Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 5 (1905)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1905)
- Article
- Die Taufseuche in Wien
- Date
- 1905-12-01
- Page
- Seite 761 - 762 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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761 —m—G—.: Die Taufseuche in "Wien. 762 geistig verarmt und verwahrlost, zur intellektuellen ein seelenloses Gerippe, verachtet und gemieden Hilfslosigkeit verurteilt, ein Gespött der Völker, durch die Länder irrend .... ein Zerrbild verschwundenen Lebens, ein Gespenst, Schreckt euch dieses Zukunftsbild nicht? EINE VOGELSCHAU ÜBER DIE ENTWICKELUNG DER AMERIKA¬ NISCHEN JUDENHEIT IN DEN LETZTEN 250 JAHREN. Von Dr. Isidor Singer, Herausgeber der Jevrish Eucyclopedia in New York. IT-1) Nachdruck verboten. Am 29. April d. J. beging der bereits genannte New Yorker jüdische Club, The Judaeans, eine Art Vorfeier zu dem in diesem Herbste in allen grösseren jüdischen Gemeinden des Landes zu begehenden Nationalfeste zur Erinnerung an die jüdischen „Pilgrimfathers" des 17. Jahrhunderts. Mehrere hervorragende Vertreter der jüdisch-literarischen Kreise der amerikanischen Metropole, wie Louis Marshall, der bekannte Advokat und Verwaltungschef des Jewish Theological Seminar of America, Dr. Morris Loeb, Professor der Chemie an der Univemty of the City of New York, Präsident des Hebrew Technical Institute, und, was seinem Einflufse in der hiesigen Gesellschaft gewifs keinen Eintrag tut, Schwager des amerikanischen Rotschildt, Herrn Jacob Ii. Schiff, Herr Leo Hühner, ein tüchtiger junger Historiker aus der Schule der Amerikan Jewish Hisf orical Society, und andere mehr h ielten aus diesem Anlasse einen Zyklus von Vorträgen über die verschiedenen Phasen der jüdischen Kulturgeschichte Amerikas wäbrend der letzten 250 Jahre. Natürlich nur die wichtigsten der von diesen Herren näher behandelten Daten können den Gegenstand der vorliegenden fragmentarischen Studie bilden. Die Jahre 1607, 1614 und 1620 sind epochemachend in der Geschichte der Kolonisation der Vereinigten Staaten; in ihnen landeten die Tories in Virginia, die Holländer in New Amsterdam und die berühmten Pilgrimfathers, die Ahnen New Englands. l) Siehe „Ost und West" Heft 10/11, 1905. auf dem Plymouth Felsen. Die Urväter der amerikanischen Judenheit waren demnach Zeitgenossen der Puritaner und Knickerbockers und bereits Jahrzehnte, ja, Jahrhunderte im Lande, als die Irländer, Deutschen, Skandinavier, Ungarn und Italiener ihr Glück in der neuen Milliardenwelt suchten. Es ist dies ein sehr wichtiges Moment, nicht bloss von historischer, sondern auch von praktischer Tragweite. L>ie Zahl der Einwanderer in die Vereinigten Staaten von 1789 bis 1820 wird auf 250000 geschätzt: von 1820 — dem ersten Jahre, in welchem die amerikanische Regierung eine strikte Einwanderungsstatistik etablierte — bis 190+ kamen 22 571 732 Fremde ins Land. Während die Gesamtziffer der Einwanderer 1820-1824 (inkl.) 38 689 Seelen betrug, stieg dieselbe in den Jahren 1900-1904 (inkl.) zu 3 255 149. Wenn wir ferner bedenken, dass die Bevölkerung der Vereinigten Staaten im Jahre 1800 5 308 483 betrug, während der Zensus von 1904 81 752 000 ergab, kann sich selbst der Nichtstat istiker aus den angeführten Ziffern eine ziemlich klare Vorstellung von der nationalen Zusammensetzung des amerikanischen Staatswesens bilden. In diesem ungeheuren Völkergemenge bilden die Juden ungefähr 1,6%, und davon war genau der sechste Teil (250 000) bereits vor 25 Jahren (1SS0) im Lande ansässig, so dass unsere Glaubens- und Stammesgenossen nicht bloss in Russland, Deutschland und Italien, sondern auch in den Vereinigten Staaten zu den Autochthonen gezählt werden B'ne Jeschurun Tempel, Cincinnati, Ohio.