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Ost und West · 1922-05-01 · Heft 5-6 (Mai-Juni 1922) · p. Seite 147 - 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
22 (1922)
Issue
Heft 5-6 (Mai-Juni 1922)
Article
Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin
Date
1922-05-01
Page
Seite 147 - 148 (sequence 5)
Language
German
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147 Die zweite Ausstellung in der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin 148 leuchter, dessen Arme sich nicht zu gleicher Höhe genommen wurden. Wenn aber auf dem silbernen, erheben, um ihr Licht in einer Linie aufflammen achteckigen Augsburger Becher des Rabbiners zu lassen, sondern zweigartig so geordnet sind, Chajim Brall (ben Löb oder Lipman, Leser) aus daß immer nur zwei Lampen nebeneinander dem Jahre 1756/57 auf Hebräisch die Worte brennen. Auch hier erscheinen die beiden Männer, stehen: „Gedenke und beobachte den Sabbattag, stehen aber nicht in einfacher Tracht da, um mit ihn zu heiligen" oder auf dem gleichfalls acht* Kanne und Zünder zu paradieren, sondern sind, eckigen Augsburger Silberbecher ungefähr derselben festtäglich gekleidet, damit beschäftigt, den Leuchter Zeit die Worte: „Und es verkündete Mose die in Ordnung zu bringen. Der eine Feste des Ewigen den Kindern Israels", g;ießt mit der Kanne Öl in die Schalen, & so wissen wir, daß wir einen Kidduschs der andere hält an diese den Zünder, becher für Sabbat bzw. Jomtow vor um die Dochte des öllichts zu enfc? ^fflBF uns haben. Gerade so wie bei ent* zünden. Die kostbare Lampe wurde ^jSÖSjSL sprechender Inschrift auf die Be? auftragsgemäß von nichtjüdischer Seite iHpflHPMHt Stimmung zum Habdalabecher ge= 1761 in Dresden gearbeitet — der König /*P-J5^tISi schlössen werden muß. von Sachsen war gleichzeitig König uHe^^^BhHw Auch ein Beschneidungsbecher (für von Polen. Darum entbehren auch WM Meziza) *st vorhanden. Er fällt die beidenMänner des jüdischen Typus, wl H durch seine Kleinheit auf und ist durch sie sehen eher wie sächsische Hof? fttW^HV j nerjräische Inschrift: „Siehe da beamte aus. wfflHSa / ^as *^ut ^es Bunc*es> ^en der Ewige Noch eine dritte polnische Lampe w^BBK/ mit Euch geschlossen hat" (Exod. ist vorhanden, und zwar aus Holz. V« Wvy XXIV, 8) charakterisiert. Der von Sie ist nicht wie die anderen für Öh ^SHS^mt ^er Berliner »Gesellschaft (Chewra) beleuchtung, sondern für Kerzenlicht ^lfir^ Hachnaßath Kalla" geliehene silberne eingerichtet. Die Rückwand zeichnet Ä Jj| Weinbecher (Koß schel Beracha) aus sich dadurch aus, daß im Rahmen ifKeft^fi ^em Jaftre 1786 wurde von dem Ober* eines Tores die drei Segenssprüche über ÖSP^j landesvorsteher Jakob Moses gespendet, das Anzünden der Lichter und das ^ESwdf Künstlerisch bedeutsam ist der Gebetstück "Wn nnw in Relief buch? eWwem vergoldete Silberbecher der Alten staben aus Holz geschnitzt sind. Dazu JSSB«^ Synagoge (Abb. 4), der, 1827 oder gesellen sich andere geschnittene Ver* jfi^SSSB^^^L ha\d darauf gestiftet, das Andenken zierungen: über dem Tore Gesetzes* ifflnr?^ des in Berlin verstorbenen Ehepaares tafeln mit Krone und Löwen, noch ^S^mg^j^Bmä^S^ Benjamin Pollak und Ehefrau Simcha höher Blumentöpfe und Wappenadler, Abb. 4. Becher der Alten verewigt. Aus zierlichem Fuße wächst zu beiden Seiten des Tores Laubwerk Synagoge zu Berlin (um 1850) ein Stil mit Blättern, aus denen sich ein mit Tieren. Das Ganze ist bunt birnenartiger Kelch mit Deckel und in Ölfarben bemalt. Man weiß nicht, ob man Knauf erhebt. Den Stil umfaßt links unten ein mehr über die Kunstfertigkeit des jüdischen Schnitzers oder über die Gleichgültigkeit staunen soll, mit der diese kunstgewerbliche Leistung all* jährlich zur Channukazeit der Gefahr, in Brand zu geraten, ausgesetzt wurde. Eine wertvolle Sammlung von Kultusgeräten ist in der Vitrine neben dem großen Channuka* leuchter der alten Synagoge ausgestellt. Am zahl*1 reichsten sind die Becher und Büchsen vertreten, jene durch Gesetz und Sitte geweihten Gefäße, die wir zu Beginn und beim Scheiden unserer Sabbate und Festtage mit Dank gegen Gott in die Hand nehmen. An und für sich kann derselbe Becher am Sabbat wie am Festtag und sowohl zu Beginn wie am Schluß dieser geheiligten Tage in Gebrauch kleiner Löwe. Der Becher war offenbar für Kiddusch oder Habdala bestimmt, aber dazu wegen seines schwachen Griffes garnicht geeignet. Es scheint, als ob er deshalb überhaupt nicht in Benutzung genommen worden ist. Wenn der eigentliche Kelchteil oben etwas breiter wäre, könnte man an einen Ethrog* behälter statt an einen Becher denken, doch müßte dann auch der Deckel höher sein. Das Stück ist übrigens nicht nur durch seine falsche Bestimmung, sondern auch durch seine Inschrift merkwürdig. Die dort angegebenen Todesdaten 3. Schewat 5564 und 8. Schewat 5585 wiedersprechen den authen* tischen Angaben auf den Grabsteinen, nach denen Pollak am 6. Schewat 5565 und seine Frau am 17. Teweth 5587 gestorben sind.

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