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Ost und West · 1922-05-01 · Heft 5-6 (Mai-Juni 1922) · p. Seite 163 - 164

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Journal
Ost und West
Volume
22 (1922)
Issue
Heft 5-6 (Mai-Juni 1922)
Article
Das Judentum in christlicher Darstellung
Date
1922-05-01
Page
Seite 163 - 164 (sequence 7)
Language
German
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163 Das Judentum in christlicher Darstellung 164 diesem Zwecke benutzten sie hauptsächlich Material, welches von ihren Vorgängern auf sie gekommen war, ohne der Tatsache genügend Beachtung zu schenken daß es zu allen erdenklichen Zwecken gesammelt worden war, nur nicht dazu, religionsgeschichtliches Material zu liefern. Die apologetischen Auszüge waren auf bestimmte Gegenstände der christlichen Lehre beschränkt. Eine zu polemischen IZwecken . unternommene Auswahl von Zitatenist die letzte Art- Quelle, auf die ein Historiker zurückgreifen durfte, um einen richtigen Begriff von dem zu erlangen, was eine -Religion in Wirklichkeit ihren Bekennern bedeutete. Überdies richtet sich Apologetik und Polemik an die Zeitgenossen und holt ihre Beweise ebenso aus der Vergangenheit wie aus der Gegenwart. Wenn sie an die Vergangenheit gegen die Gegenwart appellieren, so ist es die Autorität des' Alten, die sie suchen, nicht die Geschichte der Lehre.. Es dürfte möglich sein, ihre Auswahl ans den Quellen chronologisch zu ordnen und sie dann nach' ihrem Alter zu bestimmen, aber nicht aus' solchen Sammlungen diejenigen Seiten der Religion zu entnehmen, die dieselben gar nicht kennen. "Die systematischeren Werke, besonders aus dem siebzehnten Jahrhundert, sind Beiträge zu der christlichen — vornehmlich protestantischen — Theologie, für welche die Darstellung der jüdischen Lehre nebensächlich ist. Die rabbinischen Glossen zum Neuen Testament hatten endlich niemals die Absicht, das Judentum zur Zeit des Neuen Testaments darzustellen, sondern Stellen aus den Evangelien und anderen Büchern durch Parallelen aus der jüdischen Literatur zu illustrieren, in derselben Weise wie Grotius und andere dieselben Bücher und oft dieselben Stellen illustriert haben durch überreiche Zitate aus griechischen und lateinischen Autoren. Am allerwenigsten ließen es sich Cartwright und Lightfoot und die übrigen träumen, daß ihre Illustrationen von den Modernen dazu benutzt werden würden, den Ursprung neutestamentlicher Ideen zu erklären. Ein sdh'lagendes Beispiel für einen solchen falschen Gebrauch ihrer Sammlungen bietet eine ganze Reihe von Kommentaren zu 1. Kor. 15, 45, wo gesagt wird, daß die 'Identifikation des> „zweiten Adam" mit dem Messias ganz gewöhnlich bei den Rab'binen zu Paulus' Zeiten war »und daß diese sie von ihm zweifellos übernommen habe. Das ist wahrscheinlich durch Schöttgen in die exegetische Überlieferung gekommen, der (nach Edzard) auf „Neve Schalom fol. 160a" verweist. Der Autor des genannten Buches starb im Jahre 1492, und keine ältere Bibelstelle ist nachgewiesen worden. Man kann annehmen, daß Schöttgen das Alter des Werkes bekannt war. Diejenigen, welche ihn zitieren, scheinen sich aber einzubilden, daß ein Bucli mit einem hebräischen Titel so alt sein muß wie Paulus32). 33) Siehe meine Bemerkung im Journal of Biblical Literature XVI (1897), 158—161; Fr. Schiele, Zeitschr. f. wissenschaftliche Theologie XLIl (1899), 20 ff. ffiFffßPMIßfaufflärenöe «Arlften gratis* i Porte «rrofinfcht, jeöoä) nicht 5 unbedingt »erlangt, 7*ufrla> ■ ecnöe 6cofä>üce gegen JH. 2.— t lafRartcn oderPapiergcld feto, j nod^o 1 &*rfand0*rtUJ$aft 9 amburcj 40 ♦ RatMop©/tbef Kao'7» W erhältlich in Bpotbeten, Drogerien» Reform' u. eanltä tegefdjäf ten. Kunstverlag Phönix Leo Winz, CharlottenDurg 2 Knesebeckstraße 32 Hervorragende Auswahl in Photogravttren und Postkarten nach jüdischen Kunstwerken Man verlange Prospekte Zur Srhaltung des schönsten öchmuckes des jugendlich-vollen,, geschmeidigenduftigen Jiaareö.

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