Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 6 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- Die Juden in Persien
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 109 - 110 (sequence 3)
- Language
- German
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109 Hermann Ihirchmlt: Die Juden in Persien. 110 Hamadaner Juden ein Lamm schachtend, dessen Fleisch unter die Armen verteilt wird. (Aufgei i Hermann Bnrchardt.) Isfalian und Jcdz nur auf einige Karawansereien beschränkt sind. — Trotz der grossen materiellen Vorteile, weichenden zum Islam U ebertretenden erwarten, — er wird z. B. Alleinerbe des ganzen Vermögens der Familie. — kommt ein solcher Uebertritt kaum vor. Die Alliance hat auch angefangen, ihre Schüler in verschiedenen Handwerken, Tischlerei. Schuhmacherei,Schneiderei unterrichten zu lassen. Es wäre aber jedenfalls anzuempfehlen, einige dieser Schüler in Europa in einem Handwerk gründlich unterrichten zu lassen, denn wohl nirgendsim Orient herrscht ein solcher Mangel an wirklich geschickten Handwerkern als in Persien. Um auch den Frauen und Mädchen Gelegenheit zum Verdienst zu verschaffen, hatte Möns. Bassam in Hainadan in der Schule eine Teppichknüpferei eingerichtet und mehrere der Mädchen in dieser Kunst unterweisen lassen. Die Alliance müsste in Persien mehr den lokalen Bedürfnissen Rechnung tragen und nicht einzig und allein auf die Verbreitung der französischen Sprache bedacht sein. In Isfahan und noch vielmehr in Schiraz wäre die Kenntnis des Armer Jude Englischen von ungleich höherem (Aufgenommen von i Hamadaner Juden in der Laubhütte Besuch erwartend. (Aufgenommen von Herrnann Bnrchardt.) Werte, da der Handel fast ausschliesslich in englischen Händen liegt. Einen befremdenden Eindruck macht es, dass die Schule der ,,Alliance Israeliteu in Isfahan unter russischem Schutze steht. Die A lliance ist in Russland verboten und es ist vorgekommen, dass Lehrer, die sich von Paris nach Persien begeben wollten, wegen ihrer Eigenschaft als Juden nicht dieErlaubnis erhalten haben, das heilige Russland zu passieren. Welchen Schutz würde die Regierung von Kischincw, Hornel, Odessa etc. wohl im Notfalle den -Juden in Persien angedeihen lassen?! In Persicn vertreten zwar die russischen Konsulate evtl. noch die Interessen der französischen Bürger; es wäre wohl aber angemessener gewesen, sich unter den Schutz des aufgeklärten britischen Reiches zu stellen, umsomehr, als die Lehrer der Alliance vorwiegend ottomanische Untertanen sind und gar keine Veranlassung haben, sich unter russischen Schutz zu stellen. — Würde das Zentralkomitee der Alliance diese kleinen Fehler, die ja nur die Mängel ihrer Vorzüge sind, verbessern, ihre Wirksamkeit für die in Isfahan Hebung der Juden im Orient wäre •ierm.mii Bnrchardt.) von unermesslicher Tragweite.