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Ost und West · 1905-10-01 · Heft 10-11 (Oktober-November 1905) · p. Seite 701 - 702

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
5 (1905)
Issue
Heft 10-11 (Oktober-November 1905)
Article
Die biblischen Gestalten in der bildenden Kunst
Date
1905-10-01
Page
Seite 701 - 702 (sequence 7)
Language
German
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701 Dr. G. Kutna: Die biblischen Gestalten in der bildenden Kunst. 702 zwei Blättchen mit demselben Gegenstand m ähnlicher Behandlung. Noch in einer Form stellt die Kunst Adam und Eva dem Tode gegenüber, dem wirklichen Tode, den sie in ihrem Sohne Abel vor sich sehen. Dies geschieht schon sehr irüh, und im Mittelalter häufiger als in der Renaissance. Einzigartig aber und von machtvoller Sprache und ergreifender Einfachheit ist der „Tod Adams" auf einem Fresko des Piero della Francesca in San Francesco zu Arezzo. Der ganze Zyklus hat die Wunder des heiligen Kreuzes zum Gegenstand, das am Beginn seiner Wanderung auf Adams Grab gepflanzt wurde. Diese Gelegenheitsursache hatte aber keinen Einüuss auf das Werk, und der Geist der Fresken hat nichts von der Blässe der Legende. . Adam sitzt da, nackt auf dem Boden. Er ist steinalt geworden. Soeben hat er seine dürren Glieder mit Evas Stütze emporgereckt, nun hat sein Kopf mit dem weissen Haar die beherrschende Vertikale der Komposition. Das Auge blitzt noch einmal hinaus, wie um einen letzten Beutezug nach Lust zu tun; die Hände sind krampfhaft nach vorn bewegt. Ein letztes Lauern auf Leben und Lust; im nächsten Augenblick sinkt er rückwärts, — und das erste Dasein des ersten Menschen hat sein Ende gefunden. Um ihn stehen drei Männer und blicken tief sinnend auf ihn herab. Er hat's gewagt, dieses grosse Wagnis des Lebens. Greise, alt und hager ist er geworden, und jetzt wird er sterben. Und doch leuchtet sein Auge verlangend und gierig, noch wollen die Hände greifen, noch leuchtet ein Ja dem Leben zu. Und ernst sinnen sie um ihn. Das Dasein endet, und dieser wird nicht sein. In seinem ganzen Ernst kommt der Tod in das Bewusstsein des Menschen, und zum erstenmal durchschauert ihn das gewaltige Gesetz. In ernster Besonnenheit drückt dies die jüngste Gestalt aus, in gesenkter Haltung sieht der Zweite nachdenklich nach unten, und mürrisch ängstlich blickt der Aelteste auf den sterbenden Vater. Eva gibt die Folie. Sie stützt den Mann; sie hat teilgenommen an seinem Leben, ihre Schicksale liegen hinter ihr, so steht sie lautlos an seiner Seite, um ihm zu den Schatten zu folgen Jüdisches Wiegenlied. Mitgeteilt von E. Sacher, Kolomea. (Volksmelodie.) Nachdruck der Noten verboten. Bearbeitet von Arno Nadel, Berlin. Langsam Klavier.' Pi-pi-pi-pi - pi, der Ta-te niszt du Me, wie is Ta-te g'-fuh-ren, kein Stryj. Wus wet Ta-te kaj_ fen a Kel-ta-le mit a Küh, wer wet sie mel - ken ich und dü. mm ml i^ff m i m flP ff #<£a %a. # * H

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