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Ost und West · 1905-06-01 · Heft 6 (Juni 1905) · p. Seite 379 - 380

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Journal
Ost und West
Volume
5 (1905)
Issue
Heft 6 (Juni 1905)
Article
Eine jüdische Künstler-Familie
Date
1905-06-01
Page
Seite 379 - 380 (sequence 4)
Language
German
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379 M. Horodischz: Eine jüdische Künstler-Familie. 380 c m durch die Wüste, während in den Wolken sich ihnen der h Allmächtige" zeigt und die Klagemauer zu Jerusalem. Interessant ist die Linie um den Schaddaj, die sich aus 52 kleinen Davidsschildern, der Zahl der Wochenabschnitte entsprechend, zusammensetzt. Menorab, Priesterhände und Gravierungen entsprechender Bibelsprüche bilden den weiteren dekorativen Teil dieser sinnreich komponierten Arbeit. Am unteren Ende hängt ein kleines silbernes Tefillingebäuse, und die Schnur, die zum Aufhängen des Schaddaj dienen soll, ist aus feinen Silberfäden zur Gestalt der Zizit gewunden. Der Künstler steht jetzt in der schaffensreichsten Periode seines Lebens, und die Werke, die er uns verspricht, werden einen Ehrenplatz in unserer jungen jüdisch-dekorativen Kunst einnehmen. Der Gelehrte, der einst die Geschichte der jüdischen Kunst schreiben wird, wird nicht stillschweigend an den Arbeiten der beiden Söhne Jacob und Salomon des Schöpfers der Tiara vorbeigehen können. Es wäre gerecht, die Werke dieser jungen Künstler hier eingehender zu besprechen, aber leider übersteigt dies den Rahmen der uns gestellten Aufgabe. Sie sind Söhne ihrer jüdischen Zeit. Mit inniger Liebe wie ihr Vater am jüdischen Volke hängend, suchen sie das Schöne und Edle in ihrem Volke selbst. Vom Aelteren, Jacob, bringen wir ein Relief „Aufstand der Makkabäer" und eine Statuette „Judith". Er wandelt aber immer mehr in den Fussstapfen seines Vaters und wendet sich der Graveur- und Goldschmiedekunst zu. "- Kü-^>i^S^¥!^"''-v^'.;:?~ [juy-^^^f 'w^ >\ * * ^>\.ä ' & VV*/4v:^-' , fk H v, f A X' .....k, fciTite^f^.?'--\^K:**.*W<}&?- ■■ "■ *v*.' >'v* ■ ti 5 ■ i; •v :r> ■ + ^'*m -t ■ -\- . r ■ j£;(^-- . v *\ 4*=^. ^■-■t'lv::^^-- ^^bm — iv ISRAEL ROÜCHOMOVSKI. Szene aus der Tiara des Saitapharnes. Der Jüngere, Salomon, ist aber durch Werke vertreten, die schon jetzt von künstlerischer Fertigkeit zeugen. „Bar-Kochba", „Der erste Unterricht", ein Bronzemedaillon „Der Dichter und das Leben", ein Porträt von „Camille Legrand" und die letzte Arbeit „Verfolgung", ein Gedenkstein der traurigen Tage von Kischineff, der unglückliche Vater sein erschlagenes Kind haltend, das sind Werke, die die rasche Entwicklung des jungen Talents in erstaunenswerter Weise vorführen und zur Bewunderung hinreissen. Die edle Empfindung einer zarten Seele schlägt hier kräftige Akkorde an, und die, die sich vor das Forum der jüdischen Künstler stellen und die Existenz, selbst das Werden einer jüdischen Kunst verneinen, sollen bei der jüdischen Künstlerfamilie Rouchomovski nach ihren höchsten Idealen fragen. MAIMONIDES. Von Rabbiner Dr, (Schill! Der dritte Teil des Buches „Morch" hat zum Hauptinhalt eine Untersuchung über die Gründe der biblischen Gebote. Die Gesetze der Thora haben sämtlich einen höheren Zweck, der bei manchen direkt angegeben, bei anderen leicht zu erkennen, bei anderen wiederum erst zu suchen und aus genauer Kenntnis der Zeitverhältnisse, unter denen sie gegeben wurden, zu ermitteln x) Siehe „Ost und West" Maiheft. Y. Perl es.1) Nachdruck verboten. SS.) sei. Er teilt darum die biblischen Gebote in 14 Gruppen, denen er alle Einzelvorschriften einzuordnen unternimmt. Manche Gebote seien mit Rücksicht auf die einst herrschenden Zustände und Meinungen erlassen, sie enthielten einen Protest gegen das Heidentum, dem sie auf die verschiedenste Weise entgegenwirken sollten. So seien die Opfervorschriften der Thora nur aus dem Bestreben zu erklären, dem unsittlichen und unmenschlichen heidnischen Opferwesen ein Ende

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