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Ost und West · 1905-07-01 · Heft 7-8 (Juli-August 1905) · p. Seite 455 - 456

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
5 (1905)
Issue
Heft 7-8 (Juli-August 1905)
Article
Jerusalem
Date
1905-07-01
Page
Seite 455 - 456 (sequence 4)
Language
German
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455 Dr. Martin Philippsou: Jerusalem. 456 müsste, der Lage der Dinge nach, ein streng konservativer sein, aber dabei müssten und könnten Anstand, Ruhe und Gesittung aufrecht erhalten werden. Einheimische Persönlichkeiten, sorgfältig aus den verschiedenen Schichten ausgewählt, müssten, unter der Kontrolle eines Komitees der Stifter, den Kultus leiten. Das Beispiel, das von hier ausginge, würde einen unberechenbar grossen erziehlichen Einfluss auf die jerusalemitischen Juden ausüben. Hier wäre für die Zionisten eine Gelegenheit, ihre Begeisterung für Zion durch ein grosses, rühmliches und segensreiches Unternehmen zu bewähren; hier sollten sie Hand anlegen, um den Zielpunkt ihrer Wünsche und Bestrebungen in würdiger Weise zu gestalten und darzustellen. Aber auch alle Juden, die die Ehre und das Ansehen ihrer alten und doch stets sich verjüngenden Gemeinschaft hoch halten, müssen zu diesem Zwecke mit Freuden beitragen. Das hochragende Bauwerk würde an dem heiligen Orte, wo jetzt das Judentum in Niedrigkeit dahinlebt, dessen Ehre verkünden und uns moralisch unser Jerusalem zurückerobern. Es würde das Wahrzeichen werden für den Anbruch einer neuen, einer besseren Zeit des jüdischen Palästina. ^udenlieder. fruchte. €s schlängelt sieb ein stiller Steig Hm f uss des ßügelbanges. JVKr winkt so mancher volle Zweig Xm Schatten meines Ganges. Und will sich runden meine Rand, Die früebte zu ergreifen, Da ruft's: 6s ist ja fremdes Hand, (Qo früebte — fremden reifen. ]VI. Scberlag. In der ]Sacbt. pana. Gin sanfter friede legt sich um mein f)erz, Wenn sie es auch nicht offen zeigen, Wie eine weiche JMutterband; Ich fühle doch das herbe dort 6s blicht mein müdes Huge himmelwärts: Qnd sehe fable Cotenreigen Dort oben ist das Wunderland, Hus schwarzen JSebeln aufwärts steigen: Wober der friede kam wie Cau und jviobn. Das treibt von manchem fest mich fort. Doch sieb% wo erst die JYIondesscbeibe stand, Qnd bab doch auch ein beiss Verlangen 6in Huge sanft und wunderbar, JVacb Reimatfreude, Bruderhand, Starrt drohend jetzt die düstre Wolkenwand . . Wie alle, die mit mir den langen, Clnd wieder bin ich, wie ich war: So glücklich — wirren Weg gegangen So friedlos wie ein mutterloser Sohn. Durch mein verträumtes 3ugendland. ]Yl. Scberlag. ^ahob Picard. Beruhigung. Weisst du, ob 3fuda aufersteht? Ob dir der Craum Crfüllung bringt?-- Doch eins ist dein: Du durftest sehn, Wie sich das Volk zum Lichte ringt. Weisst du, ob einst Crfüllung wird Dem sehnsuchtsvollen L-icbt-Verlangen? Doch eins ist dein: Du fühlst dein Selbst In seines Werdens frohem Bangen. Du durftest trunhnen Huges scbau'n, Wie singend sich die f)erzen dehnen, Wie wir ein neues Raus erbau'n Hus neuer Schönheit Sehnsucbtstränen. Wien. Hrthur f reud.

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