Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 22 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar-Februar 1922)
- Article
- Seelenopfer
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 45 - 46 (sequence 7)
- Language
- German
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45 Seelenopfer und schmeichelte so lange, bis der Graf endlich einwilligte,■ mit dem Juwelier zu verhandeln. Reb Itzele kam und ließ sich melden. Der Graf fragte im strengsten Tone: — Was verlangst Du von mir? — Ich verlange — antwortete Reb Itzele — Du möchtest zwei Worte von mir anhören. — — So rede, aber nur zwei Worte, nicht mehr! — stimmte der Graf zu. Reb Itzele überreichte ihm die Ohrringe und sagte: — Nimm, hilf! Der Graf nahm die Ohrringe an sich und sprach: — Du weißt, daß ich als Judenfeind bekannt bin, und ich' bin stolz darauf, meinen Stammbaum bis auf den römischen Kaiser Titus, den Zerstörer des jüdischen Tempels und jüdischen Staates, zurückzuführen. Aber Euer Gott ist stärker als ich. Sprich, was ich für Euch tun kann! Reb Itzele erzählte ihm die ganze Geschichte und die drohende Katastrophe. Der Graf hörte ihn an und antwortete: — Der einzige, der helfen kann, ist der Thronfolger Alexander. Ich will mit ihm sprechen. Am folgenden Tage ließ der Graf Reb Itzele rufen und sagte ihm: — Der Thronfolger hat sich bereiterklärt, Euch' zu helfen. Da es aber unmöglich ist, an den Kaiser in dieser Sache heranzutreten, weil er über die Amtschislawer Juden sehr ergrimmt ist, haben wir folgendes verabredet : Der Thronfolger wird sich krank stellen und das Bett aufsuchen. Ich werde an seinem Bette sitzen und mit ihm ein Gespräch führen. Kommt dann der Kaiser, um den Patienten zu besuchen und erkundigt sich über das, was wir sprechen, dann wird ihm der Thronfolger die ganze Wahrheit über die Amtschislawer Geschichte erzählen und um seine Gnade für die Juden jbitten. Damit Du aber die Antwort des Kaisers schnell erfährst, will ich Dich hinter der Türe des Thronfolgers verstecken. Und so geschah es. Der Thronfolger schützte eine Krankheit vor und legte sich zu Bett und Tartitscheff weilte bei ihm. Reb Itzele versteckte er in einer Ecke hinter der Tür. Als der Kaiser kam, um den kranken Sohn zu besuchen und nach dem Inhalt ihres Gespräches fragte, erzählte ihm der Thronfolger die ganze Wahrheit von der Verdächtigung der Juden in Amtschislaw und bat um die Rücknahme des erteilten Befehls: — Tut nichts — antwortete der Kaiser — selbst wenn die Juden diesmal unschuldig sein sollten, kann ihnen die Strafe nicht schaden. Da nahm der weichherzige Thronfolger zu Tränen seine Zuflucht und flehte seinen strengen Vater um Gnade für die unglücklichen Juden an. Nikolai sprang auf und schrie: — Alle verdammten Juden zusammen sind nicht eine Träne von Dir wert. Ich will nicht, daß Deine Gesundheit durch diese Geschichte leidet. Ich überlasse Dir die ganze Angelegenheit, mach damit, was Du willst. In Zorn ging der Zar eilig aus dem Zimmer und schlug heftig die Tür zu. Da offenbarte sich der draußen harrende Reb Itzele. Der Kaiser erblickte ihn nicht, jener aber erschrak beim Anblick des Wüterichs so sehr, tiaß er in Ohnmacht fiel. Der Thronfolger entsandte noch am selben Tage den Minister Urussoff nach Amtschislaw, um die Sache gründlich zu untersuchen. Es kam die Wahrheit an den Tag, daß die Juden frei von Schuld waren, und die verhängte Strafe wurde von den Juden abgewendet. Wer ein Mundwafferl gern1 ver* wendet weiß, daß er in ODOL ein ganz zuverläffiges Mittel zur Desinfektion der Mundhöhle und zur Verhütung der Zahnkaries findet. Wer eine 2££tnn~ p<afia liebt, dem kann dringend empfohlen werden, einen Verfuch mit ODOL-' j£sahnp£k£t£k zu machen. Diese Zahnpastareinigtvortreff^ lieh und «ilt von außerordent> lichemWohlgefchrnad\. Die darin enthaltenen Salze bewirken eine milde Desinfektion der Mundhöhle und einen fieberen Schutz gegen Zahnfäulnis.