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Ost und West · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. Seite 153 - 154

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Journal
Ost und West
Volume
6 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Die Alliance Israélite Universelle
Date
1906-03-01
Page
Seite 153 - 154 (sequence 5)
Language
German
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153 Die Alliance Israelite Universelle. 154 trtsar* Lehrer und Schüler der Landwirtschaftlichen Schule der „Alliance Israelite Universelle" in Mikwe Israel (Palästina). verseile stets gewesen und im Grunde bis auf den heutigen Tag geblieben ist. Die Alliance hat ihren internationalen Charakter ja schon dadurch stets betont, dass ihr Zentralkomitee sich aus Männern aller Länder zusammensetzte. Nordamerika und Konstantinopel, Schweden, Dänemark und Italien waren darin vertreten. Nennen wie nur einige wenige der deutschen Männer, die ihm in den letzten Jahren angehörten und angehören: H. Meyer-Cohn in Berlin, Baerwald in Frankfurt a. M., Feilchenfeld in Posen, Neumann in Berlin, G-oldberger in Berlin, Porges in Leipzig, Salvendi in Dürkheim, Werner in München, G-umperz in Hamburg, Frank in Köln, Fuld in Frankfurt a. M. Wer wird es wagen, die patriotische Gesinnung dieser Männer anzuzweifeln? Und doch haben sie und viele andere nicht minder bedeutende mit Leib und Seele für die Ideen der Alliance gewirkt. Die Alliance Israelite Universelle hat ihre Kultur auf gäbe im weitesten Sinne aufgefasst. Sie war also auch eine grossherzige Förderin der jüdischen Wissenschaft und Literatur. Und es ist bezeichnend, dass die meisten gelehrten Werke, die nur dank ihrer Subvention erscheinen konnten, in deutscher Sprache verfasst sind. Einige wenige von den vielen mögen hier genannt werden: Hamburgers Beal-Encyklopädie für Bibel und Talmud, Frensdorfs Massora Magna, Kohuts Aruch Completum, Levys Neuhebräisehes und chaldäisches Wörterbuch, Bachers Haggada du Tannaiten und Amoräer, Berliners „Magasin", Frankl - Graetz" „Monatschrift". Von den zahlreichen, in Deutschland erschienenen, von der Alliance subventionierten hebräischen Werken älterer Autoren und ähnlichen Publikationen schon ganz zu schweigen. Wie kann man da von einem französischen Chauvinismus der Alliance sprechen? Fassen wir das Gesagte kurz zusammen, so kommen wir zu dem Schluss, dass die Alliance Israelite Universelle einerseits infolge ihrer glorreichen Tradition, ihrer grossen, in halbhundertjähriger Arbeit erworbenen Erfahrungen und des ihr entgegengebrachten Vertrauens, andererseits infolge ihres ausgeprägt internationalen, universell-jüdischen Charakters einzig und allein dazu berufen erscheint, das grosse Kulturwerk, das sie bisher geleistet, auch in Zukunft fortzuführen. Um ihre Fahne müssen sich alle diejenigen scharen, denen das Wohl unserer Brüder im nahen und fernen Osten ernstlich am Herzen liegt! Darum haben die Männer gut daran getan, die sich vor kurzem in Berlin vereinigt haben, um die alte ehrwürdige Institution zu erneuern und zu verjüngen. Inwiefern aber das Programm und die Wirksamkeit der Alliance einer Verjüngung und Abänderung bedarf, das wollen wir in einem andern Aufastz eingehend erörtern.

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