Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- Heft 4 (April 1906)
- Article
- Neue Bahnen
- Date
- 1906-04-01
- Page
- Seite 225 - 226 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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225 Neue Bahnen. 226 Smyrna anbetrifft, so wäre es sicherlich weit erfreulicher gewesen, wenn die Selekta des Herrn Pariente z. ß. in der Warenkunde, in den Handelsfächern, in der Gärtnerei, im Zeichnen, in irgend einem edlerenHandwerk, wie etwa der Uhrmacherei, der Goldschmiedekunst, der feineren Schlosserei oder Tischlerei und schliesslich — im Turnen sich ausgezeichnet hätte, anstatt dass sie sich als Artisten des Vokabulars produzierte! Man behalte stets und unablässig folgenden Grundsatz im Auge: Die Schule, zumal die jüdische Schule im Orient, hat nicht nur zu unterrichten, sondern, und zwar vorzugsweise, zu erziehen, für das praktische Leben vorzubereiten. Anstatt also in die jugendlichen Köpfe Vokabeln und grammatische Regeln zu stopfen, die sie zu allermeist nachher vergessen, weil sie im praktischen Leben wenig oder gar keine Verwendung für sie haben, müssen die Zöglinge mit körperlicher Kraft und Geschicklichkeit, und mit nützlichen Kenntnissen ausgerüstet werden, die ihre Energie und Tatkraft nicht lähmen, wie dies der rein theoretische Unterricht zumeist tut, sondern erhöhen, ihre Lust am Leben steigern, ihre Willenskraft und ihren praktischen Sinn stählen. Es erübrigt uns noch, die jüdisch-religiöse Seite des Schulsystems der Alliance Israelite Universelle, sowie die von ihr befolgten Prinzipien in bezug auf die Hebung der politischen und ökonomischen Lage der Juden des Orients zu beleuchten. Diese Probleme sollen der Gegenstand eines dritten Artikels sein, Gut' Ort Nachdruck verboten! Durch meine Träume leuchtet fort und fort Ein weltentrückter, waldumschmiegter Ort. Sinnende Buchen seh' ich ragen. Ein leises Brünnlein hör' ich klagen. Es plätschert fern, und raunt und klingt.-- Ganz tief im Walde die Amsel singt. Ich schreite stumm auf grasbewachsnen Pfaden Die sich im Glast des Sommertages baden. Zitternde Lichter rieseln herein Und huschen flimmernd von Stein zu Stein, Die müde sich am Boden dehnen.-- So still ist's hier . . . mich fasst ein Sehnen. Das grub sich tief in meine Seele ein. Und als ich schied, da blieb der helle Schein, Leuchtete weiter in meinem Herzen, Wie weihevolle Sabbathkerzen. — — Und durch mein Träumen leuchtet fort Der liebe waldumrauschte Ort. Siegbert Salter.