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Ost und West · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar-Februar 1922) · p. Seite 13 - 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
22 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar-Februar 1922)
Article
Die Darstellung der menschlichen Gestalt und das 2. mosaische Gebot
Date
1922-01-01
Page
Seite 13 - 14 (sequence 4)
Language
German
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13 Sonnengesang Die Antlitze der Figuren sind verstümmelt; ähnlichen Ausbrüchen" fanatischer Zeloten verdanken schöne Messingblaker der Boimow?Synagoge in Lemberg ihre Beschädigungen. Bei den drei angeführten Ab? bildungen mit ihrer Freude an figuraler Zier ist aber besonders beachtenswert, daß es sich um Stücke handelt, die direkt dem Kultus dienen; man kann daraus entnehmen, daß auch das Judentum jener Zeit der Kunst nicht feindlich gegenüberstand; nur geg-en Vollskulpturen, nicht gegen Reliefs richtet sich vielmehr das biblische Gebot. SONNEN Aus einer Dichtung: „Orpheus" Die Sonne begrübt Orpheus: leb bin öie Sonne, Deine bobe Schwester, Dir rausebt mein Ruf öum Aufschwung unö 5ur Hub. (Deer, Walö unö Atber föbnt als Weltorcbester Dir golöne Strophen meiner Oben 3U. leb brause in oie tiefste Bergmannsgrube, leb branöe in öen böebsten föimmelssaal, leb klirre mit dem Cr^ton einer Hube Den 6öttern auf am fest unö Hotenmabl. Sei Du mir Bruöer, F5er3unö Weltöurcbsonner, Dutcbseel' öas All mit Deinem Cieö unö Cicbt, Ver3üaY mit Deiner Sprache föbn unö Donner Die Bimmel mir 5U hymnischstem Geöicbt! leb wecke Tote auf mit meinen Cieöern, Dafc sie in §rüblingsblütenpracbt erblübn Unö ihren Dank im warmem Duft erwiöern Unö strablenö mir ihr Ber3 entgegensprübn. leb bin öie golöne Königin Öer Oöen, (Dir wölbte Atber einen Üicbtertbron, leb bin Öie golöne (Dutter öer Rbapsoöen, €r3og in Sängern manchen (Deistersobn. leb baue Strablenstrafcen weifjen (Döwen, leb brenne aus öer fische Scbuppenkleiö, leb flamme aus öen Vliefcen gelber Cöwen, leb leuebf als Campe scbwar3er Ewigkeit, leb kläre alles 5wielicbtungewisse, Durcbäuge blinöe Scberben irisbunt, leb bin Öie fürstin tiefster finsternisse, ein Glirjerteppicb grauem ScbollengrunÖ. leb glüh' öem säulenbellsten Cempelbofe Rls innerlichstes böebstes Götterlicbt, Ich oröne öer fontänen Strablenstropbe €in meiner Schönheit sebimmernöstem Geöicbt. leb bin öas warme Baö öer kühlen (Deere Unö hänge gelbe Reigenscbleier um Der Wälöer herbstlich schwa^er Schwermut« cbwere Unö ihrem öunkelnöen (DartYrium. Ich bin öer Blumen schönster Scbleierweber, €s überfliegt sie schlank mein Tücberscblaf, Der hellste TIrost öer grauen Cpbeugräber, Die Cän3erin um jeöen Cpitapb, Der nebelbeere bafjentbrannter Scbeucber, Der Gletscberströme glübenöste (Dagie, Das le^te Ciebeslieö öer flbenösträueber, Der weisen Quellen golöne (Deloöie, Der grofje tropfenstur3 aus ßeras Becher, Die kühnste flamme eines piebterbirns, Der Seelenbranö öer reuigen Verbrecher, Triumpbgesang öes sto^esten Gestirns, GESANG von Arthur Silbergleit Das Uraumglück aller Tempelker3enleucbter, Der (Darmorpfeiler höchste Sebnsucbtsbraut, Die golöne Wanö, öie sieb ein Calverscbeucbter Um seine Gipfeleinsamkeiten baut; leb bin öer Atber hymnischstes Verbeißen, Die glorienvollste frieöenskönigin, leb überglüb' öer ßriegerbelme Gleiten, leb bin öer Beiden heiligster Gewinn, Der festaltarscbrein jeöer Priesterseele, Dem aller F5er3en "Cempelkostbarkeit Wie ätbergläubig glübenöe Juwele Von Götterbänöen beimlicb eingereiht. leb bin öer Genienbimmel festguirianöe, Der beifeen Golfe wellenwärmstes Baö, Der Gonöeln gelbes Seil am flnkerstranöe, Der Weltgescbicke Stoves Riesenraö. leb bin öer Uere wärmste Wollustfreuöe, Traumpapagein ein Kiesengitterring, Das golöne Spitjenkleiö öer Cen3gestäuöe, Der Blüten höchster Überscbmetterling. leb bin öer ftbenöe Apotheose, leb bin öer (Dorgenbimmel Seelenglück, Das feste 3iel öer schwanken Winöesrose, leb bin öer GötterbänÖe (Deisterstück. leb bin öas Diaöem öer Wipfelbaare, Umlaubter Wälöer Ring unö Ctcbterreif, Das StrablenbanÖ öer Rranicbe unö flare, Der Ü3eane purpurfeuersebweif. Beut Reigenfreunöin glücköurcbtan3ter Zage Scbau' ich sie morgen sebon in (Dorpbeus' (Dohn Unö lasse noch um ihre Sarkophage Cust tansen meines Drostes Spbärenton. So bin icb Cebensbote selbst 3U Särgen Unö enöe nimmer meinen ßerolölauf. leb baue Strablenburgen öunklen Bergen (Dit tausenö Toren meiner Schönheit auf Unö jaucb3e, wenn um meine golönen Ballen Urewigkeiten Gipfelwinöe webn Unö ein unö aus wie stetes Wogenwallen Bier Götter, Völker unö Ge3eiten gebn Unö wenn mit leisem f ittiebwonnesebauer Sieb Räuber Geier sebon Cntsühnung träumt, So er nach schwarzer tat öie golöne (Dauer Der Strablenburg mit grauen Schwingen säumt. Icb bin öas golöne Drostbucb öunkler Seelen, Unö alle Reiche sinö mein Ceserreicb; Wenn öie Aonenwinöe mieb er3äblen, ftommt ihrer Gleicbnisfülle niemanö gleich. Icb bin öie Cenkerin öer kühnsten fergen, Ihr ungeahntes Scbicksalsfübrerscbiff.

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