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Ost und West · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. Seite 115 - 116

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Journal
Ost und West
Volume
5 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Der Tod der Debora Traub
Date
1905-02-01
Page
Seite 115 - 116 (sequence 5)
Language
German
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115 Richard Huldschiner: Der Tod der Debora Traub. 116 pflegers, und Serka, meine Frau und eure Grossmutter, die nun auch schon alle in Gott ruhen und unser in Liebe gedenken mögen. Und während ich draussen im Gang gen Osten gewendet, die Tefillim anlegte und zitternden Herzens das Morgengebet sprach, haben die Frauen die Debora zur Bestattung gewaschen und angekleidet und hat sie alles in Liebe angenommen. Ich bin noch einmal hineingegangen, da die Frauen mit vielen Zähren den Kerker verliessen, habe sie geküsst, ihr die Hände auf den Kopf gelegt und sie von Herzen gesegnet, wie ich meine eigene Tochter am Tage ihrer Hochzeit gesegnet habe, da diese doch nur Freuden entgegenging. Die Debora hat kein Wort mehr gesagt und hat nur gewartet, bis die Hochweisen kamen und Meister Henning Wöllmer mit seinen Knechten, Glock sieben, eben da es anfing im Osten sich morgendlich zu röten. Sie hat sich noch einmal in ihrem Kerker umgesehen, hat dann die Augen niedergeschlagen und ist in ihren Fesseln gegangen. Ich aber hob die Hände, schlug an meine Brust und betete das Gebet, das man bei Leichenbegängnissen spricht: „Unser Hort ist ohne Fehl, sein Wirken und sein Walten recht und gerecht, ein Gott der Wahrhaftigkeit ist er und der Treue, untrüglich und untadelhaft, mild und gerecht. Unser Hort ist ohne Fehl in all seinem Tun. Wer könnte zu ihm sagen, was tust Du da? Der da schaltet in den Tiefen und in den Höhen, tötet und belebt, senket den Menschen in das Grab und hebt ihn aus dem Grabe empor. Gerecht bist Du, o Gott, wo Du tötest, und gerecht, wo Du belebest, in Deiner Hand ist das Geschick aller Lebensgeister. Lösch und tilge nicht unser Angedenken aus, lass Dein Auge offen, Dein Erbarmen stets auf uns gerichtet. Und wenn ein Mensch ein Jahr lebte, und wenn er tausend Jahre lebte, was hätte er mehr daran? Wenn es aus ist, ist es, als wäre er nie gewesen. Du gibst jedem nach seinem Weg und Wandel, nach dem er es verdient hat und verschuldet, auf dass verkündet werde in der Welt: Gott ist gerecht, er mein Hort, an ihm kein Fehl und Falsch. Gott hat gegeben, Gott hat genommen, der Name Gottes sei gelobt."-- Nach Ausgang des nächsten Sabbats bin ich mit sechs Leuten und dem Meister der Henkersknechte, mit Erlaubnis des hochweisen Herrn Prätors, solche Frau wieder auszugraben, aber im Geheimen wegen des Pöbels, nach dem Gerichtsplatz gegangen. Wir haben von Glock 10 bis 5 Uhr morgens gesucht und fanden sie endlich in einem Sumpf und konnten sie nur mit Mühe herausbekommen. Dann hüllten wir sie in ein Leilich, legten ein Tuch in den Sarg, zogen ihr Socken an und bekleideten den Kopf wie bei anderen Leichen, haben aber die Waschung unterlassen. Am nächsten Tage, den 25. Schebat, begruben wir sie auf dem neuen Friedhof vor dem Dammtor. Der Herr nehme ihre Seele in Liebe auf. ihre Seele gehe ein in den Bund des Lebens, der Tod schwinde für immer! Amen. WAS ERZAEHLEN DIE MONUMENTE AEGYPTENS UEBER ISRAEL? Es war ein verhängnisvoller Fehler der jüdischen Publizistik, dass sie es verabsäumt hatte, unser Publikum mit den Hypothesen und Theorien bekannt zu machen,welche die orientalistischeWissenschaft, von den aus dem Schosse der Erde zutage geförderten Denkmälern Vorderasiens und Aegyptens ausgehend,über das biblische Altertum und den Ursprung-Israels aufstellte. In diesen Theorien, zumal wenn man auch noch die sogenannte höhere Bibelkritik in Betracht zieht, vermengte sich Wahres und Falsches, Tatsäch- Memeptah, liches^und Uebertriebeder Pharao des Exodus. nes bis zur Verwirrung. Gut mann. Nachdruck verboten. Es ist auch nicht zu leugnen, dass sie nicht allein dem reinen Erkenntnisdrang und dem Streben nach.Wahrheit ihren Ursprung verdankten, sondern dass dabei auch die Lust am Zerstören, das Besserwissenwollen und nicht zuletzt das redliche Bedürfnis, den „Nimbus des auserwählten Volkes" zu verdunkeln und sein Schrifttum möglichst herabzusetzen, eine Rolle gespielt haben. Alles in allem jedoch hat das Körnchen von Wahrheit, welches sie enthielten, viel zum Verständnis der Bibel in linguistischer, historischer und archäo- „ ,T Ramses II, logischer Beziehung der Pharao der Bedrückung.

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