Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 5 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- Glasfenster in Synagogen
- Date
- 1905-04-01
- Page
- Seite 277 - 278 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Felix Feuchtwanger: Glasfenster in Synagogen. 278 Jakof ben Ascher: Arboh Turim, die vier Türme: Orech chajim, Pfade des Lebens — zum Turme führen von allen Seiten Wege; Jore teoh, Lehre der Erkenntnis — ein Turm, von dem Lichtfülle ausstrahlt; Efen hoeser, Stein der Hilfe — ein Leuchtturm; Choschen mischpod, Brustschild des Rechtes—einTurm, über dessen Hingang Ahrons Brustschild befestigt ist. Kalonymos benKalonymos: Efen Bochen, der Prüfstein — ein Fels, auf welchem golden das Wort „Tohor", („Rein") erstrahlt. Estori Parchi: Kaftor foferach, Kelch und Bl üte — ein blühender Mandelstrauch. Joseph Karo: Schulchon Oruch, der gedeckte Tisch, und Misch rieh Kesef, doppeltes Silber — ein gedeckter Tisch mit zwei silbernenTellern, zwei Bechern etc. Jakof. ibn Chabib: Ajin Jakof, Quelle Jakobs — eine Quelle, darüber der schwere Stein, den Jakob wegwälzt. R. David b. Schmuel goldener Kranz — den gedeckten Tisch (s. Jeschajo Horowitz: Sehne beiden Bundestafeln — sich von selbst. Avrohom Gombinner: Mögen Avrohom, Abra- Zum Artikel: Glasfenster in Synagogen. ha-Levi: Türe sohof, ein goldener Reif um o.). luchos habris, die Darstelluno; ergibt hams Schild — ein Schild mit der Aufschrift „Bris" („Bund"). Schlomoh Phöbus : Bajis Schlomoh, Haus Salomos — der Tempel. Da hatte ich nun Material in Hülle und Fülle. Wenn ich die beiden Fenster an der Eingangsseite des Hauses für die Namen jener grossen Lehrer reservierte, deren Werke nicht bildlich darzustellen sind, so hatte ich noch acht Fenster zu füllen. Dazu reichten die hier angeführten Werke dann aus, wenn ich je zwei in einem Fenster darstellte. Hierdurch war es möglich, die Fenster mit farbigen Flächen zu füllen und den Charakter des Glasfensters zu wahren. Es ergab sich dann folgende Anordnung: Als Umrandung dienten Guirlanden derjenigen Früchte, die in Palästina nach Aussage der Bibel besonders gedeihen: Gerste, Weizen, Wein, Granatäpfel etc. Die Guirlande teilte das Fenster der Ouere nach in zwei Hälften, deren jede ein Bild ausfüllte. Ueber dem Bilde stand der Verfasser, unter demselben der Titel des Werkes, und nun mögen die Besucher des Gotteshauses kommen und die Namen lesen, fragen und von ihren grossen Lehrern hören. Ob die Fenster, wenn meine Ideen verwirklicht werden, als Erzeugnisse jüdischer Kunst anzusehen sind, bezweifle ich. Aber in die Synagoge passen sie; sprechen sie doch von Israels reiner Lehre, lehren sie uns doch unseres Volkes grosse Meister, erinnern sie uns an unseres Glaubens göttlichen Geist.