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Ost und West · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. Seite 51 - 52

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Journal
Ost und West
Volume
5 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Was der Maggid erzählt
Date
1905-01-01
Page
Seite 51 - 52 (sequence 3)
Language
German
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51 M. A. Klausner: Was der Maggid erzählt. 52 VRir lassen uns Samt und Seide schicken, Vom feinsten und besten, zu Beuteln, und drücken Die Caler, die schweren Dukaten hinein Und hängen die Beutel in langen Reihn 3n der putzstube Sdänden auf, den leeren — Dann hat das Geld seinen Ceil an den ehren,*' Schnell waren Samt und Seide beschafft, Zu bauschigen Beuteln geschnitten, gerafft Clnd sorglich genäht. Das bunte Gehänge Gab der schlichten Stube ein eigen Gepränge. JSicht lange, so war der Samt verschlissen, Die Seide ganz und gar zerrissen, Die harten Caler, das schwere 6old Heber die Diele hin gerollt. Die Geschiebte ist aus, und da Ihr nicht fragt, So sei 6uch die Bedeutung gesagt: Der Samt, die Seide sind zu fein — Die werden nie gut zu Geldbeuteln sein: Die wissen nicht mit Geld zu schalten; ein Grobsack nur weiss Geld zu halten. SABBATAI Z'WI. Nach einer christlichen Quelle dargestellt. Von Dr. E. Finkel-Pasewalk. k mmu von l>cm Swfeit lUtfTOgeiy |Ubfl!jg$Öltt£C 8ABATAI- 8 E V I mMmtm/ Vitt fid» Anno 1666. für onmUSinigtcc 3ut*n irrt/n Sfaff 9 ^»'«Ä»^^ gtßortcn. ffltbrittftitaSMcSSOOfH M DCCU Abbildung I. (Zn Artikel „Sabbatai Z'wi". In meiner Bibliothek befindet sich ein Buch mit dem Titel: „Die Geschichte von dem grossen Betrieger, oder falschen Juden Könige Sabatai- Sevi von Smirna....." (Siehe Abbild. 1.) Dasselbe enthält ausser dem Tilelblatte und den vier Zeichnungen, die in dieser Monatsschrift reproduziert sind, 17 Folioseiten und ist nach Ansicht des Herrn Dr. Freimann in Frankfurt a. M. als Ausschnitt aus dem Sammelwerke: „Anabaptisticuni et enthusiasticum Pantheon und geistliches Rüst - Hauss wider die alten Quaeker und neuen Frey-Geisteru in Cöthen 1702 erschienen. Auf die weiteren literarhistorischen Fragen, die nur die Fachgelehrten interessieren (vgl.Graetz X3, Note 3,1), können wir mit Rücksicht auf das grosse Lesepublikum dieser Zeitschrift nicht eingehen. Es sei daher nur in aller Kürze der Inhalt dieser eigenartigen Geschichtsquelle als Erklärung zu den Zeichnungen wiedergegeben. Bemerken will ich noch, dass der Autor nicht besonders judenfreundlich gewesen ist. Das Jahr 1666 sollte nach den Prophezeiungen vieler christlicher Autoren ein recht merkwürdiges und an Wundern reiches sein, insbesondere für die Juden, die in diesem Jahre entweder zu dem christlichen Glauben bekehrt, oder in das heilige Land zurückgeführt werden sollten. Phantasten und Träumer, die fortwährend von einer fünften Monarchie (siehe Abbild. 2 u. 3 die Insignien der monarchia nova) und von der herannahenden Erhöhung des israelitischen Volkes sprachen, haben in den Juden die Hoffnung geweckt, dass ihre Erlösung nahe bevorstehe. Auch wunderliche Gerüchte wurden hie und da ausgesprengt. An einem Orte erzählte man von dem Anzüge eines grossen Volkes, das aus den unbekannten und weit entlegenen Teilen Arabiens gekommen sein sollte, und welches man für die verlorenen zehn Stämme hielt (zwöllfthalb Geschlechte!). In England hiess es, man habe an der Nordküste Schottlands ein Schiff mit seidenen Tauen und Segeln landen sehen, dessen Mannschaft hebräisch redete und Flaggen besässe mit der Inschrift: „Die 12 Geschlechte Israel". (Siehe Abbild. 3 das Schiff oben links.) Um diese Zeit, in der diese Märchen und lächerlichen Prophezeiungen Verbreitung und bei vielen Schwärmern Glauben fanden, trat Sabbatai Z'wi öffentlich auf, nachdem er bereits in Smyrna sich vorher als Messias der Juden ausgegeben und versichert hatte, dass Gott sie in kurzem von der Knechtschaft, unter der sie seufzen, erlösen und die Zerstreuten mit starker Hand wieder sammeln und im heiligen Lande zusammenbringen würde. Von Smyrna verbreitete sich die Nachricht von Sabbatai überallhin, wo Juden lebten, und seine Verheissungen fanden allenthalben Glauben. Die Juden wurden von einem Freudentaumel ergriffen und sprachen von nichts anderem, als von der künftigen Glorie und Hoheit, oder von der Lehre und der Weisheit ihres Messias; sie Hessen Arbeit und Geschäfte ruhen, um sich für die Reise nach Jerusalem zu rüsten. Nach dieser Einleitung wird Sabbatais Leben und Auftreten näher geschildert. Sabbatai Z'wi war nicht von besonderer Herkunft; sein Vater Mardochai-Sevi war ein schwacher, mit Podagra behafteter Unterhändler eines englischen Kaufhauses in Smyrna. Der Sohn dagegen, nämlich Sabbatai, oblag mit Erfolg den Studien und erwarb sich grosse Kenntnisse im Hebräischen, Arabischen, insbesondere in der Theologie und der Metaphysik. Auch war er ein guter Logikus, so dass er durch die Macht seiner Rede die Menge für sich gewann und einen grossen Anhang sich verschaffte. Er wurde aber von den Rabbinern (Cockhams) von Smyrna, die nichts

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