Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- Heft 3 (März 1906)
- Article
- Das Landwirtschaftswerk der Alliance
- Date
- 1906-03-01
- Page
- Seite 207 - 208 (sequence 4)
- Language
- German
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207 Das Landwirtschaftswerk der Alliance. 208 richtet, von denen sie ausserdem einen Teil kleidet und speist. Schliesslich besprach man die Stellungder „Alliance" und ihrer Deutschen Konferenzgemeinschaft zu den anderen jüdischen Organisationen im In- und Auslände, Der Verkehr mit allen jüdischen Organisationen ausserhalb Deutschlands untersteht der Leitung der Zentrale in Paris. Dagegen wurde der Grundsatz aufgestellt, dass die Regelung und Aufrechterhaltun.ar der Beziehungen zu den Organisationen innerhalb Deutschlands ausschliesslich der Deutschen Konferenzgemeinschaft obliegt Mit allen diesen Verbänden soll ein gutes und einträchtiges Verhältnis fortbezw. herbeigeführt werden." STATISTIK DER JUDEN IN DEN MUHAMMEDANISCHEN LÄNDERN. Eine genaue Statistik der in den muhanimedanischen "Ländern ansässigen Judenheit Hess sick bisher kaum feststellen, da die Juden einerseits aus religiösen und politischen Rücksichten jeder Zählung feindlich gegenüberstehen, und da ferner die Behörde keine offizielle Zählung aufnimmt. Diese Lücke auszufüllen, war das Bureau der Alliance bestrebt und dank der Mitwirkung der Schuldirektoren und sonstigen Vertrauensmänner, die sich in ihren, betreffenden Gegenden an die Arbeit machten, war es möglich, unten folgende Arbeit zustande zu bringen, die, insofern der Mangel an Verkehrsmitteln und amtlichen Urkunden ein solches Unternehmen gestattet, als vollkommen gelten darf, Es wurde von der jüdischen Bevölkerung in Britisch - Indien, sowie von den russischen Gebieten von Khiva und Bokhara, ferner von den, in Afghangistan ansässigen übrigens wenig zahlreichen Glaubensgenossen abgesehen. Bezug hat folgende Statistik auf Nord-Afrika: Marokko, Algerien, Tunesien, Tripolis (türkisches Gebiet), Aegypten, auf die europäische und asiatische Türkei und auf Persien. Es wurde Bulgarien hinzugefügt. In diesen verschiedenen Ländern entfaltet die Alliance ihre erzieherische Tätigkeit. I nord-Afrika. Marokko. de nach den Schriftstellern wechseln die Schätzungen; die einen stellen die jüdische Bevölkerung dieses Landes auf 80 000 Seelen fest; andere dagegen auf 200 000. Erstere nahmen nur Bezug auf die Bevölkerung der Küste und der grösseren Städte des Inlandes: letztere hatten davon gehört, dass in zahlreiche]! Ortschaften des Südens Juden ansässig waren, und ohne dass sie deren Zahl hätten genau bestimmen können, schätzten sie dieselbe in Bausch und Bogen ohne jede nähere Prüfung; die von ihnen angegebenen Zahlen stellen sich als übertrieben heraus. Auch wusste man schon längst, dass Juden unter den Stämmen im Süden verbreitet waren; jedoch hatten die Reisenden, der grossen Entfernung' wegen, darauf verzichtet, sich an Ort und Stelle zu hegeben. Vicomte de Foucauld war der erste, der, in einem im Jahre 1888, unter dem Titel „Reconnaissance au Maroc, Appendice" veröffentlichten Buche, näheres darübergab. Jedoch sind seine statistischen Angaben bei weitem nicht richtig. Da sich seine Zählungen über die grösseren Städte, deren Bevölkerungszahl doch genau festgestellt werden kann, als augenscheinlich irrtümlich herausstellen, so besteht kein Zweifel darüber, dass man seinen Angaben über kleinere Ortschaften des Inlandes keinen Glauben beimessen darf. So hat z. B. Herr de Foucauld für die Hauptstadt Marokko (Marrakesch) 600 jüdische. Familien angegeben, ihre Zahl beträgt aber in Wirklichkeit 261S. So ist es auch für andere Städte der Fall. Dass ein christlicher Forscher solche Irrtümer begangen haben soll, dürfte als kaum vcriueidlieh betrachtet wcrdeii, da er, mit den Sitten und dem Glauben der marokkanische]! Juden wenig vertraut, und obgleich mit einer jüdischen Tracht verschen, die mehr oder weniger phantasievollen Auskünfte seiner jüdischen Gäste zu kontrollieren ausserstande war. I. Norden und Nordwesten. Genta . . (Seelen) 350 I Melilla..... 750 Tetuan . Checlman 6500 300 Le Riff Udsehda 1000 C50 II. W esten. Die .Juden wohnen meistens in den an der nordwestlichen und westlichen Küste gelegenen Häfen. Der Küste entlang liegen: Tanger..... 6000 Rabat ...... 2000 ArsUa..... 500! Casablanca . . . 5000 El Araisch . . . 1320 j Asemur .... 1500 El Kassar. . . . 1500 j Masagan .... 2000 Uesan..... 500 Saffi...... 1600 Saleh..... 1200 j Mogador .... 10000 Zu Casablanca gehören zwei andere Ortschaften: Mzab..... 200 i Settat..... 700 III. 0 entral-Marokko. Fez . . McMiipz Seffrut . Tnza . . . 10000 i Ulad, Heno, Ghar- . . 6000 : biin und Taffersit . . 2500 j (bei Taza) . . . 220 . . 1500! Debdu..... 2000 IV. Süden. A. — Eine beträchtliche Anzahl kleinerer jüdischer Gemeinden liegen in der Nähe von Marokko (Marrakesch), der südliche Hauptstadt. Familien Seelen Marakasch .... 2618 ........ 15700 Kh'sar die Am N'far 30........ 150 Tamilelt..... 40 ........ 200 El Kh'laa .... 50 ........ 250 El Fraita .... 15........ 75 Uled Bu Amir . . 20........ 100 Disra...... 25........ 125 ß'zu...... 20........ 100 Ikhaduchin ... 32........ 160 Ued di Ait Atab . 35........ 175 Auavi Ziht.... 20........ 100 ß'mi M'lal .... 60 ........ 300 El Kliasba di Tadla 21........ 105 Buzad di. Tadla. . . 55 ........ 275 Tabio di Entifa . . 25........ 125 Ait Taghila ... 18........ 90 Ait El H'ssin ... 12........ 60 Ait Mazu .... 15........ 75 Jhodzin..... 10........ 50 Ait B'lal .... 15........ 75