Palästina'selbst suchen; während endlich anthropologische Typen konstruiert worden sind, die für eine grössere Gruppe zusammenwohnender Juden spezifisch sein sollen — haben Renan und Topinard einen morphologischen Rassentyp der Juden überhaupt geleugnet und alle jüdischen Eigentümlichkeiten auf die Jahrhunderte lange Einwirkung des Ghettos und der Religionsgesetze zurückführen wollen. Dar. nach spielten also funktionelle Paktoren in der jüdischen Eigenart die Hauptrolle. Schleich gibt nun in seinem Artikel zu, dass neben den funktionellen Paktoren, auf die er den Hauptnachdruck zu legen scheint, eine Anzahl äusserlich stabiler, typischer Eigentümlichkeiten des Schädels, Gesichts, der Haare u. s. w. bestehen. Er versteht unter letzteren nicht etwa jene körperlichen Eigentümlichkeiten, wie sie sich bei manchen Rassen durch fortgesetzte Uebung oder Vernachlässigung gewisser Organe (z. B. der Muskeln, der weihlichen Brüste) herausbilden, also fluktuierende Eigentümlichkeiten, die ihre Entstehung funktionellen Paktoren verdanken, sondern er räumt das Bestehen echt rassenhafter somatischer Eigentümlichkeiten ein. Auffallend ist nun vor allem die souveräne Verachtung, mit der sich Schleich über die Schädelmafse der jüdischen Rasse hinwegsetzt, und geradezu unverständlich die Begründung dieses Standpunktes. Wenn verschiedenartige Untersuchungen östlicher Juden nur 3, 5, einmal 20 % Langschädel, dagegen 54, 85, 80 % Breitschädel ergeben, so liegt kein Grund vor, dieser Tatsache eine geringere Bedeutung beizumessen, als . der Beobachtung, dass die jüdischen Augen „umschatteter und mit Ringen umzogen sind'1. Man ist heute wohl mehr geneigt — ein Standpunkt, den zuletzt Judt vertreten hat — den Kurzschädel als die bei der jüdischen Rasse im allgemeinen, nicht nur bei den Aschkenasim, häufigste Schädelform zu betrachten, nachdem die Anschauung, dass bei den sephardischen Juden der semitische Langschädel häufiger sei, weiteren Beobachtungen nicht standgehalten hat. Stammt der Breitschädel tatsächlich von den nicht-semitischen, armenierähnlichen Ureinwohnern Kanaans und nicht von den mittelalterlichen Kaukasus Völkern, so ist seine allgemeine Verbreitung in der Rasse auch nicht besonders merkwürdig. Immerhin dürfte eine solche Beobachtung doch zu respektieren sein.

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