Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 5 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- Was erzählen die Monumente Ägyptens über Israel?
- Date
- 1905-02-01
- Page
- Seite 117 - 118 (sequence 2)
- Language
- German
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117 Dr. A. Gutmann: Was erzählen die Monumente Aegyptens über Israel? 118 beigetragen, während die Uebertreibungen und Extravaganzen das Ansehen und die Wirkungskraft unserer heiligen Schriften nicht im geringsten angetastet haben. Denn die Wahrheit der biblischen Bücher beruht nicht darauf, dass die etwa in ihnen geschilderten Vorgänge irgendwo, irgendwann, in der groben, handgreiflichen Wirklichkeit sich buchstäblich so und nicht um ein Jota anders abgespielt haben, sondern auf dem durchgeistigten Spiegelbild, welches sie von der Welt und den Vorgängen entwerfen, auf der Art, wie ihre grossen Persönlichkeiten diese Welt begreifen und sich zu ihr verhalten. Wie verfehlt aber es war, die, wenn auch noch so sehr gewagten bibelkritischen Hypothesen der Masse des gebildeten Lesepublikums zu verschweigen, zeigte am deutlichsten der alberne Bibel-Babel- Rummel. Da wurden die arglosen Leser von einer Menge sicher auftretender Behauptungen förmlich überrumpelt, die alles bisher Geglaubte umzustürzen schienen; und sie hatten keine Ahnung, dass diese sich teils als kühne Uebertreibungen harmloser Erkenntnisse, teils als verfrühte Erklärungen noch dunkler und strittiger Fragen herausstellen werden. Wären wir seit ieher mit dem Gang dieser Forschungen und Theoreme vertraut gewesen, hätten wir Zeit gehabt, sie mit Ruhe zu erwägen und mit unserer früheren Erkenntnis in Uebereinstimmung zu bringen — uns wäre manche Üeberraschung, manche Beunruhigung des Gewissens erspart geblieben. Nicht nur mit der bab5donisch-assyrischen, sondern auch mit der ägyptischen AltertumsigmgLTmwam^mtemmxüuiii jglEaigg^^^^^i^jg^gggi mm^iM«^^ HfifUA^gliä^^ iM£gj: hmfn&mm§^^mmm^j^mmMM> Jg»M&t^^ ^ffilftils®^^ ■ MSM^MMEEMSMMS^S^^S SS-tF* 5t5.tt:<; f^oa^ jj^^^^g^g^^jgigg^^^nii rmmuMZt^^mAi[m\EL^mM^M^äMM ^m^^Bm^^mm^mimci^mmm^ MTä&^mm^m^SB^m zm^ms^ gäs^Lg;-g[i.-7t ^n^ri^gg^y j^w^gj^ C8rem^«yL's: pMMmMi^i§£mmmn^5i^mmmBri2ti) W£,mi^m vm*^mMw/Mvm$%&%m ^m^^m^mmmw^mmi^j^s^m^m j^rsaMaiffim m^^üfMi^^mm^jm^srmjimm1' :m^mm%imm^>im^Mm^mmiL mvj\': imta .^layjpj^fli^i^? ^' Die von Flinders Petrie im Jahre 1896 entdeckte Grab- Stele aus dem Grabtempel des Königs Merneptah, in welcher der Name Israel vorkommt. künde hat bekanntlich die Bibelwissenschaft sich auseinanderzusetzen. Und auf diesem letzteren Gebiete haben wir eine sehr interessante neue Publikation zu verzeichnen, in der der rühmlich bekannte Strassburger Aegyptologe Wilhelm Spiegelberg die Frage erörtert: was wir nach dem Zeugnisse der ägyptischen Denkmäler über den Aufenthalt Israels im Pharaonenlande wissen können?1) Es gibt bekanntlich Historiker, die die Geschichte vom Aufenthalt der Israeliten in Aegypten und ihrer Erlösung aus dem „eisernen Schmelzofen", — eine fundamentale Vorstellung des religiösen und historischen Bewusstseins des jüdischen Volkes seit den ältesten Zeiten— schlechtweg in das Reich der leeren Erfindung verwiesen. Ja es existiert eine dickleibige und witzige Geschichte des Volkes Israel, in der der Name Mosis — bis auf die Epoche des babylonischen Exils — überhaupt nicht erwähnt wird. Man machte geltend, dass in den ägyptischen Denkmälern keine Erwähnung von Israel, von Mose, vom Exodus, oder von Jakob und Joseph zu entdecken war. Da war es freilich anerklärlich, wie es kommen konnte, dass die Erfindung irgend eines „Novellisten" im 9. oder 7. Jahrhundert sich so tief in die rückwärtsdes Volkes eingraben beherrschen konnte, dass W^MS^^^I^^M^^: Hjüjgg schauende Erinnerung und seine Phantasie sie zum. Ausgangspunkte der Volksgeschichte, zur Basis und Begründung der wichtigsten reli- *) Der Aufenthalt Israels in Aegypten im Lichte der ägyptischen Monumente, von "Wilhelm Spiegelberg, a. o. Prof. in Strassburg. Mit 12 Abbildungen. Strassburg, Schlesier & Schweikhardt. 1904.